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Christian Kellner, Stipendiat der STO-Stiftung 2021/2022

Christian Kellner
Nicht nur unser Essen, unsere Gewohnheiten, unsere Freunde und Familie haben Einfluss auf uns, sondern vor allem auch die Räume, in denen wir uns bewegen und leben. Wir verbringen mittlerweile die meiste Zeit im Innenraum. Teilweise bis zu 90% des Tages. Sich mit dieser meist unterschätzten, aber einflussreichen Komponente im Leben von Menschen zu befassen, fasziniert mich sehr.“

Den bisherigen Werdegang von Christian Kellner hat ein Auslandsaufenthalt in Kanada in der zehnten Klasse bestimmt. Sein Gastvater dort war Innenarchitekt und die Projekte, die er ihm zeigte, begeisterten ihn so sehr, dass er sich entschied, nach dem Abitur an der TH Rosenheim Innenarchitektur zu studieren. Exkursionen nach Japan und Griechenland mit einhergehenden Workshops an den Partneruniversitäten waren besondere Highlights im Bachelor Studium, die Lust auf mehr machten. Nach einem Praxissemester bei bergmeisterwolf in Südtirol, beschloss er seine Ausbildung mit einem Architekturstudium in Wien fortzuführen.

Für das Interior Scholarship 2021/22 – das AIT-Stipendium der Sto-Stiftung – hat sich der gebürtige Amberger mit seinem Portfolio sowie einer Bearbeitung der diesjährigen Stegreifaufgabe „People‘s Places – Die Rückeroberung des öffentlichen Raumes?“ beworben. Christian Kellner ist einer der vier Stipendiat*innen des mit insgesamt 24.000 Euro dotierten Interior Scholarship. Die finanzielle Entlastung will er als Freiraum verstehen, den er nutzen will, um zu experimentieren, zu lesen, zu recherchieren, auszuprobieren, zu bauen, zu reisen, zu erleben, zu besichtigen… Er will sich ein Fundament erarbeiten, auf dem er in den kommenden Jahren aufbauen kann.

Langfristig ist das Ziel von Christian Kellner Architekturentwickler zu werden. Darunter versteht er Architekt und Projektentwickler zugleich zu sein, um mehr bewirken zu können. Denn der Anblick der vielen gesichtslosen, vermeintlich wirtschaftlichen Durchschnittsprojekte in unseren Städten motiviert ihn, sich mehr einbringen und etwas verändern zu wollen.
„Ich möchte unsere gebaute Umwelt auf eine direktere Art und Weise mitgestalten. Es geht darum, mehr Verantwortung für unseren räumlichen Kontext, in dem wir leben, zu übernehmen, und damit eine aktivere Rolle in der Baukultur einzunehmen. Ich bin der Meinung, dass wir als InnenArchitekt*innen das Ganze viel mehr selbst in die Hand nehmen dürfen, als nur zu versuchen, es mit in Projekte einfließen zu lassen. Dazu möchte ich zukünftig ein eigenes interdisziplinäres Studio gründen.“

 

WASSER|SPIEGEL DER GESELLSCHAFT
Stegreifaufgabe

„Introducing a new temporary element to urban public spaces. Large but low planes which are fogged with water. Wetting this smooth surface creates a mirror-like effect. This reflects the environment in it, making you more aware of it. This sharpens the perception for the opposite, for other city dwellers, for our society. Furthermore this work engages the people as active participants, inviting spontaneity and encounter and interaction with others. Especi-ally in hot summertimes.“

 

Juryurteil:
„Christian Kellner hat mit seiner Bewerbung dargelegt, dass er den Raum als Initiator für visionäre Prozesse begreift, als ein gesellschaftswirksames Werkzeug mit immenser Kraft. Seine eingereichten Arbeiten dokumentieren ein Spannungsfeld zwischen hoher Sensibilität und atmosphärischer Dichte einerseits sowie Radikalität und soziologischer Vielschichtigkeit andererseits. Seine Position definiert sich über alle Maßstäbe hinweg, wodurch thematische Weitsicht und sinnliche Nähe mit Blick auf entwerferisches Denken und Handeln zusammenspielen. Leise und unaufgeregt.
Ästhetisch herausfordern und konsequent erarbeitet er ein Konstrukt aus materiellen als auch immateriellen Raumbeziehungen, ohne formale Klischees zu bedienen. Die kommunikative Präsenz und Dialogfähigkeit der gezeigten Szenarien unterstreichen die narrative Qualität. Seine visuelle Ausdrucksweise betont eine ruhige und konsequente Haltung. Man kann spüren, dass sich die gezeigten Räume an tiefere Schichten der Wahrnehmung wenden. Ein Potential des Bewerbers, das unbedingt unterstützt, erforscht und weiterentwickelt werden muss. Die eingereichte Stegreifaufgabe entspricht dem dargestellten Profil des Bewerbers und überzeugt in Klarheit, Ästhetik und inhaltlicher Tiefe.

Herzlichen Glückwunsch!“

 

Der Stegreif:
People‘s Places
Die Rückeroberung des öffentlichen Raumes
Angesichts einer zunehmenden virtuellen und sozialen Segregation der Gesellschaft ist es besonders wichtig, Räume zu schaffen, in denen spontane soziale Begegnungen möglich sind. In einem lebendigen städtischen Raum treffen Menschen unterschiedlichster Herkunft und kultureller Prägung, verschiedensten Alters, mit differenten Lebenserfahrungen unmittelbar und unwillkürlich aufeinander. Die Wahrnehmung dieser heterogenen Gesellschaft ist der erste Schritt diese anzuerkennen, um sie dann mitzugestalten.
Entwickeln Sie Ideen und Objekte sowie Interventionen zur temporären, partiellen Aneignung von Dingen oder Orten im öffentlichen Raum, die zur Belebung der Stadt und zur gesellschaftlichen Identitätsbildung beitragen.
In Form von individuell ausgewählten, das Konzept unterstützenden Darstellungstechniken, wie Visualisierungen, Modellfotos, Collagen, Zeichnungen, Skizzen oder Filmsequenzen soll ihre eigenständige, persönliche Idee veranschaulicht werden. Ergänzen Sie diese textlich.


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