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Franziska Kocks, AIT Stipendiatin der STO-Stiftung 2021/2022

Franziska Kocks studiert an der Muthesius Kunsthochschule Kiel den Studiengang Raumstrategien und möchte diesen mit dem Master of Arts abschließen. Sie kann sich daran anschließend auch eine Promotion vorstellen. Sie hat zudem einen Kombinatorischen Bachelor of Arts in Farbtechnik/Raumgestaltung/Oberflächentechnik und Druck- und Medientechnik (Note 1,1) und weist damit eine besondere Kompetenz an der Schnittstelle von Gestaltung und Technik mit Farbe auf, was sie auch deutlich in ihrer Stegreifaufgabe bewiesen hat.

Für das Interior Scholarship 2021/22 – das AIT-Stipendium der Sto-Stiftung – hat sich die Kielerin mit ihrem Portfolio sowie einer Bearbeitung der diesjährigen Stegreifaufgabe „People‘s Places – Die Rückeroberung des öffentlichen Raumes?“ beworben. Fransziska Kocks ist eine*r der vier Stipendiat*innen des mit insgesamt 24.000 Euro dotierten Interior Scholarship.
Das Stipendium ermöglicht ihr, ihren Fokus gezielter auf die Entwürfe und Projekte zu richten. Die finanzielle Unterstützung des Stipendiums eröffnet Franziska zudem für ein Jahr an ihren Ideen fokussiert zu forschen, ohne dabei an Lohnarbeit angewiesen sein zu müssen. Ihre Vorstellungen vom Forschen in den Raumstrategien beinhalten unter anderem 1:1 Modelle und Reallabore. Mit der finanziellen Förderung, kann ich diese auch realisieren.

„In meinem Verständnis von Innenarchitektur werden die Grenzen von Innen und Außen sowie von Privat und Öffentlich aufgebrochen. Um die Frage, wie wir in Zukunft nachhaltig leben wollen, beantworten zu können, müssen fließende Übergänge erzeugt werden und zwar nicht nur in den erlebbaren Atmosphären, sondern auch in den Methoden künstlerischer Disziplinen. Demnach verstehe ich meine Rolle als Gestalterin viel mehr als eine strategische und kuratorische Begleitung, durch die mit den Nutzer:innen gemeinsam ein Identifikationsraum produziert und angeeignet werden kann.
Das Zusammenspiel aus Farbe, Material und Licht erzeugt dabei ein ganzheitliches Wahrnehmen von Räumen mit allen Sinnen. Für mich bereitet der gezielte Einsatz von Farbe am meisten Freude und ermöglicht mir, schon während des Gestaltungsprozesses mit den beteiligten Menschen zu kommunizieren und zu interagieren..“

„Die Rückeroberung des öffentlichen Raumes“
Stegreifaufgabe

„Eine temporäre Intervention an der Schnittstelle zwischen Innen und Außen – zwischen Fenster und Gehweg – überwindet bestehende Grenzen und lädt zur Interaktion ein. Inspiriert von der Nolli – Map
(1748) geht es um ein wieder Sichtbarmachen des öffentlichen Raumes, der in diesem Fall anhand von gelbem Klebeband, Sprühkreide und Teamwork gekennzeichnet wird.
Die markierte Fläche verhält sich wie eine Spiegelung der Fensterfläche auf dem Boden und der Fensterfläche auf dem Boden und verdeutlicht Person, die hinter dem Fenster wohnt. Ein erster Testlauf der Intervention forderte mich direkt auf, Hemmschwellen zu überwinden und meinen Nach-barn am Fenster anzusprechen. Nach einem ersten Kennenlernen startete die Eroberungsaktion und immer mehr neugierige Nachbar:innen schlossen sich an und halfen mit. Stück für Stück trugen wir die Möbel des Nachbars auf die Fläche und stundenlange Gespräche folgten. Wollen wir im nächsten Schritt die ganze Straße zurückerobern, benötigt es nur ein paar mehr Dosen Kreide.

Temporäre Markierungen im öffentlichen Raum werden zum gelernten Alltag. Pfeile, Linien und Kreisedefinieren Abstände und Grenzen in einem durch die Pandemie beeinflussten Raum. Während der Rückzug in das Zuhause immer stärker zunimmt, wird der Straßenraum, der Park nebenan sowie das Quartier immer wichtiger. Eine zunehmende Anonymität und soziale Segregation in der Nachbarschaft verhindern dabei jedoch oft spontane Begegnungen.“

 

Juryurteil:
„Diese Arbeit überzeugt in ihrer Gesamtheit. Die einzelnen Projekte sind nicht nur anschaulich und verständlich dargestellt, sondern überzeugen auch in ihrer inhaltlichen an sich simplen Ausarbeitung. Die Herangehensweise und Motivation der Projekte entstehen aus grundsätzlichen und sozialen Fragestellungen. Die Gestaltung des Raums wird eingesetzt, um dem Menschen eine erlebbare Atmosphäre zu geben. Die Arbeiten zeigen das Gespür und machen das Verständnis für Farbe sichtbar. Franziska Kocks hat als ganzheitliche Gestalterin das Stipendium erhalten.“

Herzlichen Glückwunsch!

 

Der Stegreif:
People‘s Places
Die Rückeroberung des öffentlichen Raumes
Angesichts einer zunehmenden virtuellen und sozialen Segregation der Gesellschaft ist es besonders wichtig, Räume zu schaffen, in denen spontane soziale Begegnungen möglich sind. In einem lebendigen städtischen Raum treffen Menschen unterschiedlichster Herkunft und kultureller Prägung, verschiedensten Alters, mit differenten Lebenserfahrungen unmittelbar und unwillkürlich aufeinander. Die Wahrnehmung dieser heterogenen Gesellschaft ist der erste Schritt diese anzuerkennen, um sie dann mitzugestalten.
Entwickeln Sie Ideen und Objekte sowie Interventionen zur temporären, partiellen Aneignung von Dingen oder Orten im öffentlichen Raum, die zur Belebung der Stadt und zur gesellschaftlichen Identitätsbildung beitragen.
In Form von individuell ausgewählten, das Konzept unterstützenden Darstellungstechniken, wie Visualisierungen, Modellfotos, Collagen, Zeichnungen, Skizzen oder Filmsequenzen soll ihre eigenständige, persönliche Idee veranschaulicht werden. Ergänzen Sie diese textlich.

Fra

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