„Nennt uns euren ,Kiosk‘!“ – Architektonische Alltagsjuwelen und Orte der Begegnung | Vol I

„Das KloHäuschen“, München
Dionys Ottl (Hild und K, München) über seine Krafttankstelle

Wir haben Architektinnen und Architekten darum gebeten, uns Orte zu nennen, die sie gerade in Zeiten von Corona in einem neuen Licht sehen. Wo kann auch im Moment soziales Leben stattfinden? Wo kann der Passant Kraft tanken? Erste Zusendungen zum Thema „Kiosk – architektonischen Alltagsjuwelen“ haben uns erreicht, so auch ein wunderbarer Beitrag von Dionys Ottl des Münchner Büros Hild und K. Er hat uns seine Krafttankstelle genannt, das zur Zeit seinen Kulturhunger stillt: „Das KloHäuschen“ – ein ehemaliges Herrenpissoir am Münchner Großmarkt, das 2009 zu einer kleinen Kulturstädte transformiert wurde.

Es sind besonders die kulturellen Orte und Begegnungen, die Dionys Ottl ganz wunderbar als seine Krafttankstellen bezeichnet und die ihm in dieser Zeit besonders fehlen:
„Unsere/meine wichtigsten Antriebskräfte und Lichtblicke speisen sich aus der Kreativität von Kunst- und Kulturschaffenden in der ganzen Welt. Ausstellungen, Museen, Schauspiel, Konzerte, Musik, Clubs sind Krafttankstellen. Diese Eindrücke und Ereignisse treiben den Motor an, den wir ganz dringend brauchen werden in der „Zeit danach“. Sie sind es, die mir jetzt und hier ungeheuer fehlen.“, schreibt er.

„Ein klein wenig befriedet meinen Kulturhunger derzeit ein Ort, der ganz ähnlich funktioniert wie ein Kiosk: Die ehemalige öffentliche Herrentoilette des Münchener Großmarktes wurde schon vor einiger Zeit vom Team um Anja Uhlig als frei bespielbarer Raum beseelt. „Das KloHäuschen“ hat zwar seine bisherige Aufgabe als Männer-Pissoir aufgeben müssen, doch seine Physiognomie behalten. Nun ist es ein Ort für Kultur geworden, inzwischen sogar mit Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. Der Ort, den ich mir ausgesucht habe, ist also nicht neu, wird es aber immer wieder.“

„Wie die Berliner Spätis ist er jeder- und auch derzeit 24 Stunden / 7 Tage die Woche für unsere Daseinsvorsorge präsent. Solange unsere Museen und Theater und die vielen anderen Orte für Kultur geschlossen bleiben und das Kontaktverbot zu Kunst und Kultur aufrechterhalten wird, bleibt mir zumindest „Das KloHäuschen“ für den Kleinen Kulturhunger. Danke KloHäuschen! Mehr denn je!!“

Seit dem 1. Januar 2009 mietet das realtitaetsbüro den etwa 8 Quadratmeter großen besonderen Raum: „Die Wände bis fast unter die Decke vanillegelb gekachelt. Sechs geschwungene Pissoirs, deren Stil an ihre Geburtsstunde vor mehr als 100 Jahren erinnert. Und eine Sichtschutzwand aus transparenten Glasbausteinen [und zwischendrin zwei gelbe und ein blauer].“

Bildende Künstler, aber auch Wissenschaftler, Theaterleute, Architekten, Musiker, Philosophen, Schriftsteller oder Performer machen den Raum „zum Faultierkäfig, zur Ferienwohnung, zum Küchenstudio, zur Grotte, zum Bulgarischen Pavillon der Venedigbiennale, zum Wald, Hörsaal, Naherholungsgebiet. Es blitzt oder tropft oder schnarcht. Es ist von allen Seiten gleichzeitig zu sehen. Betanzt von innen, bestrickt von außen, oder überschwemmt. Oder überschwämmt. Meditiert, geputzt, erleuchtet, vertont. Und genau einmal alle 2 Jahre, zur KloHäuschen Biennale, da kommt ein Kurator mit einer Kunstausstellung zu Gast.“

Weitere Informationen über „Das KloHäuschen“ finden Sie hier.

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