Blog AIT-ArchitekturSalon

Memories | Landau-Kindelbacher & Händel Junghans Architekten

Mitte Dezember 2020 führt uns die Reise des Münchner Wanderbuchs ins schöne Lehel. Der Stadtteil lockt mit seiner Lage an der Isar, der kulturell bespielten Praterinsel und der St. Lukas Kirche mit romanischer und neugotischer Architektur am Mariannenplatz. Es ist wie eine Zeitreise – erst empfängt uns Landau-Kindelbacher in seinen futuristischen Arbeitsräumen in der Thierschstraße und dann Händel Junghans Architekten in beeindruckenden Altbau-Räumlichkeiten mit Blick über den Fluss.

Elmar Zschau von Continental bringt für uns das Wanderbuch zu Landau-Kindelbacher. Gerhard Landau nimmt sich viel Zeit für ein langes Gespräch und wir tauchen tief ein in die Interior-Welten und alles was die Welt sonst gerade bewegt. Das Büro öffnet sich zur Tierschstraße mit großen Rundbogenfenstern. Über den Hinterhof hinüber erstreckt sich ein ganzes Kreativ-Imperium. Am dreieckigen Besprechungstisch fühlen wir uns wie in der Schaltzentrale eines Raumschiffes, das uns hinfort bringt in andere Zeiten, in unendliche Weiten, hinzu Gedanken über die Zukunft und zurück zu vielen Erinnerungen.

Sabine Gotthard von Grohe holt das Buch hier einige Tage später wieder ab und trägt es nur wenige Blocks weiter gen Norden – zu Händel Junghans Architekten. Das Büro hat sich in einer prachtvollen Altbauwohnung eingerichtet. Die hohen Decken geben ein erhabenes Gefühl mit einem Hauch von Retrospektive und die Nähe zur Isar eines von Dynamik und Frische. Auch hier bleibt das aktuelle Thema, das uns alle beschäftig, nicht aus. Der Umgang mit den Einschränkungen und die Sehnsucht nach Freiheit und sozialen Kontakten sind zentral. Sabine Gotthard berichtet außerdem über das spannende Projekt „Architekturbarometer 30mal10“. In den GROHE Digital Talks wird beleuchtet welche Konsequenzen die jetzige Situation für die Bau- und Immobilienbranche und im Speziellen für die Architektenschaft hat. Lesen Sie hier mehr: https://ait-xia-dialog.de/ait-dialog-blog/architekturbarometer_30mal10/. Gairik Bhattacharya, der auch in seiner Freizeit viel zeichnet, hat die Ehre das Buch stellvertretend für die Bürogemeinschaft zu bestücken. Mit viel Humor wirft er die Frage auf, ob die Zukunft früher besser war. Sebastian Händel und Marcus Caspar Junghans empfangen zur Übergabe Marco Stark von Gira. Er trägt das Buch in die Au – zu Buero Wagner. Klicken Sie hier, wenn sie mitreisen möchten: https://ait-xia-dialog.de/ait-dialog-blog/memories-buero-wagner/. Oder lesen einfach weiter, um zu erfahren was die Architekten auf unsere drei Fragen zum Thema Skizze geantwortet haben.

 

Über Gerhard Landau
Gerhard Landau (Architekt BDA / BDIA, BYAK), Jahrgang 1965, hat sein Studium der Architektur an der FH München im Jahre 1990 abgeschlossen. Nach einem zweijährigen Auslandsaufenthalt bei Michael Hopkins + Partners in London kehrte er nach München zurück und gründete 1994 zusammen mit Ludwig Kindelbacher das Büro landau + kindelbacher architekten – innenarchitekten. Die Eintragung in die Bayerische Architektenkammer erfolgte 1993. Gastkritiken in München, Rosenheim und Paris sowie ein zweijähriger Lehrauftrag an der FH Rosenheim spiegeln das Interesse an der konkreten Planungsarbeit und zugleich einem akademischen Diskurs wieder. Die Berufung in den BDA – Bund Deutscher Architekten – erfolgte im Jahre 2004, die Aufnahme in den BDIA – Bund Deutscher Innenarchitekten als Assoziierter im Jahr 2011. Zahlreiche Vortrags- und Jurytätigkeiten im In- und Ausland. Geschäftsführender Gesellschafter der Landau Kindelbacher Architekten Innenarchitekten GmbH.

Gerhard Landau beantwortet die drei Fragen zum Thema Skizze und zu unserem Memories-Projekt mit folgenden Worten:

Was war Ihr erster Gedanke als Sie die Einladung erhalten haben beim Wander-Skizzenbuch „Memories“ mitzumachen? Was war das erste Bild, das Sie vor Augen hatten?
Spannendes Projekt in Corona Zeiten, da zunächst nicht virtuell aufgehängt sondern absolut analog mit Stift und Papier. Sehr wohltuend.

Wie sind Sie an die Aufgabe herangegangen?
Kurze Reflexion, welches Erlebnis mit einem Bauwerk mich am meisten emotional beeindruckt hat. Die Therme Vals verkörpert in perfekter Art und Weise die Verschmelzung von Architektur, Innenarchitektur und Landschaft. Die Bilder des Besuchs haben sich bei mir eingebrannt und konnten schnell als Gedankenskizze abgerufen werden.

Welchen Wert hat die Skizze für Sie im alltäglichen Arbeitsprozess und welche Rolle spielt die Skizze in Ihrem Büro?
Die Handskizze ist nach wie vor die direkteste und schnellste Art den kreativen Gedanken zu manifestieren. Sie ist Grundlage aller Entwürfe im Büro und als schnelle Überprüfung der Entwurfsdetails essentiell.

 

Über Gairik Bhattacharya
Gairik Bhattacharya, geb. 1992 in der Region Assam in Indien, studierte zunächst Architektur an der Manipal University in Udupi, Karnataka in Indien, seinen Master absolvierte er 2018 an der TU München. Neben seinem Studium arbeitete er als Art Director für Werbekampagnen und entwickelte storyboards für Videoproduktionen in Indien und London. Seine berufliche Spezialisierung liegt im Bereich des 3D/BIM-Modelling, seine private Leidenschaft ist das Zeichnen von Comics. Auf Instagram veröffentlicht er seit 2019 Zeichnungen zu der von ihm erdachten Geschichte um Shrew, Husky und Teddy – drei Freunde, die – ähnlich ihm selbst – in München gestrandet sind und sich in die Stadt verliebt haben.

Gairik Bhattacharya verrät uns hier, wie er auf die Einladung im Wanderbuch zu zeichnen reagiert hat und wie er das ganze angegangen ist.

Was war Ihr erster Gedanke als Sie die Einladung erhalten haben, beim Wander-Skizzenbuch „Memories“ mitzumachen? Was war das erste Bild, das Sie vor Augen hatten?
In der Verbindung mit der Aufgabenstellung war der erste Gedanke kein architektonischer, sondern es drehte sich mehr um den allgemeinen Wert von Erinnerung: Man sollte sich nicht zu sehr an Erinnerungen festhalten und sich vor allem auch nicht von diesen täuschen lassen.

Wie sind Sie an die Aufgabe herangegangen? 
Wir setzen viel auf Teamarbeit – in allen Prozessen. Deswegen haben wir uns im Team zusammen gesetzt und Gedanken und Ideen zum Thema Erinnerung und Skizze im weitesten Sinn gesammelt. Also nicht nur auf den Alltag im Architekturbüro bezogen, sondern ganz allgemein. Schnell sind wir dann auf Karl Valentin gekommen: Sein Spruch bringt die oben genannte Idee von Erinnerung wie immer auf humorvolle Weise auf den Punkt.
Dabei gilt das auch in der Architektur: Was früher gut war, muss heute nicht mehr unbedingt gut sein. Diese Auffassung bestimmt auch die Arbeit des Büros bzw. die Herangehensweise an Projekte: immer mit einem neuen und frischen Blick an die Dinge herangehen.

Welchen Wert hat die Skizze für Sie im alltäglichen Arbeitsprozess und welche Rolle spielt die Skizze in Ihrem Büro?
Die Skizze ist wichtig für den schnellen Austausch im Gespräch über ein Projekt. Oftmals lässt sich eine Idee nicht so gut mit Worten beschreiben wie mit einer Skizze, gerade, wenn es um Details geht. Egal, ob schnell hingeworfene Handskizze im Laufe eines Gesprächs oder die im Detail ausgearbeitete Arbeitsskizze zur Veranschaulichung. Die Skizze ist immer wichtiger Bestandteil im Prozess der Entwicklung einer Idee.

 

Über Händel Junghans Architekten
Händel Junghans Architekten wurde 2008 von Sebastian Händel und Marcus Junghans in München gegründet. Von Anfang hat sich seit das Architekturbüro höchstem gestalterischen Anspruch verschrieben. Zuverlässigkeit, gute Organisation und gleichzeitig ein freier, kreativer Geist sind die Essenz, um dieses Ziel zu erreichen. Auch guter Teamgeist ist ein wichtiger Bestandteil. Das Büro ist davon überzeugt, dass eine kollegiale und freundliche Arbeitsatmosphäre eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung von hohem Qualitätsanspruch ist. Das junge und internationale Team verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz, der es ermöglicht den Kern eines Projekts zusammen mit dem Bauherrn herauszuarbeiten. Es ist ihnen ein großes Anliegen kontextorientierte Architektur mit funktionalen und formal-ästhetischen Detaillösungen und zugleich konzeptionellen und formalen Akzenten zu schaffen.

Über Landau-Kindelbacher
Das Büro wurde 1994 von Gerhard Landau und Ludwig Kindelbacher gegründet und 2009 erfolgreich in eine GmbH umfirmiert. Landau + Kindelbacher beschäftigt ein Team von rund 60 Architekten und Innenarchitekten, die hoch engagiert und vielseitig qualifiziert, national und international, private und gewerbliche Projekte bearbeiten. Zu ihren Kunden zählen namhafte Unternehmen und Institutionen, die Wert auf eine zeitgemäße Repräsentation legen und sich bewusst einzigartig positionieren wollen und kultivierte, anspruchsvolle Privatpersonen mit hohen Erwartungen an Qualität und Detail. In den vergangenen Jahren entstanden zahlreiche Projekte im In- und Ausland, deren Qualität durch Veröffentlichungen und Auszeichnungen belegt ist. Die Bandbreite der Leistungen umfasst die Entwicklung von Konzepten und Umsetzungen für Office, Wohnen, Hotel und Gastronomie, Retail/Shops, Kultur- und Sonderbereiche – vornehmlich im Premiumsegment – als Neubau, Umbau oder Sanierung im denkmalgeschützten Bestand.

 

Mit dem Wanderbuch „Memories“ schickt der AIT-ArchitekturSalon ein anfangs leeres Skizzenbuch durch ausgewählte Hamburger und Münchner Innen-/Architekturbüros auf Reisen, in dem sich diese mit einer Handskizze zum Thema „Architektur und Erinnerung“ verewigen dürfen. Die entstandenen Skizzen werden im AIT-ArchitekturSalon in Hamburg und München im Sommer 2021 präsentiert. Bis zu den Eröffnungen der Ausstellungen geben wir Ihnen in unserem Blog sowie auf unseren Kanälen auf Facebook und Instagram wöchentlich einen Einblick in die Entstehung des Skizzenbuches und nehmen Sie mit auf die Wanderschaft durch die Büros. Schauen Sie regelmäßig vorbei!

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