Blog Aus dem Archiv

Aus dem Archiv: Wool in Architecture – Neuseeland 2010

Skizze von Carlo Weber

Im Mai 2010 traf eine von AIT-Dialog eingeladene Gruppe in Neuseeland ein, um mehr über die besonderen Qualitäten des Materials Wolle zu erfahren und neue Potenziale zu entdecken. Stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen in der Heimat machten sie überraschende Materialerfahrungen mit einem der ältesten Werkstoffe der Welt. Nach den intensiven Workshoptagen und mehreren Trips durchs Land kehrten sie mit der Erfahrung zurück, dass Wolle völlig ungeahnte architekturaffine Eigenschaften hat – und vor allem eine große Zukunft. Die Resultate dieses Workshops wurden in einem aufwändig produzierten Buch dokumentiert und dienten Gestaltern als Anregung, Wolle einmal ganz anders zu verwenden als lediglich in der  gewohnten textilen Form. 

Am Beginn des Workshops stand natürlich – ganz erwartungsgemäß – eine atemberaubende Naturerfahrung. Neuseeland lässt niemanden kalt. An zweiter Stelle erlebten die Teilnehmer, was ökologische Weidewirtschaft bedeutet, und dass die Wollproduktion in Neuseeland so weit außerhalb enger europäischer Zertifizierungsdebatten steht, dass sich so manches Argument einfach in Luft auflöst. Ein Nebeneffekt des Workshops: Die Teilnehmer greifen nun frohen Herzens in die Tiefkühltheke des Supermarktes nach den neuseeländischen Lammkottelets, weil sie wissen: Kein europäisches Tier hat freier, artgerechter und ökologischer gelebt.

Verblüffende und innovative Anwendungsformen

Nachdem sich die europäischen, asiatischen und amerikanischen Architekten mit Land und Schafen bekannt gemacht hatten, setzten sie sich mit den technischen Eigenschaften dieses faszinierenden Naturprodukts auseinander – und fanden verblüffende und unglaublich innovative Verwendungsformen in ihren Projekten. Eine Wollleuchte hat bestimmt noch niemand gesehen. Ebenso zukunftsfähig ist ein Möbelsystem, das hochverdichtete Wolle statt traditioneller Holzwerkstoffe verwendet oder aber – bestimmt die ungewöhnlichste Verwendungsform – eine statisch belastbare Treppe aus Wolle. All diese Entwurfsgedanken und noch viele weitere wurden im Buch „Wool in Architecture“  zusammengestellt. Als Vorschläge und als Inspiration, wie dieser nachhaltigste Werkstoff zukunftsfähig in Architektur und Innenarchitektur verwendet werden kann.

 

In Partnerschaft mit der IWTO – International Wool Textile Organisation

 

Teilnehmer

Manuel Bailo Esteve, bailo+rull, Barcelona
Louis Becker, Henning Larsen Architects, Kopenhagen
Giorgio Borruso, Giorgio Borruso Design, Washington
Mathias Hey, Hey-sign, Meerbusch
Jan Kleihues, Kleihues + Kleihues, Berlin
Branimir Medic, de Architekten Cie, Amsterdam
Gerhard Pfeiler, Dietmar Feichtinger Architectes, Paris
Wolfram Putz, Graft, Berlin
Heinz Richardson, Jestico + Whiles, London
Takaharu Tezuka, Tezuka Architects, Tokio
Lars Vejen, schmidt hammer lassen, Aarhus
Prof. Carlo Weber, Auer+Weber Assoziierte, Stuttagrt
Iris Wex, O-D-I, Brüssel

 

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