Preisträger 2018



Kategorie 1: Wohnen

Kategorie: „Wohnen“

1. Preis

Family House Prototype | A69-Architects, CZ-Prag

In einem ehemaligen Granitsteinbruch entstand der Prototyp für ein Einfamilienhaus. Das Domizil thront am Rande einer Felsterrasse oberhalb eines Sees. Der einfache kubische Baukörper beherbergt ein raffiniertes Innenleben: Das organisch geformte Labyrinth der Wohnräume lässt viel Tages- und Sonnenlicht zu und erlaubt wechselnde Ein- und Ausblicke. Ohne traditionelles Fundament konstruiert, schwebt das Gebäude quasi über der Landschaft. Dafür wurde eine Art modulares Stahlfloß, das die Last verteilt, auf vorhandene Granitblöcke gebettet. Eine große Glasschiebewand unterbricht die Holz-Fassade und verbindet den Wohnbereich mit der Außenterrasse. Um einen neutralen Rahmen für die wechselnden Eindrücke der Natur zu schaffen, wurden die Innenräume monochrom in verschiedenen Weißtönen gehalten. Realisiert in Do-it-yourself-Bauweise kann das Haus vollständig demontiert werden, ohne Spuren zu hinterlassen. Das Konzept überzeugte die Jury durch die innovative Interpretation des Nachhaltigkeitsthemas.

A69 – architects, Tschechische Republik, www.a69.cz

 

 

 

2. Preis

Maison Quinconce, Draveil | a+ samueldelmas, FR-Paris

Das Maison Quinconce fügt sich mit seinen Außenbereichen harmonisch in die waldige Umgebung ein. Große, sich vollständig öffnende Glasfronten heben jegliche Vorstellung einer Grenze zwischen innen und außen auf. Die vielen Sichtverbindungen verstärken diesen Effekt noch. Das Gebäude besteht aus einer Anordnung quaderförmiger Blöcke. Große Cortenstahlverkleidungen wechseln sich mit großflächigen, scheinbar rahmenlosen Verglasungen ab. Die konstruktive Leistung bestand darin, die massiven Stahlelemente und die Verglasungsteile in perfekt versetzten Reihen zu arrangieren, was eine anspruchsvolle Statik erfordert. Dies wurde durch die Verwendung einer Stahlkonstruktion ermöglicht, die komplett im Raum verschwindet und eine abstrakte Geometrie schafft. Mit den verschiedenen Terrassen wird der Garten zur Erweiterung des Hauses. Aus dem Juryurteil: „Die Orientierung in die Natur – über die voll zu öffnenden Drehfenster, die Oberlichter und einen zentralen Innenhof – erzeugt eine neue, anregende Raumwirkung.“

a+ samueldelmas, Frankreich, www.aplus-samueldelmas.fr

3. Preis

Cannon Lane House, London | CLAUDIO SILVESTRIN ARCHITECTS, UK-London

Der luxuriöse Neubau mit Ziegelfassade strahlt von außen eine schlichte und zurückhaltende Eleganz aus. Im Londoner Stadtteil Hampstead gelegen, nimmt das Gebäude Bezug auf die umliegende Bebauung. Mauerwerk und Glas verschmelzen subtil mit dieser historischen Ecke von London, was auch die Jury beeindruckte: „Die Schnittstelle zwischen Neubau und Bestand zeigt die Qualität und das, was gute Architektur leisten kann.“ Doch der wahre Charakter des Hauses offenbart sich im hochwertig ausgestatteten Interieur. In warmen Erdtönen von Honig bis Bronze gestaltet, tragen die Innenräume die strenge Handschrift des berühmten Architekten Claudio Silvestrin. Das moderne minimalistische Innenraumkonzept beschränkt sich auf eine bewusste Auswahl an Farben und Materialien, die den Räumen eine kraftvolle und zugleich beruhigende Ästhetik verleihen: gelb-ockerfarbener Porphyr für Wände und Böden, oxidiertes Messing mit Bronze-Finish (an Griffen, Oberflächen und Geländern) und Eichenholz auf den Böden.

Claudio Silvestrin Architects, Großbritannien, www.claudiosilvestrin.com

Besondere Anerkennung

Pavillon-Uckermark, Gerswalde

Der Pavillon wurde auf einem großen Seegrundstück in Pinnow in der südöstlichen Uckermark in Brandenburg als Wochenend- und Ferienhaus errichtet. Mit seiner besonderen Form erinnert der kleine einstöckige Baukörper an die Romantik eines englischen Landschaftsgartens. In Maßstab und Position fügt sich das Gebäude in seine Umgebung ein. Halb Lust-, halb Wohnbau, bietet der sechseckige Pavillon Ausblicke in die Kirschbäume und zum See. Die Grundrissgeometrie ermöglicht die Anordnung der Nebenräume um den zentralen Wohnraum herum. Ähnlich einer Haube legt sich das Dach aus schillernden Metallschindeln darüber und spendet durch die großen Dachüberstände im Sommer Schatten auf der Veranda. Die Fensteröffnungen sind in Größe und Proportion so bemessen, dass sie die jeweiligen Ausblicke in die Natur rahmen und fokussieren.

Thomas Kröger Architekten, Deutschland, www.thomaskroeger.net

Besondere Anerkennung

Haus Rustico, Gargano

Am Steilhang, rund 300 Meter über dem Westufer des Gardasees, reichte die Grundfläche eines alten Bauernhauses, Rustico genannt, nicht aus, um das geforderte Raumprogramm für ein Wohnhaus mit Gästetrakt aufzunehmen. Die Nebenräume wurden unterirdisch im Hang angeordnet und treten als Volumen nicht in Erscheinung. Ein spektakulärer Infinity-Pool folgt den Höhenlinien. Rustico und Nebengebäude wurden mit traditionellem Bruchsteinmauerwerk, jedoch zweischalig mit Kerndämmung wieder aufgebaut und bewahren somit ihren explizit rauen, haptischen Charakter. Das Ensemble vermittelt eine warme, rustikale Atmosphäre. Landschaft und Bauwerk, Natur und Artefakt bilden eine Symbiose zum Wohlfühlen

Titus Bernhard Architekten, Deutschland, www.titusbernhardarchitekten.com

Besondere Anerkennung

Umbau in Isola, Maloja

Das Projekt widmete sich der Umwandlung einer Scheune in ein Wohngebäude und der Rekonstruktion eines landwirtschaftlichen Gebäudes, das ursprünglich für die Herstellung von Käse verwendet wurde. Um die Harmonie des Bauernhofkomplexes nicht zu stören, wurden die beiden kleinen Häuser durch einen von außen unsichtbaren versenkten Durchgang verbunden. Die Architekten behandelten beide Strukturen autonom, wobei die Unterscheidung hauptsächlich im Ambiente liegt, das der Innenraum und die Materialien erzeugen. Im ehemaligen Heuboden im Obergeschoss wurde ein Raum aus massiver Lärche integriert, der den lokalen Baustil aufgreift. Das Bauernhaus behält seine ursprüngliche Position und Struktur bei, nur die Steinmauer wurde durch eine neue Betonwand ersetzt. Der bearbeitete Putz entspricht dem rauen Äußeren der umliegenden Berghäuser.

Ruinelli Associati Architetti, Schweiz, www.ruinelli-associati.ch

Besondere Anerkennung

ELLI Wohnhaus und Atelier, Zürich | Holzer Kobler Architekturen, Zürich, zweikant architekturen, Köln

Als Prototyp für individuelle, innerstädtische Nachverdichtung entstanden auf einer gewerblich genutzten Hoffläche ein fünfgeschossiges Wohnhaus mit einer minimalen Grundfläche und ein doppeltes Untergeschoss mit großzügigem Atelier- und Veranstaltungsraum. Ziel des Projekts war es, den Hof eines bestehenden Büro- und Gewerbebaus möglichst optimal zu nutzen und durch kostengünstiges Bauen erschwingliche Mieten für die neu erstellten Flächen zu generieren. Der hohe, schlanke Neubau schmiegt sich unauffällig an den angrenzenden Wohnbau. Vorgefertigte Betonelemente bilden die Hülle des neuen Einfamilienhauses. Sie prägen dessen architektonischen Ausdruck innen wie außen. Im Innern setzen kontrastierende Rottöne Akzente.

Holzer Kobler Architekturen, Zürich, holzerkobler.com
zweikant architekturen, Köln, www.zweikant.com

Kategorie 2: Hotel

Kategorie „Hotel“

1. Preis

Wanderhotel Bühelwirt, Ahrntal | Pedevilla Architects, IT-Bruneck

Das traditionsreiche Wanderhotel befindet sich auf 1.200 Metern über dem Meeresspiegel. Um die bestehende Struktur in Bezug auf Ausblick und Sonneneinstrahlung nicht einzuschränken, wurde der Erweiterungsbau „taleinwärts“ Richtung Norden positioniert. Mit 20 Zimmern, Res­taurant und Wellnessbereich erstreckt sich der Neubau über sechs Geschosse. Durch ein tief gezogenes, asymmetrisches Satteldach und schräg vorspringende Erker erhält der Bau seine besondere Form. Der Grünschimmer der schwarzen Holzfassade nimmt die Farbgebung der Wälder auf, wodurch Natur und Topografie mit dem Gebäude zu verschmelzen scheinen. Im Mittelpunkt steht der Ausblick auf die Berge, die Räume sind auf das Wesentliche reduziert. Dabei flossen Elemente der lokalen Bautypologie in den Entwurf ein. Die Verwendung von Lärchenholz aus den umliegenden Wäldern vermittelt Geborgenheit. Den besonderen Materialmix mit starkem Regionalbezug sowie die schlichte, atmosphärische Gestaltung der Räume lobte auch die Jury ausdrücklich.

Pedevilla Architects, Italien, pedevilla.info

2. Preis

Lantern Hotel, Kuala Lumpur | ZLGDESIGN, MY-Kuala Lumpur

Für das Lantern Hotel wurde das bestehende, ursprünglich recht massive Gebäudevolumen auf sensible Art und Weise überformt, um einerseits Platz für so viele Gästezimmer wie möglich zu schaffen und andererseits ein modernes Hotel mit Wohlfühlfaktor zu gestalten – und das bei minimalem Budget. Im Inneren setzten zlgdesign einen Lichthof mit vielen Sichtbeziehungen um, der alle Etagen mit natürlichem Licht versorgt, wobei jedes der Zimmer auf ungewöhnliche Weise nach innen ausgerichtet ist. Die Gestaltung der Außenfassade ist bewusst zurückhaltend und verschmilzt mit ihrer Umgebung. Aus dem Juryurteil: „Nach außen wirkt insbesondere die neue Fassade aus Lehmziegeln, welche in einem luftigen Relief nicht nur für Schattenspiele sorgt, sondern auch die natürliche Belüftung unterstützt. Vor allem aber sorgt die vielschichtige Außenwahrnehmung aus lokalen Materialien wie Holz und Lehm für einen behutsamen Dialog zur direkten Umgebung und dem traditionellen Bestand.“

zlgdesign, Malaysia, zlgdesign.wordpress.com

3. Preis

Hotel Pino Nature, Trebević | Studio ZEC, BA-Sarajevo

Das Hotel Pino Nature liegt auf 1.070 Metern in der Bergwelt um Sarajevo. Es besteht aus zwei Baukörpern: einem horizontalen Würfel, in dem öffentliche Einrichtungen untergebracht sind, und einem vertikalen Volumen, dem Turm, der exklusiv die Gästezimmer beherbergt. Die Innenräume offerieren mit Lobby, Restaurant, Kaminzimmer und Spa verschiedene Rückzugsorte. Durch die verglasten Giebelfassaden in den Hotelzimmern, mit ihren trapezförmigen und dreieckigen Fenstern, bieten sich den Gästen weite Ausblicke in die Natur. Für die Formfindung der äußeren Erscheinung des Gebäudes ließen sich Studio ZEC von der lokalen Architektursprache inspirieren. Die steilen Dachspitzen erinnern an die Dächer von Bergdörfern sowie an die Silhouetten von Kiefern. Die Dachlandschaft aus aneinandergereihten Satteldächern fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und ruht auf einem horizontalen Sockel. Vor allem der Umgang mit der Entwurfsidee, die durch das äußere Erscheinungsbild und die Einbettung in die Landschaft ihren Ausdruck findet, überzeugte die Jury.

Studio ZEC, Bosnien-Herzegowina, www.studiozec.ba

Besondere Anerkennung

Hotel Pfösl, Deutschnofen | Bergmeisterwolf Architekten, IT-Brixen

Seit mehr als 500 Jahren liegt das Hotel Pfösl auf dem Hochplateau Deutschnofen im Südtiroler Eggental, umgeben von den Dolomiten. Die größte Herausforderung für die Architekten von bermeisterwolf lag in der Erweiterung des bestehenden Hotels sowie der Integration eines denkmalgeschützten Stadels, der als Ausgangspunkt für die Neugestaltung diente sowie als Vorbild für Farbe und Material. Zusätzlich wurden drei Chalets in Holzbauweise errichtet. Um eine harmonische Einheit entstehen zu lassen, stellten die Architekten fließende Verbindungen zwischen Neu und Alt, Innen und Außen her. Das Bauen in der Landschaft wurde so zum zentralen Thema und Teil der Architektur. Wie selbstverständlich fügt sich das neue Ensemble in das Bergpanorama ein und betont den modernen und zugleich traditionellen Stil.

bergmeisterwolf, Italien, www.bergmeisterwolf.it

Kategorie 3: Geschosswohnungsbau

Kategorie „Hotel“

1. Preis

Social Residence „Lorraine“, Paris | Périphériques architectes

Für den Standort eines bestehenden Gebäudes von 1979 planten Périphériques architectes einen neuen Komplex mit 173 Sozialwohnungen und einem Restau­rant. Nach vorangegangener Analyse schlugen die Planer vor, einen Teil des Bestands zu erhalten und mit einem Neubau zu ergänzen: Die Gebäudestruktur ließ sich mit der Entwicklung neuer funktionaler Wohnungstypen vereinbaren. Im Zuge der Sanierung wurde Asbest entfernt und der Gebäudeplan verdichtet. Ein gemeinsamer Innenhof sowie Treppenhaus und Aufzugsschächte von Gebäude A blieben bestehen. Der urbane Ansatz des Gebäudes sowie sein Verhältnis zur Straße wurden neu definiert. Um Platz für den Bau von acht Stockwerken zu schaffen, wurde Gebäude B abgerissen. Damit eine kontinuier­liche Front entsteht, sind die niedrigeren Neubauten zur Straße hin ausgerichtet. Die Fassadenverkleidung aus irisierendem emaillierten Terrakottaelementen reflektiert sowohl den Himmel, als auch die urbane Umgebung und überzeugte die Jury mit ihrem „lebendigen Fassadenspiel“.

Périphériques architectes, Paris, www.peripheriques-architectes.com

2. Preis

Västra Kajen Housing, Jönköping | Tham & Videgård Arkitekter, Schweden

Die beiden frei stehenden städtischen Wohnblöcke, die am Ufer des Munksjön- Sees liegen, sind Teil einer langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie und schaffen attraktive Wohnungen an einem der besten Standorte im Zentrum von Jönköping. Trotz der hohen Anzahl von insgesamt 173 funktionalen Apartments fügen sich die Wohngebäude in den bestehenden Stadtteil ein. Die kompakten Bauvolumen ermöglichen großzügige Wohneinheiten und gleichzeitig eine minimierte Gebäudehülle, die dem Niedrigenergiekonzept entspricht. Die Apartments sind um ein großes vertikales Atrium herum angeordnet. Die repräsentative Eingangshalle bietet einen wichtigen Innenraum für Besucher und Mieter. Wie eine zweite Schicht legen sich die Terrassen um das Gebäude und bieten allen Wohnungen großzügige Freiflächen. Als besonders überzeugend wertete die Jury die großzügig und fein gestalteten Erschließungsbereiche und die bestechend schlichte Fassadenhaut in ihrer Konzeption und materiellen Umsetzung.

Tham & Videgård Arkitekter, Schweden, www.tvark.se

3. Preis

Am Hirschgarten, München | Allmann Sattler Wappner Architekten, Deutschland

Die Wohnhochhäuser stellen ein urbanes Konzept für zukünftiges Zusammenleben vor. Als moderne Stadthaustypologie überlagern sie private und gemeinschaftliche Räume und prägen mit ihrer Fassadengestaltung das gesamte Quartier. Die Gebäude sollten ein Maximum an Aufenthalts- und Lebensqualität für die Nutzer bieten und gleichzeitig eine markante Adresse bilden. Insbesondere das für die Fassadengestaltung entwickelte Erkermotiv wirkt identitätsstiftend und lässt eine reliefartige Gebäudehülle mit bauplastischer Wirkung entstehen. Für die Bewohner erweitert sich der Ausblick in drei Himmelsrichtungen, ohne Einblick in die Nachbarwohnung. Der Entwurf der Wohnhochhäuser zeigt die architektonische Umsetzung des „Sharing-Konzepts“: Von allen zu nutzende Dachterrassen und eine gemeinschaftliche „Kitchen Lounge“ ergänzen die Privatwohnungen. Konsequenterweise befindet sich der öffentliche Raum nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der Gebäude.

Allmann Sattler Wappner Architekten, Deutschland, www.allmannsattlerwappner.de

Besondere Anerkennung

Lubango Centre, Angola | PROMONTORIO Architects Portugal

Mit dem Ende des angolanischen Bürgerkriegs setzte der städtische Wiederaufbau ein. In der ehemals portu­giesischen Kolonialstadt Lubango errichteten Promontorio Architects ein neunstöckiges Gebäude mit Wohnbereichen, Büros und Geschäften, die von einem gemeinsamen Zugang bedient werden. Im Erdgeschoss sorgt eine offene Galerie für einen schattigen Raum mit direktem Zugang zu den Ladenfronten, Wohn- und Büroräumen sowie zu einem kleinen Hinterhof-Café mit Terrasse. In Kombination mit der zugänglichen, hinterlüfteten Fassade tragen die tiefen Loggien zur natürlichen Klimatisierung bei und spenden Schatten. Durch ihre Materialität erinnert die Klinkerfassade an die Texturen und Farben afrikanischer Tonwaren. Das robuste und einfache Baukonzept gewährleistet Komfort, Beständigkeit und geringen Wartungsaufwand.

PROMONTORIO Architects, Portugal, www.promontorio.net

Besondere Anerkennung

Studio 18, Rajasthann | Allmann Sattler Wappner Architekten, Deutschland

Mit seinen niedrigen Wohngebäuden spiegelt das von Sanjay Puri Architects realisierte Studio 18 den organischen Charakter alter indischer Städte und Dörfer wider. Zimmer, Studio-Apartments und gemeinsame Einrichtungen gehen in Außenbereiche über, die individuelle Freiräume schaffen. Als Reaktion auf das in Rajasthan vorherrschende heiße Wüstenklima sorgen die nordorientierte Ausrichtung, tief eingeschnittene Fenster, offene Verkehrs- und geschützte Freiflächen für Energieeffizienz und erleichtern die natürliche Belüftung. Durch die Verwendung von traditionellen hellen Farben wie Orange und Gelb, für die die Region von Rajasthan bekannt ist, wird die organische Natur des Designs betont. Als kontextuelles und nachhaltiges Design ist das Wohnprojekt auf die Lage, das Klima und die Tradition der Region ausgerichtet.

Sanjay Puri Architects , Indien, www.sanjaypuriarchitects.com

Kategorie 4: Gastronomie

Kategorie „Gastronomie“

1. Preis

Catering Pavillon Wolke 7, Grafenegg | tnE Architects, AT-Wien

Für den Neubau des Cateringbereiches im Schlosspark Grafenegg wurde das Konzept des Pavillons aufgegriffen. Mit seinem schwebenden Dach, das sich wie ein Blatt zwischen die Bäume legt, fügt sich der Freiluftpavillon „Wolke 7“ sensibel in die historische Parklandschaft ein. Die 3-D geformte Ortbetonscheibe bildet einen eigenen atmosphärischen Raum und markiert die besondere Nutzung des öffentlichen Raums. Dabei suggeriert die geschwungene Dachkontur, welche die Architekten aus der Position des Baumbestands ableiteten, Zugänglichkeit von allen Seiten und bietet dennoch eine witterungsgeschützte Raumsituation für Freiluftgenüsse aller Art – im Sommer wie im Winter. Ein langer Betontresen vervollständigt das Ensemble, dessen Lichtkonzept die charakteristische Parkbeleuchtung mit Lichtringen an den Metallsäulen fortführt. Das Projekt überzeugte die Jury besonders durch die poetische und klare Konzeption des Bauwerks, die Reduktion von Konstruktion und Material sowie durch die Feinheit und Hochwertigkeit der Ausführung.

tnE Architects, Österreich, www.tne.space

2. Preis

Umbrüggler Alm, Innsbruck | Pedevilla Architects, IT-Bruneck

Inmitten von Fichten steht die Alm auf einer Waldlichtung im Karwendel oberhalb von Innsbruck. Mit sanften Veränderungen wurde das Gebäude in die Landschaft integriert. Das zeichenhafte Dach überspannt den organischen Grundriss mit wechselnden Neigungen, es wird mit der Zeit grau verwittern und sich in die Silhouetten der Fichten einordnen. Die Terrasse entwickelten die Architekten ganz selbstverständlich aus der Landschaft, sie hat keine Grenze zur großen Wiese. Entlang des Hauses erstreckt sich eine umlaufende Bank, die windgeschütztes Sitzen mit Blick ins Inntal ermöglicht. Zentraler Dreh- und Angelpunkt des Innenraumes ist die Bar mit Ausschank. Rund um diesen Anziehungspunkt ordnet sich die große Stube an, kommunikativ und flexibel möblierbar. Der Ausblick umfasst beinahe 180 Grad und wird vom auskragenden Dach beschattet und gerahmt. Aus dem Juryurteil: „Gelungene Verbindung mit der Natur, sowohl von außen als auch bei der Innenarchitektur. Die Form und die Abstraktionen, die von der Umgebung inspiriert sind, haben eine interessante Ausprägung.“

Ludescher + Lutz Architekten, Österreich, www.elmar-ludescher.at, www.philiplutz.at

3. Preis

Kochakademie Schörgau, Sarntal

Die Kochakademie ist Teil des Event- und Seminarbereichs des Genießerhotels Schörgau und versteht sich als Plattform, um einen Einblick in die Südtiroler Gourmetküche zu geben. Der fast fünf Meter lange massive Kochblock, ein Monolith aus graugrünem Sarner Porphyr mit einem Rohgewicht von 22.000 Kilo, bildet das zentrale Element. Nur die Arbeitsfläche wurde geglättet, an den Seiten ist der ursprüngliche Bruch sichtbar. Der Kochbereich gehört zu einem großen Saal, der Platz für etwa 100 Gäste bietet. Das Muster des Saals basiert auf dem Element des Kreises, der als stabilste geometrische Form Geborgenheit und Schutz vermittelt. Durch ihre sternförmige dreidimensionale Ausformulierung ergeben die Überschneidungen der Kreise die besondere Deckenstruktur. Demselben geometrischen Prinzip entspricht auch die Außenfassade. Auszug aus dem Juryurteil: „Das Spiel des Kreissegments als wiederkehrendes Ornament in Kombination mit den gezielt gesetzten Lichtpunkten macht die Poesie des Raumes aus.“

Pedevilla Architekten, Italien, pedevilla.info

Besondere Anerkennung

Enigma Space, ES-Barcelona | RCR Arquitestes, ES-Olot

Das von RCR Arquitectes gestaltete Enigma Restaurant entführt die Gäste auf eine einmalige kulinarische Reise in eine eigene Welt. Die ungewöhnliche räumliche Erfahrung soll die kulinarischen Genüsse der Küche der berühmten Adrià-Brüder noch intensivieren. Im Erdgeschoss eines Gebäudes in der Ensanche-Zone von Barcelona befindet sich das einzigartige Lokal, das mit seinen großen Fenstern den Blick auf die Straße freigibt. Für die Gestaltung der Innenräume schufen die Architekten gemeinsam mit dem Küchenchef eine imposante Innenwelt in Form einer riesigen Wolke. In einem Wechselspiel von Transparenzen, Spiegelungen und Illusionen unterstützen geschwungene Wände, Decken, Stühle und Tische das fließende Raumgefühl. Die exquisiten Speisen werden auf einer Tour durch die Räumlichkeiten verköstigt.

RCR Arquitectes, Spanien, www.rcrarquitectes.es

Besondere Anerkennung

„New OLIVO“ Restaurant, UK-London | Pierluigi Piu – Architetto, IT-Cagliari

25 Jahre nachdem der Architekt Pierluigi Piu das Restaurant entworfen hat, übernahm er auch die Renovierung. Die Intention des Besitzers war es, von seiner Heimat Sardinien zu erzählen. Im Design finden sich daher vielfältige ikonographische Bezüge zur Tradition der Insel. Breite Reliefs aus Naturstein schmücken die Wände des Restaurants und verweisen auf die unverwechselbare antike Webtechnik (pibiònes), die Teil der Inselkultur ist. Den Eingang zum Restaurant bildet eine große Ladenfront, die in ihrer Gestaltung Rücksicht auf die viktorianische Tradition Londons nimmt. Durch den Einsatz einer relativ ungewöhnlichen Farbe wurde ihr ein frischeres Aussehen verliehen. Um den engen Raum visuell zu öffnen und zu vergrößern, wurde die Wand, die zuvor den Eingangsbereich vom Essbereich zur Straße hin trennte, entfernt und durch eine raumhohe verglaste Trennwand ersetzt, die nun auch Einblicke von außen erlaubt. Das Farbkonzept mit warmen und dunklen Farben erzeugt ein diffuses Halbdunkel, das die hellen Wandreliefs besonders hervorhebt.

Architetto Pierluigi Piu, Italien, www.pierluigipiu.it

Besondere Anerkennung

Keimkasten, DE-Neuötting | studio lot, DE-Altötting

Auf dem Gelände der Firma Müllerbräu entstand anlässlich des 250-jährigen Firmenjubiläums ein einzigartiges Bierlokal. Wo sich bis in die 1980er die Mälzerei befand, bietet nun der „Keimkasten“ ein faszinierendes Ambiente. Industrielle Einbauten wie die sogenannten Keimkästen wurden belassen und durch drei raumbildende Holzmöbel ergänzt, die gleichzeitig als Bar, Sitzbereich und Ausstellungsfläche fungieren. Der urban wirkende Zugang zum Lokal erfolgt über eine rote Metalltür, die beinahe unscheinbar in der hohen Fassade des Brauereigebäudes sitzt und dem Gast suggeriert, er hätte einen Geheimtipp entdeckt. Die Wände sind mit Industriefliesen gekachelt, und die vorherrschenden Materialien Stahl, Beton und gekalktes Mauerwerk transportieren den industriellen Charakter der Räumlichkeiten.

studio lot, Deutschland, www.studiolot.de


Kategorie 5: Retail / Messe

Kategorie „Retail / Messe“

1. Preis

Sulwahsoo Flagship Store, Seoul | Neri&Hu Design and Research Office, CN-Shanghai

Für die Transformation eines bestehenden fünfstöckigen Gebäudes zu einem großen Flagship Store entwickelten Neri&Hu ein Konzept mit starken Verbindungen zu asiatischer Kultur und Tradition. Als zentrales Leitmotiv diente dabei die Laterne – sie führt durch die Dunkelheit und zeigt den Weg. Das Konzept entstand aus drei Schlüsselaspekten: Identität, Reise und Erinnerung. Neri&Hus haben einen Raum geschaffen, der alle Sinne anspricht, ein Erlebnis kreiert, das sich während der Reise durch das Geschäft weiter entfaltet und auch lange nach dem Verlassen des Gebäudes einen starken Eindruck hinterlässt. Dies führte zu dem Laternenkonzept, bei dem eine durchgängige Messingkonstruktion das gesamte Geschäft zusammenhält und die Kunden während der Erkundung des Raumes leitet. Die scheinbar endlose Struktur wird durch Spiegel reflektiert und verstärkt. Aus dem Juryurteil: „Wenn Geschichte und Bedeutungen zu einer wahren Geschichte werden, ist Architektur das, was sie sein sollte. Sie behandelt Licht und Räume in perfekter Balance.“

Neri&Hu Design and Research Office, China, www.neriandhu.com

2. Preis

Neubau Vollversorgermarkt, Oldenburg | neun grad architektur, DE-Oldenburg

Inmitten eines zum Großteil durch gesichtslose Bauten der 1930er und 1950er Jahre geprägten Umfelds zeigt sich der neue
Supermarkt identitätsstiftend und individuell auf den Standort abgestimmt. Die auffällige Grundrissform aus drei verbundenen Kreisbauten ist einerseits dem baulichen und landschaftlichen Kontext geschuldet, andererseits war es der Wunsch des Betreibers, neue Wege bei der Warenpräsentation zu gehen. Im Grundriss wurde daher auf ein orthogonales System verzichtet und die Wegeführung „organisch“ angelegt, sodass der Weg von einer in die nächste Abteilung einem Spaziergang ähnelt. Indem der Supermarkt sich zum belebten Mittelpunkt des Stadtteils entwickelt, übernimmt er eine wichtige soziale Funktion und ersetzt den klassischen Marktplatz. Hohe Aufenthalts- und Erlebnisqualitäten mit Freiräumen zur Begegnung zeichnen dieses Projekt aus. Die Jury lobte die gelungene Umsetzung von Bauherr und Architekt, einen zeitgemäßen und nachhaltigen Qualitätsanspruch von architektonischer Hülle und Warenangebot zu erreichen.

neun grad architektur, Deutschland, 9grad.net

3. Preis

„Life in Paradise“, IMM Cologne 2017 | raumkontor Innenarchitektur, DE-Düsseldorf

Die Konzeption des Messestandes entführt die Besucher in ein heiter irritierend surreales Szenario zwischen Urwald, Paradies und Urban Jungle, in dem absolut alles aus Tapete gefertigt ist: Boden und Wände, Blumen und Bäume, Ranken und Sträucher. Durch Lasern und Falten, durch Formen und Flechten entsteht aus dem Grundmaterial Tapete etwas unerwartet Neues, farbenfroh und voller taktiler Reize. Das Set-up fällt gezielt aus dem Kontext, erzeugt Neugier und dient als Gesprächsstoff: Über das Material Tapete mit seinen vielfältigen Farb- und Strukturmöglichkeiten, über die Möglichkeiten punktuellen Einsatzes in der zeitgenössischen Architektur, über die Chance zur Transformation des Traditionellen, das diesem Material anhaftet. Der Messeauftritt fordert einen Blick nach vorne, lädt zu einem freien Ideenspiel ein und eröffnet Möglichkeitsräume. Das Standkonzept changiert bewusst zwischen heiterem Spiel, Produktausstellung und künstlerischem Environment. Und gerade das birgt die Option auf neue Sichtweisen. Aus dem Juryurteil: „Die angenehme Leichtigkeit des Materials zeigt hier auf ganzer Linie seine atmosphärische Stärke. Innovativ und verblüffend in der Umsetzung konnte dieses Konzept die Jury überzeugen.“

raumkontor Innenarchitektur, Deutschland, raumkontor.com

Besondere Anerkennung

The Cloud – Audi at the Paris Motor Show 2016, FR-Paris | Schmidhuber Brand Experience GmbH, DE-München mit Mutabor Design GmbH, DE-Hamburg

Für den Messeauftritt von Audi übertrugen die Designer die Themen Digitalisierung und Vernetzung in den Raum und schufen so den ersten voll digitalen, interaktiven Ausstellungsraum. Der als mediales Grid konzipierte Stand fungiert als multimedialer Raum, den jeder Besucher mit seinem Smartphone aktivieren kann. Den architektonischen Rahmen bildet die sogenannte „Cloud“, eine Deckenkonstruktion aus 220 medial bespielbaren Partikeln. Die Partikel sind mit Medienflächen bestückte, modulare Würfelkonstruktionen. In der Addition dieser Würfel entstehen Dach- und Ausstellungsbereiche des Messestandes und bilden Partikel für Partikel die Mediatektur. Ein Partikel wiederum besteht aus fünf verschraubten Würfeln. Das Konzept ist als Baukastenprinzip angelegt, sodass es langfristig und nachhaltig für weitere Messeauftritte eingesetzt werden kann.

Schmidhuber Brand Experience GmbH, Deutschland, www.schmidhuber.de
Mutabor Design GmbH, Deutschland, www.mutabor.de

Besondere Anerkennung

Euroshop-Auftritt 2017 „from scratch“, DE Düsseldorf | D’art Design Gruppe GmbH, DE-Neuss

Unter dem Motto „from scratch“, englisch für „von null an“, macht der Messeauftritt der D’art Design Gruppe den kreativen Entwurfsprozess zu einem räumlichen Erlebnis. Dabei setzen die Designer auf ein gewagtes Material: Fast alle Außenwände sind mit Spiegelfolie bespannt, sodass der Messestand von außen fast unsichtbar wird. Erst beim Eintreten fällt der Blick auf den riesigen, mit grauem Filz überzogenen Tisch, der – zentral im Raum vor einer raumhohen Bibliothek positioniert – zur interaktiven Plattform wird. Es entsteht ein Raum, der die Kommunikation in den Fokus rückt und ganzheitlich den Inspirationsmoment versinnbildlicht: das permanente Reflektieren, die Dynamik und die Perspektivwechsel

D’art Design Gruppe GmbH, Deutschland, d-art-design.de

Besondere Anerkennung

VÉLO7 Cycle Shop, PL-Poznan | mode:lina™, PL-Poznan

Für VÉLO7, eine Gruppe von Fahrradenthusiasten, wurde ein multifunktionaler Raum entworfen, in dem ein Fahrradgeschäft mit Service, Reparatur und Raum für Fahrrad-tests Platz findet. Dafür griffen die Designer auf Fahrradinspirationen zurück. Die dreieckigen Formen und schrägen Flächen im gesamten Innenraum verweisen auf die Form des Fahrradrahmens. Seine charakteristische Geometrie wurde auch in speziell entworfene Fahrradständer übertragen, die zusätzlichen Platz für die Produktpräsentation schaffen. Außerdem setzten die Designer auf die visuelle Identifikation der Marke und ihres Logo. Vielfältige radsportbezogene Elemente zeigen die Leidenschaft der Besitzer. So spiegelt der Innenraum mit seiner dynamischen Form den Rhythmus von Radrennen wider.

mode:lina™, Polen, www.modelina-architekci.com


Kategorie 6: Büro / Verwaltung

Kategorie „Büro / Verwaltung“

1. Preis

Post am Rochus, Wien | Schenker Salvi Weber Architekten ZT GmbH, AT-Wien mit feld72 Architekten ZT GmbH, AT-Wien

Schenker Salvi Weber Architekten gestaltete gemeinsam mit feld72 die neue Unternehmenszentrale der österreichischen Post AG am Wiener Rochusmarkt. Der 2013 ausgeschriebene Wettbewerb umfasste die Sanierung bestehender denkmalgeschützter Gebäudeteile sowie den Neubau von Büro- und Geschäftsräumen. Insgesamt sollte der Standort gestärkt werden. Die Architekten schufen eine gerasterte Fassade, die durch ein subtiles Wechselspiel aus Repetition und Differenz ihren besonderen Reiz gewinnt und zu gleichen Teilen Kontinuität und Zeit­losigkeit vermittelt. Die Jury überzeugte „die unaufgeregte und doch höchst spannungsvolle Komposition des großen Volumens“, das durch sein „hohes Identifikationspotenzial“ zu einem „wertvollen Stadtbaustein“ werde. Positiv hervor hoben die Preisrichter zudem die „eigens von den Architekten entworfene zeitgemäße und maßgeschneiderte Innenausstattung, die hohe ökologische Gebäudequalität und nicht zuletzt die vorbildliche kultivierte Haltung des Auftraggebers.“

Schenker Salvi Weber Architekten, Österreich, www.schenkersalviweber.com
feld72 Architekten, Österreich, www.feld72.at

2. Preis

GS1 Portugal, Lissabon | Promontorio, PT-Lisboa

Das Hauptquartier der GS1 Portugal ist das Ergebnis des 2014 ausgelobten Wettbewerbs. Das Gebäude befindet sich auf dem Lissaboner Campus der IAPMEI (Agency for Competitiveness and Innovation) im Stadtteil Lumiar. Die Architekten nutzten die Betonstruktur eines bestehenden Bürogebäudes aus den 1980er Jahren. Aus dem Juryurteil: „Das Projekt besticht durch seinen Umgang mit der Bestandsstruktur. Nach dem Raum-im-Raum-Prinzip sind die Nutzungseinheiten im Innern angeordnet. Große Aussparungen in den Geschossdecken bieten Sichtverbindungen zwischen den Ebenen. Die Rohheit der Bestandsdecken in Beton steht in Kontrast zu den filigranen Glastrennwänden und Materialien der neuen Einbauten.“ Das Fassadensystem, das zwischen Betonplatten und raumhohen Glasscheiben abwechselt, ist ein besonderer Blickfang, der Ausblicke in die Umgebung ermöglicht. Die Betonplatten mit Relief basieren auf der gemeinsamen Forschung der Architekten mit dem Künstler Vhils für großformatige Betonfertigteile.

PROMONTORIO Architects, Portugal, www.promontorio.net

3. Preis

Doppelmayr Büro Hohe Brücke, AT-Wolfurt | AllesWirdGut ZT GmbH, AT-Wien

Die prägnante Silhouette der neuen Unternehmenszentrale markiert den Auftakt zum Gewerbegebiet Hohe Brücke in Wolfurt. Trotz unterschiedlicher Volumina und Höhen schafft der in Einzelbaukörper aufgelöste Gebäudekomplex ein überzeugendes Ganzes mit einer signifikanten Präsenz. Der Bau unterstreicht Eigenschaften wie Präzision, Innovation und technische Avanciertheit, für die das Vorarlberger Technologieunternehmen Doppelmayr steht, gleichzeitig rücken die Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Aus dem Juryurteil: „Von außen wirkt der Verwaltungsbau eher wie eine Verkettung von mehreren Einzelgebäuden, die wie die Gondeln einer Seilbahn alle miteinander verbunden sind. So verliert das Volumen an Massivität, es entstehen spannende räumliche Bezüge und die verschiedenen Bereiche erhalten auch nach außen eine ablesbare Adresse. Vor allem aber im Inneren des Gebäudes entsteht ein interessantes Wechselspiel aus Bürobereichen und gemeinschaftlich genutzten Zonen. Die Klarheit dieses Konzepts hat die Jury überzeugt.“

AllesWirdGut Architektur, Österreich, www.awg.at

Besondere Anerkennung

Spenner Forum, Firmenzentrale der Spenner GmbH, DE-Erwitte | Schilling Architekten, DE-Köln

Die Landschaft des ostwestfälischen Erwitte ist geprägt von Kalksteinbrüchen und Zementwerken, die den Rohstoff für die Bauindustrie verarbeiten. Am Rande eines Steinbruchs wurde das neue Verwaltungsgebäude des Zementwerks Spenner errichtet. Der Zugang erfolgt über einen Innenhof, der sich aus der ringförmigen Organisation des Gebäudes heraus entwickelt. In Form großer betonierter Bodenplatten und Kalksteinschotters wird hier das materielle Repertoire der Umgebung aufgegriffen. Sämtliche Betonbauteile sind im Inneren wie im Äußeren sichtbar ausgeführt. Die Flurwände sind nahezu durchgängig verglast, die Materialien der Böden, Eichenholz und Filz, sowie eine sorgfältig gestaltete Einrichtung mit interessanten farblichen und formalen Aspekten ergänzen die ganzheitlich gedachte Komposition.

Schilling Architekten, Deutschland, www.schilling-architekten.de

Besondere Anerkennung

Supreme Court of the Netherlands, NL-The Hague | KAAN Architecten, NL-Rotterdam

Im historischen Stadtzentrum von Den Haar befindet sich der Oberste Gerichtshof der Niederlande. Das Design, mit der subtilen Offenheit seiner Fassaden, thematisiert den Dialog mit der Straße, die als Hauptpromenade der Stadt bekannt ist. Der Haupteingang ist mit sechs Bronzestatuen und einer einfachen Glasfront versehen. Decken mit doppelter Raumhöhe erstrecken sich über die gesamte Länge des Gebäudes, Böden und Wände sind aus hellgrauem Kalkstein. Die oberen Stockwerke beherbergen Büros, eine Bibliothek, ein Restaurant sowie Versammlungsräume. Durch mehrere Oberlichter dringt Tageslicht in das Gebäude ein. Das Licht, die Sichtachsen im Raum und die offenen Perspektiven fördern Interaktion und regen zum Austausch von Ideen und Meinungen an.

KAAN Architecten, Niederlande, kaanarchitecten.com

Besondere Anerkennung

The Garage – Beijing B+ Automobile Service Center, CN-Beijing | Neri&Hu Design and Research Office, CN-Shanghai

Neri&Hus‘ Ansatz für die Renovierung und Innenausstattung eines Automobil-Servicezentrums in Peking fängt die Faszination und Magie ein, die einst mit Autos assoziiert wurde. Zusammen mit einem Café und Büros ist das gesamte Projekt als Werkstattraum konzipiert, aufgeladen mit dem Geist der industriellen Ära. Architektonisch blieb die ehemalige Raketenfabrik weitgehend intakt. Während die Brutalität der Materialpalette von Beton und Stahl direkt vom industriellen Ansatz inspiriert ist, sorgen zusätzlich luxuriös strukturierte Materialien wie Nussbaumholz und gebürstete Bronze für ein Ambiente, das Gastfreundschaft ausstrahlt. Das Projekt versucht, die üblichen Erwartungen an die Typologie zu durchbrechen, Wärme in den industriellen Kontext zu bringen und die verführerische Seite der allgegenwärtigen modernen Maschine darzustellen.

Neri&Hu Design and Research Office, China, www.neriandhu.com


Kategorie 7: Gesundheit / Pflege

Kategorie „Gesundheit + Pflege“

1. Preis

Wuzhen Medical Park, Wuzhen | gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner GbR, DE-Hamburg

Im malerischen Wuzhen, 100 Kilometer südwestlich von Shanghai, verwirklichten die Architekten von gmp eine Rehabilitationsklinik, die in ihrer äußeren Erscheinung an eine prächtige Hotelanlage erinnert. In der von zahlreichen Flüssen und Kanälen durchzogene Landschaft, gruppieren sich in einem idyllischen Park um einen zentral gelegenen See neun zwei- und dreigeschossige Hofhäuser. Die Klinik heißt Patienten und Gäste über ein repräsentatives Empfangsgebäude mit großzügigem Foyer willkommen. Raumhohe Verglasungen sorgen dort für eine natürliche, lichtdurchflutete Atmosphäre, die für die Patienten als eine offene und feinfühlige Willkommensgeste wirkt. Die Architekten spielen mit kraftvollen Kontrasten in Material, Licht und Farbe. So strukturieren dunkelgraue Flächen und horizontale Terrakottaelemente die Fassaden der Anlage. Auch im Inneren setzt sich das gestalterische Farbkonzept fort. Helle und dunkle Oberflächen wechseln sich ab und sorgen so für abwechslungsreiche Blickwinkel.

gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Deutschland, www.gmp-architekten.de

2. Preis

Fachklinik, Westerstede | GSP Gerlach Schneider Partner Architekten mbB, DE-Bremen

Für die Karl-Jasper-Klinik realisierten GSP Architekten einen Klinikneu­bau, der rund 45 Plätze anbietet. Auf dem Gelände der Ammerland-Klinik erstreckt sich der charakteristische, zweigeschossige Neubau, der sich von den umliegenden Bestandsgebäuden farblich absetzt. Prägend für den Baukörper ist die helle Farbe der Sandsteinfassade, da die Nachbarbauten mit roten Sichtmauerwerk errichtet wurden. Ebenfalls auffallend ist die organische Kubatur, die sich auch im Innern widerspiegelt und so einen fließenden Grundriss schafft. Rund angelegte Bereiche wie der Empfang oder Sitzgruppen schaffen spezielle Zonen auf den Geschossen. Im Hinblick auf eine lange Verweildauer der Patienten, wählten die Architekten ein helles und freundliches Farbkonzept, das eine behagliche Atmosphäre schafft. So dominieren weiße, braune und graue Töne nicht nur die öffentliche Bereiche, sondern auch die Patientenzimmer. Für einen wohltuenden warmen Kontrast sorgen Holzmöbel in den Räumen. Das wohnliche Ambiente unterstützt den Heilungsprozess.

GSP Gerlach Schneider Partner Architekten mbB, Deutschland, www.architekten-gsp.de

3. Preis

AOZ Augen-OP Zentrum, Heidelberg | 12:43 Architekten, DE-Stuttgart

Grundsanierung und Neugestaltung eines Augenärztlichen Operationszentrums, auf 1.400 Quadratmeter, verteilt auf neun Split-Level in einem fünfgeschossigen Eck­gebäude – das war die Herausforderung für 12:43. Architekten. Die Planer entwarfen eine Praxis mit Luxushotel-Charakter und kombinierten den industriellen Split-Level-Charme des Gebäudes mit raumbildenden warmen Eichenholzmöbeln, dunklen Stahl­elementen und Highlights aus Messing. Die in Schwarz und Grau gehaltenen Wand-, Decken- und Bodenflächen unterstreichen das elegante Erscheinungsbild. Die Architekten wollten bewusst einen klinisch-sterilen Praxis-Charakter vermeiden und schufen eine außergewöhnliche Atmosphäre. Die Patien­ten betreten in Heidelberg die Klinik durch eine loftartig gestaltete Lobby. Im Wartebereich flackert ein Kaminfeuer, Alkoven und Sitz­ecken erwarten den Patienten. Inte­grierte Arbeitsplätze, geräumige Untersuchungszimmer, gläserne OP-Einheiten und postoperative Ruhezonen runden das ungewöhnlich Raumkonzept ab.

12:43 Architekten, Deutschland, zwoelfdreiundvierzig.de

Besondere Anerkennung

Dental Office Tandens, Roeselare | B2Ai, BE-Brussels

Das Projekt besteht aus Bau und Dekoration einer Zahnarztpraxis mit fünf Sprechzimmern und darüberliegender Wohnung. Die Wohnfläche im Obergeschoss bildet den Eingang zur Praxis und setzt einen markanten Akzent entlang der öffentlichen Straße. Glattweißer Stuck wechselt sich ab mit hellen Fenstern und einer weiß lackierten Aluminiumverkleidung. Die Materialwahl im Inneren setzt die Architektur fort: Der gegossene Terrazzoboden und die weißen Massivholzmöbel werden mit Akzenten aus Lärchenholz kombiniert. Der Mix aus warmem Holz und den reinweißen Materialien schafft eine helle und freundliche Umgebung. Garten und Dachgärten bieten zusätzlichen Mehrwert und Ruhe für Patienten, Bewohner und Praktizierende. Das Gesamtkonzept der Architektur, des Interieurs und der Umgebung schafft eine heilende Umgebung, die ihren Ursprung in der Human Centered Architecture hat.

B2Ai Human Centered Architecture, Belgien, www.b2ai.com


Kategorie 8: Sport / Freizeit

Kategorie „Sport / Freizeit“

1. Preis

Arena du Pays d’Aix, Aix-en-Provence | Auer Weber Assoziierte GmbH, DE-München und Christophe Gulizzi, FR-Le Tholonet

Mit der neuen Sport- und Veranstaltungshalle „Arena du Pays d’Aix“ entwickelte das Büro von Auer Weber Architekten in Südfrankreich ein beeindruckendes Gebäude, das Kultur und Freizeit mitei­nander verbindet. An einem Autobahnknotenpunkt südwestlich von Aix-en-Provence gelegen, sorgt die Fassade der Arena für ein besonderes Highlight. Überdimensionale, weiß-metallische Ringe, die an Höhenschichten erinnern, reagieren auf die Bedingungen des Ortes. So sind sie in Richtung Vorplatz stärker übereinander versetzt, um so eine weite Auskragung zu schaffen, die den Besuchern beispielsweise als Wetterschutz dient. Zu den Abendstunden werden die entstehenden Untersichten zudem beleuchtet. Die Haupthalle wurde flexibel geplant und kann so auf die verschiedenen Nutzungen und Konfigurationen reagieren – ob Sportevents, Konzerte, Theaterstücke, Ausstellungen oder Messen. Auch im Inneren spielen die Architekten mit weißen und schwarzen Farbtönen und nehmen so Bezug auf das äußere Erscheinungsbild.

Auer Weber Architekten BDA, Deutschland, www.auer-weber.de
Christophe Gulizzi Architecte, Frankreich, www.gulizzi.com

2. Preis

Solehaus, Lingen | VICKERS ARCHITEKTEN BDA, DE-Lingen

Behutsam ist das neue Solehaus in die bestehende Schwimm- und Wellnesslandschaft in Lingen eingebettet. Sensibel nahmen die Architekten die vorhandenen Wegeführungen und gewachsenen Baumbestände in ihren Entwurf mit auf. Dabei entstand ein organisch geformtes Gebäude mit zwei eigenständigen Ruhebereichen, die durch einen Innenhof zwar getrennt, jedoch unter einem Dach zusammengefasst sind. Außenwege, die auch im Innenhof vorbeiführen und raumhohe Panoramaverglasungen bilden einen fließenden, kaum wahrnehmbaren Übergang von innen und außen. So schafft die Architektur dank vielfältiger Ein- und Ausblicke wechselnde Atmosphären und einen Ort zum Entspannen. Auch die Materialien wie der schwarz lasierte Beton und die vertikal angelegte Holzverkleidung unterstützen das zurückhaltende, an asiatische Baukunst erinnernde Gestaltungskonzept. Der Baukörper bindet sich harmonisch und bewusst in die umgebende Natur ein und setzt sich somit gleichzeitig in den Hintergrund.

Vickers Architekten BDA, Deutschland, vickersarchitekten.de

3. Preis

Hunting Lodge, Bratislava | Pantograph s. r. o., SK-Bratislava

Auf einer Lichtung in der Gebirgskette der Karpaten bei Bratislava entstand diese ungewöhnliche Jagdhütte. Die Architekten gliederten fünf sternförmig angeordnete Satteldachhäuser um einen zentralen In­nenhof. Der traditionellen Bauweise entsprechend sind die Fassaden der Gebäudevolumen mit robusten, dunklen, vertikalen Holzlatten verkleidet, wodurch das Ensemble in die umliegenden Wälder harmonisch integriert scheint. Für jede Hütte ist eine unterschiedliche Nutzung vorgesehen: der Veranstaltungssaal mit Kamin, eine Küche mit Bar, ein Apartment sowie der Fleischverarbeitungsraum für die Jäger. Die Architekten von pantograph beschränkten sich auf eine minimale Materialwahl. So sind im Inneren Wände, Decken und Böden aus hellem, naturbelassenem Holz. Für natürliches Licht sorgen zahlreiche großzügige Verglasungen, die als Schiebetüren oder weite Tore geöffnet werden können und den Innenraum nach außen erweitern. Die Jury faszinierte „die fast zeitlose und materialminimierte Architektursprache“.

pantograph s.r.o., Slowakei, pantograph.sk

Besondere Anerkennung

Bootshaus Ruderclub, Solothurn | phalt Architekten AG, CH-Zürich

Infolge des schlechten Bauzustands und der gestiegenen Anforderungen des Solothurner Ruderclubs wurden phalt architekten mit der Erneuerung des Bootshauses beauftragt. Dank des Absenkens des Bodens der Bootshalle und der Optimierung der Aufbauhöhen der Konstruktion konnte das Dachgeschoss nutzbar gemacht und die geforderten Räume innerhalb des bestehenden Volumens organisiert werden. Die partielle Öffnung der Längsfassaden gewährt Ein- und Ausblicke in die Bootshalle. Um die räumliche Wirkung der Innenräume zu stärken und der Anforderung nach einer unprätentiösen und robusten Materialisierung gerecht zu werden, wurde der Innenausbau mit einem Material – gelaugte und geseifte Dreischichtplatten aus Fichtenholz – ausgeführt.

phalt architekten ag, Schweiz, www.phalt.ch

Dinosaur Theme Park Entrance Building, DE-Kleinwelka | rimpf Architektur, DE-Hamburg
GAME StreetMekka, DK-Esbjerg | EFFEKT Architects, DK-Copenhagen

Besondere Anerkennung

Dinosaur Theme Park Entrance Building, DE-Kleinwelka | rimpf Architektur, DE-Hamburg

Der Prozess der Zellteilung ist als Anleihe an die Natur zugleich Projektidee und Vorbild für die filigrane Konstruktion und Gestalt des Empfangsgebäudes, das im Dialog mit der Natur steht. Bereits aus großer Entfernung sind die „Zellen“ durch ihre Höhe und ihr Volumen sichtbar. Die Struktur und Farbe der transluzenten Außenhaut aus ETFE-Folie steht für Natur und Leben. Durch die besondere Signifikanz und die identitätsstiftende Form wird das Gebäude zum unverwechselbaren Ort. Bei Dämmerung verwandeln sich die Zellmembranen in leuchtende Landmarken.

rimpf Architektur, Deutschland, rimpf.de

Besondere Anerkennung

GAME Streetmekka, Esbjerg | EFFEKT Architects, DK-Copenhagen

Im dänischen Esbjerg verwandelten die Architekten von EFFEKT ein verlassenes Lokomotivdepot in eine innovative Street-Sport und Kulturanlage. Das multifunktionale Kulturzentrum wurde mit der Vision geschaffen, Street Sport und Straßenkultur ganzjährig zugänglich zu machen – auch im skandinavischen Klima. Ziel war es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die sich in der Mainstream-Sportkultur nicht zu Hause fühlen „von der Straße zu holen“. Architektonisch ist das Projekt eine Neuinterpretation der bestehenden Struktur, die ursprünglich als typischer Ringlokschuppen mit Drehscheibe konzipiert wurde. Die Einrichtung stellt Indoor- und Outdoor-Sportplätze sowie Workshopbereiche und Besprechungsräume zur Verfügung und wurde so zu einer lebendigen kulturellen und sozialen Plattform für Sport, Kreativität und Gemeinschaft.

EFFEKT Architects, Dänemark, www.effekt.dk


Kategorie 9: Öffentliche Bauten

Kategorie „Öffentliche Bauten“

1. Preis

Visitor Center Park Vijversburg, Tytjerk | Studio Maks, NL-Rotterdam and junya.ishigami+associates and Jun Sato Structural Engineers, JP-Tokyo

Im Norden der Niederlande sind der beliebte Park Vijversburg mit seinem his­­­torischem Anwesen aus dem 18. Jahr­hundert als Nationaldenkmäler bekannt und ein beliebtes Ausflugsziel. Hier finden internationale Kunstausstellungen, Konzerte sowie Gottesdienste statt. Um der steigenden Gästezahl gerecht zu werden, wurde die Villa um ein Besucherzentrum behutsam erweitert. Der Ergänzungsbau, der als Pavillon fungiert, besteht aus dünnen Glasfassaden, um so den vorhandenen natürlichen Elementen wie dem Teich und den Baumgrenzen zu folgen. Auf diese Weise geht der Neubau sensibel auf die Landschaft ein, nimmt fließende Formen auf und vereint fast schon poetisch Architektur und Natur. Der Entwurf des Pavillons zielt darauf ab, das Erlebnis im Park zu intensivieren. Die klare Glasfassade unterstützt dieses Motiv und kommt durch ihre einzigartige Konstruktion ohne zusätzliche Strukturelemente wie Stützen und Wände aus. Zudem nutzt der Bau die Höhenunterschiede, um dieses „freie Erlebnis“ noch zu verstärken.

junya.ishigami+associates, Japan, www.jnyi.jp
Jun Sato Structural Engineers, Japan, www.junsato.k.u-tokyo.ac.jp
STUDIO MAKS, Niederlande, www.studiomaks.nl


2. Preis

Bischofsgrablege, Rottenburg am Neckar | Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, AT-Bregenz

Den Entwurf für die Bischofsgrablege und den archäologischen Ausstellungsbereich unterhalb der Sülchenkirche übernimmt die axialsymmetrische Grundstruktur des bestehenden Kirchenbaus aus dem 15. Jahrhundert. Im Zuge von Sanierungsarbeiten wurden Fundamente einer archäologisch bedeutsamen Vorgängerkirche aus dem 9. Jahrhundert entdeckt. Der durch Grabungen entstandene Freiraum wird durch einen monolithischen Körper besetzt, der das neue Kirchenfundament bildet. Die Gestaltung der Treppenanlage bereitet den Besucher auf den zentralen Raum der Andacht vor, dessen seitlichen Abschluss die Grablege bildet. Das außergewöhnliche Projekt besteht zum Großteil aus bis zu 1.500 Jahre alter Friedhofserde, welche vor Ort entnommen und in Stampflehmtechnik wieder eingebaut wurde. An frühzeitliche Felsengräber erinnernd, wurde eine Umgebung entwickelt, die ganz im Sinne der ewigen Ruhe steht. Die schlichte, minimalistische Ausführung des Raumes in seiner Umsetzung und Materialität überzeugte die Jury.

Cukrowicz Nachbaur , Architekten ZT GmbH, Österreich, www.cn-architekten.at

3. Preis

CaixaForum Sevilla Cultural Center | Guillermo Vazquez Consuegra Arquitecto, ES-Sevilla

In der andalusischen Metropole Sevilla erstreckt sich das neue, beeindruckende Kulturzentrum größtenteils unterirdisch. Inmitten eines Freiraumes, der von Baumreihen strukturiert wird, spannt sich eine asymmetrische, ausschwingende, perforierte Bauskulptur, die eleganter nicht sein könnte. Ihre silberfarbene Erscheinung wertet den Platz auf und sorgt für einen außergewöhnlichen Außenbereich, der zum Verweilen einlädt. Dabei entsteht nicht nur ein beschatteter Außenraum für Passanten, sondern hier erfolgt auch der Zugang nach unten ins Kulturzentrum, wo sich die Ausstellungsräume und das Auditorium befinden. Wichtig für die Architekten war die Einbindung der bereits vorhandenen städtebaulichen Struktur, die teilweise auch die Programmverteilung auf den Ebenen sowie die Konfiguration der verschiedenen Nutzungen bestimmte. Im Inneren dominieren Sichtbeton, Stahl­elemente und Glas. Für farbige Akzente sorgen Orange, Grün und Blautöne in den Räumlichkeiten und Fluren. Die Jury lobte die hohe Eleganz und Eigenständigkeit der Bauskulptur.

Guillermo Vázquez , Consuegra Arquitecto, Österreich, www.vazquezconsuegra.com


Besondere Anerkennung

Renovierung der Kathedrale, Szeged | MGM- Morales de Giles Arquitectos, ES-Sevilla

Das Projekt zielte darauf ab, den touristischen Aspekt der ikonischen Kathedrale von Szeged im Südosten Ungarns zu entwickeln, und Besuchern und Kirchgängern einen Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart der 1000 Jahre alten Diözese zu geben. Mit der Renovierung intervenierten die Architekten nicht nur ästhetisch, sondern transformierten die Schlüsselelemente des Komplexes, wie Krypta, liturgischer Raum, Westturm und Demetriusturm aus dem 12. Jahrhundert. Indem sie zuvor verlassene Räume nutzten und geschlossene Bereiche öffneten, überführten die Architekten die Kirche mit der Sanierung in die Gegenwart und interpretierten sie nach zeitgenössischen Standards neu. Das umfassende Projekt unterstreicht die Schönheit der Basilika und macht sie für alle zugänglich.

3h architecture , Ungarn, 3h.hu
Váncza Muvek Architecture Studio, Ungarn, www.vanczamuvek.hu

Besondere Anerkennung

Renovation of the Cathedral of Szeged, HU | 3H Architecture, HU-Budapest with Váncza Művek Architecture Studio, HU-Budapest

In der andalusischen Metropole Sevilla erstreckt sich das neue, beeindruckende Kulturzentrum größtenteils unterirdisch. Inmitten eines Freiraumes, der von Baumreihen strukturiert wird, spannt sich eine asymmetrische, ausschwingende, perforierte Bauskulptur, die eleganter nicht sein könnte. Ihre silberfarbene Erscheinung wertet den Platz auf und sorgt für einen außergewöhnlichen Außenbereich, der zum Verweilen einlädt. Dabei entsteht nicht nur ein beschatteter Außenraum für Passanten, sondern hier erfolgt auch der Zugang nach unten ins Kulturzentrum, wo sich die Ausstellungsräume und das Auditorium befinden. Wichtig für die Architekten war die Einbindung der bereits vorhandenen städtebaulichen Struktur, die teilweise auch die Programmverteilung auf den Ebenen sowie die Konfiguration der verschiedenen Nutzungen bestimmte. Im Inneren dominieren Sichtbeton, Stahl­elemente und Glas. Für farbige Akzente sorgen Orange, Grün und Blautöne in den Räumlichkeiten und Fluren. Die Jury lobte die hohe Eleganz und Eigenständigkeit der Bauskulptur.

Guillermo Vázquez , Consuegra Arquitecto, Österreich, www.vazquezconsuegra.com

Besondere Anerkennung

Suzhou Chapel | Neri&Hu Design and Research Office, CN-Shanghai

Dunkelgraue Bachksteinmauern umgeben die Kapelle in Suzhou im Osten Chinas. Das kubische Volumen besteht aus zwei Schichten: Die innere Schicht bildet eine einfache Box, die auf allen Seiten mit Fenstern unterbrochen ist. Die äußere Schicht erinnert mit ihrer gefalteten und perforierten Metallhaut an einen Schleier, der abwechselnd versteckt und offengelegt wird. Bei Nacht wird das Gebäude zum leuchtenden Blickfang. Im Inneren führt der Empfangsbereich in den 12 Meter hohen lichtdurchfluteten Hauptkapellenraum. Ein Raster aus leuchtenden Glühbirnen und zarten Bronzeteilen verleiht den ruhigen Klosterräumen einen Hauch von Opulenz.

Neri&Hu Design and Research Office , China, www.neriandhu.com

Besondere Anerkennung

Town Hall, Escatrón

Das neue Rathaus befindet sich im historischen Zentrum des Dorfes Escatrón im Nordosten Spaniens. Das Projekt war an zwei gegensätzliche Bedingungen gebunden: die Integration des neuen Gebäudes in das städtische Gefüge versus die Singularität, die ein repräsentativer Bau fordert. In diesem Fall wurde die kontextuelle Integration durch Restriktionen hinsichtlich Höhen und Ausrichtungen und die Verwendung traditioneller Materialien wie Stein und Holz festgelegt. Durch seine abstrakte Komposition wird die institutionelle Präsenz des Gebäudes unterstrichen sowie die Größe der Hohlräume. Im Innenraum verstärken vertikale Hohlräume und Sichtverbindungen die räumliche Wirkung.

Magén Arquitectos, Spanien, magenarquitectos.com


Kategorie 10: Bildung

Kategorie „Bildung“

1. Preis

Simone Veil Group of Schools, Colombes | 3H Architecture, HU-Budapest with Váncza Művek Architecture Studio, HU-Budapest

Im dicht besiedelten Stadtteil Colombes, nördlich von Paris, schufen die Architekten von Dominique Coulon & associés mit einem viergeschossigen Neubau einen spannenden und gleichzeitig fröhlichen Ort zum Spielen und Lernen. Eng in die be­­stehende Umgebung eingebettet, überspannt der Gebäudekomplex mit Krippe und Grundschule die Wartungswerkstätten für die neue Straßenbahn. Dabei wird die Dachfläche als Freifläche genutzt. Die Fassaden verkleideten die Architekten vertikal mit unbehandeltem Holz. Rücksprünge und Eingangssituationen setzen sie durch leuchtendes Pink und Orange in Szene. Auch im Innern prägen markante Akzente das Ambiente: In den Fluren bilden kräftige Nuancen an Wänden, Böden, Türen und Decken einen phantasievollen Kontrast zu den zurückhaltend gestalteten Klassenzimmern, die dank Holzmöbeln und Sichtbeton beruhigend auf die Kinder wirken. Die Jury lobte, dass das außergewöhnliche Gebäude „mit einfachen Mitteln fröhliche, kindgerechte Räume mit hohem Indentifikationswert“ schafft.

Dominique Coulon & associés, Frankreich, coulon-architecte.fr

2. Preis

New School of Architecture, Stockholm | Tham & Videgård Arkitekter, SE-Stockholm

Die neue Architekturfakultät der Königlichen Technischen Hochschule fügt sich in den bestehenden historischen Kontext ein. Um das neue Gebäude erfolgreich auf dem Gelände zu integrieren, bedienten sich die Architekten dem Prinzip des offenen Campus, was die Zirkulation innerhalb und außerhalb des Gebäudes fördert. Mit seinen abgerundeten Konturen und insgesamt sechs Stockwerken umfasst der Bau einen versunkenen Garten und eine Dachterrasse. Die dunkelrote Cortenstahlfassade nimmt Bezug auf die umliegenden Backsteinbauten aus dem frühen 20. Jahrhundert. Der Innenraum des Hochschulgebäudes ist robust und flexibel gestaltet: Geschwungene Wände unterstützen das fließende Raumgefühl und verstärken den offenen Eindruck. Ein großzügiger Haupteingang, der gleichzeitig als offener Hörsaal dient, schlängelt sich in Form einer breiten Passage durch das Gebäude. Auszug aus dem Juryurteil: „Der Neubau ist gekennzeichnet von einer hohen Experimentierfreude in Bezug auf Oberflächen und Materialien, und überrascht durch seine expressiven Kubaturen.“

Tham & Videgård Arkitekter, Schweden, www.tvark.se

3. Preis

Kindergarten Niederolang, Olang | Neri&Hu Design and Research Office, CN-Shanghai

Mit dem neuen Kindergarten in Südtirol gelang feld72 Architekten eine überzeugende Vermittlung zwischen Tradition und Moderne. Inspiriert von den Umgrenzungen, die das Bild der Ortschaft Nieder­olang prägen, legten die Architekten den Neubau so an, dass in Verbindung mit einer ergänzenden Mauer ein eingefasster, geschützter Außenbereich entsteht. Diese planerische Geste nimmt nicht nur Bezug zum Kontext, sondern beweist, dass die traditionelle Form der Umzäunung auch für Aufenthaltsqualität stehen kann. Als prägendes Material kam Holz zum Einsatz: vom Bodenbelag über die Wände und Deckenverkleidungen bis hin zu den Einbau­möbeln. Auch die Mauer zum Spielhof hin trägt eine Holzverkleidung, wodurch der Holzbau quasi in den Außenraum erweitert wurde. Raumhohe Verglasungen lassen viel Tageslicht ins Gebäude fallen. „Mit ihrem einfallsreichen Konzept haben feld72 einen Neubau geschaffen, der sich einordnet, ohne sich unterzuordnen. Klar auf den ersten Blick, vielschichtig auf den zweiten“, so das Urteil der Jury.

feld72 Architekten ZT GmbH, Österreich, www.feld72.at

Besondere Anerkennung

B202-205 Life Science & Bioengineering, Lyngby | Christensen & Co. Arkitekter / Rørbæk og Møller Arkitekter, DK-Copenhagen

Seit Eröffnung der Technischen Universität Dänemarks in den 1960er Jahren stellt das Gebäude das größte Neubauprojekt dar. Die Fassade aus gold eloxiertem und schwarz lackiertem Aluminium wird unterbrochen durch Vorsprünge und Nischen, die Ausblicke auf Balkone und Terrassen bieten. Im Inneren steht die Biosphäre im Fokus. Forscher des Instituts für aquatische Ressourcen (DTU Aqua), des Lebensmittelinstituts (DTU Food) und des Veterinärinstituts (DTU Vet) können sich in einem atmosphärischen Atrium treffen. Durch große Oberlichter dringt Tageslicht in die Innenräume. Mit Eichenholz verkleidete Boxen, die als Besprechungsräume dienen, scheinen fast in der Luft zu schweben und erinnern an gigantische Bausteine. Die Eichenlamellen setzen die goldenen Farbtöne der Fassade im Innenraum fort und reflektieren den Fokus auf Biologie und Natur.

Christensen & Co. Architects, Dänemark, christensenco.dk
Rørbæk & Møller Architects, Dänemark, r-m.dk

Besondere Anerkennung

Sammlungs- und Forschungszentrum der Tiroler Landesmuseen, AT-Hall | Franz und Sue ZT GmbH, AT-Wien

Die Sammlungsbestände der Tiroler Landesmuseen waren zuvor an verschiedenen Standorten untergebracht. Mit dem neuen Sammlungs- und Forschungszentrum erhält das Land ein kompaktes Gebäude, das Depots, Werkstätten, Arbeitsräume und Forschungslabors an einem Ort bündelt. Der schwarze, solitäre Baukörper gleicht einem Tresor, der sich wie ein flacher Monolith in die Landschaft einfügt. In die Hanglage eingeschnitten, ragt nur ein Drittel des Gebäudes aus dem Erdreich hervor. Die Arbeits- und Atelierräume im Inneren gruppieren sich rund um ein introvertiertes begrüntes Atrium.

Franz und Sue ZT GmbH, Österreich, www.franzundsue.at

Besondere Anerkennung

U-mkt, Taipei, behet bondzio lin architekten GmbH & Co. KG, DE-Munster

Der U-Market wurde 1935 während der japanischen Ära gebaut und 2006 zum historischen Ort der Stadt Taipeh erklärt. Hinsichtlich der Veränderung der Marktfunktion und der Absicht, eine großräumige Struktur zu schaffen, installierten die Architekten zwei semitransparente Wände, die an die alten Markstände und die ursprüngliche architektonische Geschichte des Ortes erinnern. Gleichzeitig unterstreichen sie den U-förmigen Umriss des Raums. Der neu geformte innere Korridor schafft einen Dialog zwischen Altem und Neuem. Die lichtdurchlässigen Wände aus Sperrholz und Polykarbonatplatten teilen den Raum nicht nur in multifunktionale Bereiche auf, sie enthalten auch die Leitungen, Rohre, Beleuchtungsgegenstände und Innentreppen sowie Lager- und Arbeitsräume.

behet bondzio lin architekten GmbH & Co. KG, Deutschland, www.2bxl.com


Kategorie 11: Industrie

Kategorie „Industrie“

1. Preis

Weingut Högl, Wachau | Ludescher+Lutz Architekten, AT-Bregenz

In der niederösterreichischen Marktgemeinde Spitz und damit in der Kultur­landschaft Wachau, erweiterten die Bre­genzer Architekten Elmar Ludescher und Philip Lutz ein Weingut sensibel um einen Neubau. Mit dick verputzten Wänden, weiß gekalkten Holzlamellen vor den Glasflächen sowie einem mit Eternit eingedeckten Dach greifen die Architekten die traditionelle Bauweise der Region auf. In Verbindung mit dem Bestand bildet das neue Gebäude einen von der Landstraße abgeschirmten Innenhof, der zum Verweilen einlädt. Bereits in der Kubatur verweist der neue Baukörper auf seine zwei Funktionen: Die Weinproduktion findet im großen Satteldachhaus statt, das sich entlang der Straße erstreckt. Die für die Weinverkostung vorgesehenen Räume öffnen sich mit der Schauseite zum Vorplatz. Auch im Inneren orientierten sich die Architekten an der regional gewachsenen Materialsprache – indem hier etwa edles Eichenholz zur Geltung kommt. Insgesamt attestierte die Jury dem neuen Weingut eine „modern interpretierte Rustikalität.“

Ludescher+Lutz Architekten, Österreich, www.elmar-ludescher.at, www.philiplutz.at

2. Preis

Straßenreinigungsdepot, Augsburg | KNERER UND LANG Architekten GmbH, DE-München

Knerer und Lang Architekten realisierten in Augsburg die Zusammenlegung von Wert­stoffhof und Straßenreinigungs-depot mit einem pragmatischen Konzept: Alle Nutzungen fassten sie unter einem Dach zusammen, das die Funktionsanforderungen in der jeweils benötigten Höhe nachbildet. Der plastisch wirkende Baukörper vereint über 5.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in einem plastisch wirkenden Baukörper. Mit der Fassadengestaltung vermitteln die Planer zwischen hartem Wirtschaftshof und landschaftsbildender Außenhaut. Nach außen präsentiert sich das U-förmige Gebäude bescheiden und zurückhaltend mit einer schlichten Fassade aus stehenden Lärchenholzleisten. Im geräumigen, einladenden Innenhof bestimmen die im kräftigen Farbton „Olympiablau“ gehaltenen Trapezbleche das Bild. Die Jury lobt besonders die „Hervorhebung und Konzentration auf den Innenbereich“ sowie die Farbwahl, die einen gelungenen Kontrast zu den gewählten Materialien Holz, Beton und Asphalt darstellt.

Knerer und Lang Architekten, Deutschland, www.knererlang.de

3. Preis

Atelier + Wohnen + Produktion, Pfalzen | Stifter + Bachmann, IT-Pfalzen

Im Rahmen der Revitalisierung eines Südtiroler Hand­werksbetriebs entscheiden sich die Architekten Stifter + Bachmann dazu, das Bestandsgebäude aus den 1980er-Jahren zu erhalten und in das neue Konzept mit einzubeziehen. Erd- und Obergeschoss des bestehenden Büro- und Wohngebäudes wurden, unter Beibehaltung der Fassadenöffnungen und des Treppenhauses, bis auf die unbedingt notwendige Tragstruktur rückgebaut und um zwei volle Geschosse aufgestockt. Die unteren beiden Ebenen dienen als Atelier, die Ebenen 2 und 3 der Wohnnutzung. Die alte Werkstatthalle wird mit wenig Aufwand umgebaut und wieder der ursprünglichen Nutzung zugeführt. Bestehende Gebäudeteile und neue Volumina erhalten über alle vier Geschosse eine der Fassade vorgelagerte Hülle aus transparenten und gewellten Plexiglasplatten. Die Jury entdeckte „eine differenzierte Antwort auf den Umgang mit dem Bestand der 1980er-Jahre” und lobten die „vielschichtige und gelungene Komposition von Produktion, Atelier und Wohnbereich.“

Stifter + Bachmann, Italien, www.stifter-bachmann.com

Besondere Anerkennung

Würth Niederlassung, Künzelsau | Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, DE-München

Die neue Niederlassung und Akademie der Adolf Würth GmbH & Co. KG planten die Architekten als Gebäude, das im Äußeren bereits auf das Innere verweist: Ein transparenter Polycarbonat-Vorhang lässt die Unterkonstruktion, Schrauben und Bauteile durchscheinen. Die Befestigungen sind nachvollziehbar, die Technik ist im gesamten Komplex exponiert – in Anlehnung an Würth als Weltmarktführer im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial. Es sind Räume entstanden, die kommunikative und soziale Interaktion ebenso wie individuelle Aneignung ermöglichen. Das Firmengebäude erreicht seine Eigenständigkeit durch größtmögliche Abstraktion des Volumens und Vereinfachung. Das auskragende Vordach lässt den darunterliegenden Bereich als Raumausschnitt aus dem gebauten Kubus erscheinen.

Allmann Sattler Wappner Architekten, Deutschland, www.allmannsattlerwappner.de

3. Preis

Waldparkhaus, DE-Mühlheim an der Ruhr | Koschany + Zimmer Architekten KZA, DE-Essen

Auf einer Fläche von circa 7.000 Quadrat­metern entwickelten Koschany + Zimmer Architekten 2016 ein Parkhaus mit vier Parkebenen und 954 Stellplätzen. Das Thema „grüne Wiese” zieht sich als roter Faden durch den Ent­wurf, sowohl in der Fassaden- als auch in der Dachgestaltung. Die 140 Meter lange Fassade besteht aus fast 600 grün eloxierten Paneelen, die mit farbgleichen Blindnieten auf feuerverzinkten Stahlprofilen befestigt sind. Ausgestanzte Löcher verstärken in der Fernsicht das Wald­motiv. Mit den wechselnden Tageslichtsituationen ändert sich auch die Wahrnehmung des Grüntons. Je nach Lichteinfall werden die vor die Fassade gepflanzten Bäume eins mit dem Bild – es scheint, als parke man sein Auto mitten im Wald.

Koschany + Zimmer Architekten KZA , Deutschland, www.kza.de


Sonderkategorie 12: Wohnmodelle der Zukunft

Sonderkategorie „Wohnmodelle der Zukunft“

Besondere Anerkennung

Ausbauhaus, Berlin | Praeger Richter Architekten GmbH, DE-Berlin

Im Auftrag einer Baugruppe entwickelte Praeger Richter Architekten im Berliner Stadtteil Lichtenberg ein Mehrfamilienhaus mit 37 Wohnungen und zwei Gewerbe­einheiten. Der Name Ausbauhaus resultiert aus der flexiblen Grundstruktur, die für Veränderungen und eine aktive Inbesitznahme offen bleibt. Durch den hohen Anteil an Vorfertigung sind stützenfreie Grundrisse über 10 Meter möglich. Die Einheiten können im Standard „Wohnung“ oder „Loft“ oder zum vollen Selbstausbau übernommen werden. Dabei entsprechen die Preise denen des sozialen Wohnungsbaus (ab 1.250 Euro/qm, abhängig vom Ausbaustandard)

Praeger Richter Architekten GmbH, Deutschland, www.praegerrichter.de

Besondere Anerkennung

Heinrich 73/36 | roedig . schop architekten, DE-Berlin

Im Auftrag einer Baugruppe entwickelte Praeger Richter Architekten im Berliner Stadtteil Lichtenberg ein Mehrfamilienhaus mit 37 Wohnungen und zwei Gewerbe­einheiten. Der Name Ausbauhaus resultiert aus der flexiblen Grundstruktur, die für Veränderungen und eine aktive Inbesitznahme offen bleibt. Durch den hohen Anteil an Vorfertigung sind stützenfreie Grundrisse über 10 Meter möglich. Die Einheiten können im Standard „Wohnung“ oder „Loft“ oder zum vollen Selbstausbau übernommen werden. Dabei entsprechen die Preise denen des sozialen Wohnungsbaus (ab 1.250 Euro/qm, abhängig vom Ausbaustandard)

Praeger Richter Architekten GmbH, Deutschland, www.praegerrichter.de

Besondere Anerkennung

Home Made, AT-Wien | Caramel architekten zt-gmbh, AT-Wien

Für ein Flüchtlingsnotquartier, das in einer Büroimmobilie aus den 1970er Jahren in­stalliert wurde, entwickelten Caramel archi­tekten ein System aus tex­tilen Elementen, die innerhalb weniger Wochen in Zusammenarbeit mit den BewohnerInnen aufgebaut werden konnten. Die Basis-Sets, die je aus einem Sonnenschirm, Stoffplanen und Kabelbindern bestehen, schufen Privatsphäre und erhöhte Aufenthaltsqualität in den nüchternen, ehemaligen Großraumbüros. Da der Nutzungshorizont ursprünglich auf nur vier Monate befristet war, sollten alle Elemente kurzfristig ab­gebaut und einfach an einem anderen Standort wieder aufgebaut werden können. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelang es dem Team, mit einfachen Mit­teln und ausgeklügelten Details Qualitäten einzubringen, die den Menschen ein Minimum an individueller Häuslichkeit und Rückzugsmöglichkeit bieten.

Caramel architekten, Österreich, caramel.at

Besondere Anerkennung

sfu – Sonderunterkunft für Flüchtlinge, München | jan schabert @ günther & schabert architekten stadtplaner, DE-München

Im Auftrag einer Baugruppe entwickelte Praeger Richter Architekten im Berliner Stadtteil Lichtenberg ein Mehrfamilienhaus mit 37 Wohnungen und zwei Gewerbe­einheiten. Der Name Ausbauhaus resultiert aus der flexiblen Grundstruktur, die für Veränderungen und eine aktive Inbesitznahme offen bleibt. Durch den hohen Anteil an Vorfertigung sind stützenfreie Grundrisse über 10 Meter möglich. Die Einheiten können im Standard „Wohnung“ oder „Loft“ oder zum vollen Selbstausbau übernommen werden. Dabei entsprechen die Preise denen des sozialen Wohnungsbaus (ab 1.250 Euro/qm, abhängig vom Ausbaustandard)

jan schabert @ günther & schabert architekten stadtplaner , Deutschland, architekturusw.de

Besondere Anerkennung

Shared Living, Berlin | SEHW Architektur GmbH, Deutschland, UNDPLUS, Deutschland

Als deutscher Hotspot für Start-ups ist Berlin Vorreiter für Shared-Living-Modelle. Die Zimmer im Neubau, den SEHW für eine Baulücke in Berlin-Moa­bit geplant haben, können online gebucht werden. Upgrades und zusätzliche Services stehen zusätzlich zur Wahl. Die 45 mit Möbeln und WiFi ausgestatteten Wohneinheiten lassen sich individuell per App verriegeln. Besonders ist auch die Architektur: Der Neubau wurde aus vorgefertigten Holz-Massiv-Elementen in nur viereinhalb Monaten gefertigt. Auch die Tragwerkskonstruktion ist komplett aus Holz. Das kompakte fünfstöckige Gebäude orientiert sich in Bautiefe und Kubatur an den angrenzenden Nachbargebäuden, hebt sich aber durch seine Fassadengestaltung aus verschiedenen Putzfarben und Strukturen, bodentiefen Fenstern und die jeweils zwei Wohneinheiten verbindenden Balkonen von den Bestandsbauten ab.

SEHW Architektur GmbH, Deutschland, www.sehw.de
UNDPLUS, Deutschland, www.undplus.com

Besondere Anerkennung

Urby Housing Brand, USA | concrete amsterdam, Niederlande

Mit ihrem einzigartigen Wohnkonzept Urby reagieren die Amsterdamer Architekten von concrete auf die veränderten Bedürfnisse des modernen Stadtbewohners. Heutzutage dreht sich das Leben immer mehr um Erlebnisse als um Besitz, der Wohnbau muss mit diesen neuen Anforderungen Schritt halten. Urby geht auf die neuen Bedürfnisse ein und steht für günstige Mietwohnungen mit einem starken Fokus auf Erlebnis und Gemeinschaft. Die kompakten Apartments sind in drei Größen verfügbar. Mit viel integriertem Stauraum, Beleuchtung, voll ausgestatteter Küche und Bad sowie vorinstalliertem WLAN setzen die Urby Apartments neue Standards für schlüsselfertige Mietwohnungen. Um natürliche Interaktionen zwischen den Nachbarn zu fördern, wird jedes Urby Gebäude durch ein hausförmiges, öffentlich zugängliches Eingangscafé betreten.

concrete amsterdam, Niederlande, www.concreteamsterdam.nl


Sonderkategorie 13: Newcomer

Sonderkategorie „Newcomer“

Special Mention

Bergkapelle, Schnepfau | Innauer-Matt Architekten, AT-Bezau

Am steil abfallenden Nordhang des Kanisfluh, dem bekanntesten Berg und Wahrzeichen des Bregenzerwalds, nutzt eine Genossenschaft aus Bauern die Hütten und Ställe des Vorsäss Wirmboden den Sommer über zur Beweidung des Viehs. 32 Jahre lang stand hier eine kleine Kapelle, bis im Jahr 2012 eine Lawine diese samt mehrerer Alpenhütten zerstörte. In enger Abstimmung mit den Genossenschaftsmitgliedern entstand nach dreijähriger gemeinsamer Planungs- und Bauzeit eine kleine Bergkapelle, die traditionell aus gesammelten Steinen und Stampfbeton aufgemauert wurde. Grob gespaltene Schindeln bedecken den steil aufragenden Dachstuhl, ein schmaler, hölzerner Zugang führt ins Innere. Hier sorgen bläulich schimmernde Altarfenster für eine dem Alltäglichen entrückte Anmutung.

Innauer-Matt Architekten, Österreich, www.innauer-matt.com

LOT, LU-Lorentzweiler | gap-architectes, LU-Machtum

Das junge Architekturbüro gap-architectes plante für das bestehende Vereinsheim des Luxemburger Tennisclubs Lorentz­weiler einen barrierefreien Neubau mit Umkleiden und Sanitäreinrichtungen. Das asymmetrische Satteldach und die zwei Hauptfassaden werden von einer Schalung aus Lärchenholz eingekleidet, die sich vor den Eingangstüren zu einem Laubengang entwickelt. Das umlaufende Podest verleiht dem Gebäude einen schwebenden Charakter. Der nachhaltige Ansatz ging hier weiter als die Verwendung von Holz und die Installation einer Solaranlage auf dem Dach: Die Architekten entschieden sich dafür, den nachwachsenden Rohstoff Miscanthus zu verwenden. Das auch als Chinaschilf oder Elefantengras bekannte Material hat sich als hochdämmender, schadstofffreier und ökologisch verträglicher Baustoff herausgestellt, der unempfindlich auf Umwelteinflüsse wie Nässe oder Schimmel reagiert.

gap-architectes , Luxemburg, www.gap-architectes.lu

Special Mention

Warte Haus, DE-Landshut | Max Otto Zitzelsberger, DE-München

Max Otto Zitzelsbergers Haltestelle für den Landshuter Bismarckplatz ist auch als Hommage an die metallischen Objekte des 19. Jahrhunderts zu verstehen. Für den jungen Münchner Architekten hat diese Epoche eine besonders „hochwertige Möblierung der Stadt“ hervorgebracht. Konsequenterweise wurde das Warte Haus mit dem frei danebenstehenden Uhrenturm aus Metall konstruiert. Die Bauteile sind miteinander verschraubt. Die Details der gewählten Konstruktion erinnern an die klassischen „Bunde“ im Schmiedehandwerk oder an die Nieten an den Brücken. Dabei darf aber die Haltestelle nicht als sentimentale oder rückwärtsgewandte Geste verstanden werden. Vielmehr ist es Zitzelsbergers Ziel, hochindustrialisierte Methoden und solche des klassischen Handwerks zu einer Einheit zu verbinden – um so der mittelalterlichen Stadt Landshut ein Stück urbane Noblesse zu verleihen.

Max Otto Zitzelsberger, Deutschland, www.claudiaundmax.de