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Wohnatelierhaus „Altes Weinlager“, lilitt bollinger studio, Finalist AIT-Award 2020

Blog AIT-Award
Wohnatelierhaus „altes Weinlager“, CH-Nuglar
lilitt bollinger studio, CH-Nuglar
Finalist in der Kategorie: Wohnen Multi-Family

Das alte Weinlager der Schnapsbrennerei Urs Saladin AG von 1956 war früher ein reines Lagerhaus. Mit seinem markanten Volumen ist es ein Teil der städtebaulichen und kulturellen Geschichte der Gemeinde Nuglar. Durch eine Umzonung in W2 war das bestehende Gebäudevolumen aufgrund der neuen Ausnützungsziffer zu groß, sodass das Gebäude zum Abriss freigegeben wurde. Mittels einer Arealüberbauung konnten jedoch die Behörden überzeugt und eine Ausnahmebewilligung errungen werden, um daraus ein Wohnhaus für sechs Parteien zu bauen. Die Architektin Lilitt Bollinger hielt die gewachsene Struktur bei, sodass man mit einem neuen, leicht reduzierten Gebäudevolumen den identischen städtebaulichen Kontext einhält. Deshalb wurden nur die Obergeschosse des Weinlagers abgebrochen und das bestehende hallenartige Sockelgeschoss als Kellergeschoss erhalten. Die alten Außenwände formen als Brüstung die Plattform, auf der das neue Gebäude errichtet wird. Der neue Aufbau orientiert sich an der Idee des alten Gebäudes mit einem massigen Volumen unter einem großen auskragenden Dach. Darunter entsteht durch die Verkleinerung ein riesiger gedeckter Außenraum.
Das neue Gebäude wurde auf der bestehenden Struktur des Kellergeschosses als Holzbau erstellt. Sieben neun Meter hohe Wände wurden über die Fassade und die Decke miteinander verbunden und bilden so sechs Wohneinheiten aus, die sich mit raumhohen Verglasungen Richtung Ost und West orientieren. Mit seinem einfachen, günstigen Grundausbau kann das Wohnateliergebäude von den Bewohnern individuell weiter ausgebaut werden kann. Eine Einheit ist zuerst ein einziger Raum im Erdgeschoss mit einer Raumhöhe von 8.60 Metern und einer Grundstruktur mit Küche, Bad und Treppe. Ein einfaches System erlaubt, Böden für zwei weitere Geschosse einzubauen. Die Bewohner besitzen und gestalten gemeinsam die Außenflächen und den riesigen alten Keller. Die 7. Einheit auf der Südseite ist ein gedeckter gemeinsamer Außensitzplatz mit einer Außenküche.

Aus dem Juryurteil: „Wir müssen uns dem Gebäude nähern, es auf verschiedenen Ebenen erschließen und ihm die Geheimnisse entlocken. Die bestehende Konstruktion und das markante, weit ausladende Dach wurden beibehalten, die oberirdischen Funktionsbereiche entfernt und durch sechs Wohnungen mit einem reduzierten Raumvolumen ersetzt. Die Konstruktion richtet sich nach der Statik des Kellers, wodurch es auch möglich wurde, die Ost- und Westfassaden großzügig zu öffnen und zu verglasen. Die in Holzbauweise eingestellten Wohnungen bilden in ihrer Ausformulierung einen subtilen Gegenpart zur rhetorisch anmutenden Restfassade, wodurch das Gebäude in die Lage versetzt wird, Geschichte zu erzählen. Den Rest müssen jetzt die Bewohner beitragen! Raffiniert!“

 

Bauherr: Hürzeler Holzbau AG
Ort: CH-Nuglar
Architekten: lilitt bollinger studio, CH-Nuglar
www.lilittbollinger.ch
Fertigstellung: 2019
Fotos: lilitt bollinger studio

 

Mehr Informationen über den Wettbewerb: www.ait-award.com

 

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