GROHE Digital Talks, Upcoming Architects facing new Conditions

Upcoming Architects facing new Conditions – Interview mit Andreas Krawczyk von NKBAK Architekten

Upcoming Architects nehmen Stellung, wie sie den Herausforderungen des globalen Wandels begegnen und wie sie ihre Position als Ideengeber, Neuschöpfer und Qualitätssetzer behaupten. Lesen Sie dazu hier das Gespräch mit Andreas Krawczyk von NKBAK Architekten

„Wenn man auf die globalgesellschaftliche Situation schaut, wird deutlich, dass wir unglaublich aufpassen müssen, wie wir mit unseren Baustoffen umgehen. Fragen zur Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Wiederverwertbarkeit und Entsorgung drängen sich auf. Auf der anderen Seite offenbart der gesellschaftliche Wandel weitere Fragestellungen: Welche Gebäude brauchen wir in Zukunft überhaupt noch und wie flexibel müssen diese sein? Im täglichen Job hat sich dagegen nicht viel verändert. Es geht noch immer darum, passende Raumstrukturen herzustellen.“ Andreas Krawczyk

GROHE: „Upcoming Architects Facing New Conditions“ lautet das Thema unserer Interviewserie. Was sind für Sie die derzeit größten „Conditions“ in Ihrer täglichen Arbeit?
Krawczyk: Wenn man nicht nur auf die letzten fünfzehn Monate der Pandemie schaut, sondern auf die globalgesellschaftliche Situation, wird deutlich, dass wir unglaublich aufpassen müssen, wie wir mit unseren Baustoffen umgehen. Fragen zur Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Wiederverwertbarkeit und Entsorgung drängen sich auf. Auf der anderen Seite offenbart der gesellschaftliche Wandel weitere Fragestellungen: Welche Gebäude brauchen wir in Zukunft überhaupt noch und wie flexibel müssen diese sein? Im täglichen Job hat sich dagegen nicht viel verändert. Es geht noch immer darum, passende Raumstrukturen herzustellen. Durch die Pandemie ist das virtuelle Arbeiten in den Vordergrund gerückt. Kreative Prozesse sind virtuell allerdings nicht abbildbar. Wir kommen deshalb wieder im Büro zusammen, setzen aber selbstverständlich alle Maßnahmen ordentlich um, die dafür erforderlich sind: Bei uns sind alle geimpft und vorsichtig. Hinzu kommt, dass wir mit acht Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine überschaubare Bürostruktur haben. Das ist im Vergleich zu größeren Strukturen ein Vorteil.

Derzeit haben wir einen Bauboom in Deutschland. Bekanntlich reagiert die Baubranche zeitlich versetzt auf Entwicklungen wie beispielsweise auf die Corona Pandemie. Wie schätzen Sie die Zukunft ein?
Ich denke, wir stehen noch ganz am Anfang. Strukturbrüche, die durch die Pandemie und durch Versäumnisse in der Vergangenheit zutage getreten sind und zutage treten, werden uns womöglich erst in den nächsten Jahren richtig treffen. Lieferprobleme und Fachkräftemangel sind nur ein paar wenige Themen, die hier eine Rolle spielen. Die Gesellschaft unterliegt einem fundamentalen Wandel, einer Transformation; nur ist noch nicht absehbar, wohin uns das führt. Das wird spannend. Momentan profitieren wir als Architekturbüros noch sehr von der Situation. Wie es aber in ein paar Jahren aussieht, kann, glaube ich, niemand abschätzen.

Als Architekten unterliegen Sie einem zunehmenden Zeit-, Kosten- und Wettbewerbsdruck. Hinzu kommt die allseits beklagte Bürokratie in unserem Land, die vieles hemmt. Wie gehen Sie damit um?
Die Bürokratie muss man einfach abarbeiten. Ich glaube, daran darf man nicht verzweifeln. Das andere ist der Kosten- und Zeitdruck. Ich glaube, das ist eigentlich ein ganz spannendes Thema. Wir planen einiges in Holzsystembauweise und kommen auch deswegen mit Aufträgen gut zurecht, weil wir den Auftraggebern genau sagen können, was er oder sie innerhalb einer bestimmten Zeit, zu einem bestimmten Preis bekommen kann. In Berlin schaffen wir es beispielsweise innerhalb von 24 Monaten mit einem Schulbauprojekt von der Planung bis zur Fertigstellung zu kommen. Ich glaube, wir haben damit am Markt einen Wettbewerbsvorteil, denn Bauherren wünschen sich eine genaue Vorplanung, die ihnen verlässlich offenlegt, was auf sie zukommt.

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Über Kerstin Berganski & Andreas Krawczyk
Nicole Kerstin Berganski war Teil der Diplomklasse UBU3 der TU Berlin. Über mehrere Jahre sammelte sie als Stipendiatin und anschließend als Projektarchitektin Erfahrungen in Tokio, Japan. Seit November 2005 ist sie als freie Architektin in Frankfurt am Main tätig und wurde 2011 in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen.
Andreas Krawczyk hat an der FH Dortmund seinen Diplomabschluss in Architektur gemacht. Im Anschluss arbeitete er in Deutschland sowie Japan in Architekturbüros. Neben seiner Tätigkeit als freier Architekt, war er von 2011 bis 2015 Mitglied im Städtebaubeirat der Stadt Frankfurt am Main. 2011 wurde er in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen.
Nicole Kerstin Berganski und Andreas Krawczyk gründeten im Januar 2007 das Architekturbüro NKBAK in Frankfurt.

 
NKBAK

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