Blog AIT-ArchitekturSalon

Baulückenspaziergang Kreativquartier

Mit: Mahlknecht Herrle Architektur, hirner & riehl architekten, ARcHiTekTUR:ZWinGel/DilG, Planungsreferat, Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft, Teleinternetcafe Architektur & Urbanismus, MGH Münchner Gewerbehöfe

Am Freitag, dem 25. Februar 2022 fand der dritte Baulückenspaziergang des AIT-ArchitekturSalon München statt. Vor 60 interessierten Gästen stellten Planer*innen, Verantwortliche und Betreiber des Kreativquartiers Ihre Projekte, Wirkungsbereiche und Herausforderungen vor.

Direkt am Kreativfeld trafen sich um 16:00 Uhr die geladenen Teilnehmer*innen aus der Planung, die Partner des AIT-ArchitekturSalon und die Referent*innen. Kurz zuvor hatte sich ein überraschend winterliches Schneetreiben entwickelt, das sich pünktlich zu Beginn der Veranstaltung in Sonnenschein wandelte. Nach einer kurzen Begrüßung durch den AIT-ArchitekturSalon München meldete sich Andreas Krauth von Teleinternetcafe Architektur & Urbanismus (TIC) aus Berlin über ein Video zu Wort. Er stellte übergreifend die Rahmenplanung „Kreativquartier“ vor, die aus einem Wettbewerb im Jahre 2012 hervorging, und im speziellen ein Projekt für die Genossenschaft „Das große kleine Haus“ – das an TIC zusammen mit Bogevischs Büro vergeben wurde. Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht gemischt genutzte Häuser in städtischer Umgebung zubauen. Das Video und ein digitales Handout mit Grafiken und Informationen konnten jeder am Handy begleitend zur Veranstaltung ansehen.

Henrik Bauer vom Planungsreferat hatte zur Veranschaulichung ein Modell mitgebracht. An Hand dessen stellte er das „Kreativquartier“ im Allgemeinen und das „Kreativ-Feld“ im Speziellen vor. Hier wurden vor kurzem vier Bereiche vergeben: ARcHiTekTUR:ZWinGel/DilG mit wabe.zwo eG und Postbaugenossenschaft München und Oberbayern eG, hirner & riehl Architekten mit dem Mietshäuser-Syndikat im kreativquartier „lebe-Deinen-(T)Raum“, Florian nagler Architekten mit euroboden und Zwischenräume Architekten + Stadtplaner GmbH mit der GeWOFAG. Das Besondere ist die Vernetzung dieser Baufelder von Anfang an. Sie teilen sich Tiefgaragen und die verantwortungsbewusste Planung von Sondernutzungen – so dass sich zum Beispiel Cafés und Veranstaltungsräume nicht sinnlos doppeln, sondern smart ergänzen.

Martin Hirner von hirner & riehl architekten sprach kurz über das Bauprojekt des Mietshäuser-Syndikats im Kreativquartier. Hier steht man ganz am Anfang der Planungen, wie auch Florian Dilg von ARCHiTEKTUR:ZWiNGEl/DilG, er gab frühe Einblicke in das das Wohnprojekt „: KreativQuartier“. Hier wird bald ein erster Workshop aller Beteiligten stattfinden, zu dem auch jeder seinen Entwurf als Modell mitbringt – von Beginn an sollen die Baukörper miteinander korrespondieren. Von Verbindungen mit Mehrwert und kreativen Außenbereichen ist die Rede – Brücken und Stege sind wohl Ideen, die in den verschiedenen Büros eine Rolle spielen.

Das nächste Projekt ist zur Abwechslung nicht mehr in der Planungsphase, sondern ist bereits fertiggestellt und in Nutzung. Lukas Mahlknecht und Alexander Herrle von Mahlknecht Herrle Architektur stellten uns das „schwere reiter Kulturzentrum München“ vor. Sie luden auch ins Innere, wo wir zwischen den Proben die Raumwirkung des Foyers, des großen und des kleinen Saal erfahren konnten. Mit das Bemerkenswerteste des temporären Aufführungs- und Proberaum für Musik, Theater und Tanz sind die Spundwände als Fassadenteile, sie sind wieder verwendbar und haben die Bauzeit enorm verkürzt. So, mit ästhetischer Reduktion und einem cleveren Konzept konnte auch das veranschlagte Budget eingehalten werden.

Frank Sollmann vom Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft berichtete vor allem aus Nutzerperspektive. Er gab in seinem Vortrag Insider-Einblicke in das „Kreativ-Labor“.

Sandra Einstädter von den (MGH) Münchner Gewerbehöfen erzählte den Gästen etwas über das „Kreativ-Labor“ aus Betreibersicht. Das Unternehmen betreut hier als Beteiligungsgesellschaft der Landeshauptstadt kleinere Firmen – meist aus der Kunst- und Kreativszene. Die MGH ist auch Auftraggeber der bunten Container hier im „Kreativ-Labor“. Der Entwurf des Ensembles stammt von Michael Beck aus dem Münchner Architekturbüro Beck. Er ist als Architekt auch für einige andere Baumaßnahmen des Entwicklungsprojekts beratend tätig und brachte bereits Erfahrung im Modul- beziehungsweise Containerbau mit. Das Kreativ-Labor hat keinen Bebauungsplan, trotzdem entwickelt sich das Gebiet ständig. Neben temporären Bauten, wie den Containern oder dem „schwere reiter Kulturzentrum München“ sind auch neue, massivere Eingriffe geplant. Wichtig ist nur, dass die Vision der sozialen und kreativen Nutzung bewahrt wird.

Das Interesse und das Feedback waren großartig! Darum planen wir bald wieder einen Baulückenspaziergang. Termine und Themen finden Sie dann auf unserer Homepage und in den Newslettern.

 

Klicken Sie hier für weitere Informationen zum Programm und zu den Referent*innen.


Programm

 

Programm
15:30 Uhr | Treffen
16:00 Uhr | Begrüßung AIT-ArchitekturSalon
16:05 Uhr |Informationen Andreas Krauth, Teleinternetcafe Architektur & Urbanismus GmbH, Berlin, über die Rahmenplanung „Kreativquartier“
16:15 Uhr | Henrik Bauer, Planungsreferat, über das „Kreativquartier“ und das „Kreativ-Feld“
16:30 Uhr | Beteiligte Planer am „Kreativ-Feld“
Martin Hirner, hirner & riehl architekten, über das Bauprojekt des Mietshäuser-Syndikats im Kreativquartier
Florian Dilg, ARCHiTEKTUR:ZWiNGEl/DilGSpaziergang, über das Wohnprojekt „: KreativQuartier“
16:50 Uhr | Lukas Mahlknecht und Alexander Herrle, Mahlknecht Herrle Architektur, über das schwere reiter Kulturzentrum München
Spaziergang
17:10 Uhr | Frank Sollmann, Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft, über das „Kreativ-Labor“
Spaziergang
17:30 Uhr | Sandra Einstädter, MGH Münchner Gewerbehöfe, über die Container im „Kreativ-Labor“
Spaziergang
17:50 Uhr | Dialog


Referent*innen

 

Henrik Bauer
Henrik Bauer ist Architekt und Stadtplaner und seit 2013 am Referat für Stadtplanung und Bauordnung in München beschäftigt. Nach dem Abschluss seines Architekturstudiums an der Technischen Universität Darmstadt, mehrjähriger freiberuflicher und angestellter Tätigkeit, zuletzt bei Schneider + Schuhmacher in Frankfurt a. M., folgte das Staatsexamen im Städtebau in München. Seitdem arbeitet er im Referat für Stadtplanung und Bauordnung. Er war in der zentralen Abteilung der Stadtplanung für Grundsatzfragen der Planung zuständig, leitete auch den Bereich Grundsatzthemen Technik und Modellwerkstatt und setzte sich damit auseinander, wie die Bebauungsplanung optimiert werden kann. Henrik Bauer ist aktuell u. a. für die Projektleitung des Kreativquartiers München und des Projekts Bayerischer Rundfunk zuständig.
In 2015 berichtete er während seiner Tätigkeit in der Vertretung des Freistaats Bayern bei der EU aus Brüssel zu Energiestrategien im Bausektor.

hirner & riehl architekten
Martin Hirner und Dr. Martin Riehl entwickeln seit 1990 in formaler, funktionaler und ökologischer Hinsicht nachhaltige Gebäude aus den Bedingungen, die sie vorfinden. 2016 kamen mit Melanie Wenderlein, Robert Härtl und Matthias Marschner drei Büropartner dazu.2018 zeigten sie mit dem Geflüchtetenprojekt „Bellevue di Monaco“ wie wichtig der Integrationsprozess für das Entstehen von gelungener Architektur ist. Heute zählt das in München ansässige Büro über 40 Mitarbeitende.

Martin Hirner
Martin Hirner studierte an der TU München und der ETH Zürich Architektur. Nach der Gründung der Zimmerei H+P und nach seiner Tätigkeit als Baubezirksleiter bei der Erzdiözese München und Freising begann er 1990 eine Büropartnerschaft mit Martin Riehl. Seit 2000 ist er Mitglied im Bund Deutscher Architekten und auch als Preisrichter aktiv. Nachhaltiges Bauen, Holzbau, Bildungseinrichtungen und Sanierungen zählen zu seinen Arbeitsschwerpunkten. Martin Hirner hat bereits an mehr als 200 Wettbewerben mit über 70 Platzierungen teilgenommen.

Bauprojekt des Mietshäuser-Syndikats im Kreativquartier
Etwa 50 Wohnungen unterschiedlicher Größen plant das Syndikat im Kreativquartier. hirner & riehl architekten übernehmen hier die Planung.

ARCHiTEKTUR:ZWiNGEl/DilG
ARCHiTEKTUR:ZWiNGEl/DilG wurde im Jahr 2007 in München von Florian Dilg und Angelika Zwingel gegründet. Zentraler Leitgedanke in ihrer Architektur ist das intelligente Konzept. Sie stehen für individuelle, bedarfsorientierte Lösungen. Die Kommunikation mit dem Bauherren und den zukünftigen Nutzern verstehen sie dabei als Basis und Motor für nachhaltige Raumqualität.

Florian Dilg Architekt und Stadtplaner
ist in München aufgewachsen. Sein Studium der Architektur absolvierte er an der Hochschule München. Ab 1998 war er mitverantwortlich für Erfolge bei Architekturwettbewerben, Entwicklung von Gebäudeentwürfen und stadtplanerischen Gesamtkonzeptionen für die Architekturbüros von Angerer bis 1998 und Schmidt Schicketanz und Partner GmbH. Bei letzterem war er unter anderem betraut mit der Projektleitung von Entwurf bis Genehmigungsplanung für die Universität Passau, die Eissporthalle in Dresden und das Modernisierungsvorhaben des Hotels Vier Jahreszeiten in München. Seit 2000 eingetragener Architekt, seit 2008 Stadtplaner. Ab 2003 aktives Mitglied der Bayerischen Architektenkammer mit Engagement in verschiedenen Fachgremien.

: KreativQuartier
November 2021: Die Kooperation mit den Genossenschaften wabe.zwo eG und der Postbaugenossenschaft zur Entwicklung eines gemeinsamen Wohnblocks im Kreativquartier an der Dachauerstraße, München, hat die erste Hürde genommen: die Bewerbung um die Grundstücksvergabe war erfolgreich. Die Stadt München geht bei der Entwicklung des Kreativquartiers auf der Fläche der ehemaligen Luitpoldkaserne neue Wege: Nordwestlich der Münchner Innenstadt entsteht ein urbanes Stadtquartier, in dem Wohnen, Arbeiten, Wissen, Kunst und Kultur eng miteinander verknüpft werden. Bestehende Nutzungen werden behutsam weiterentwickelt, um neue Impulse in die bestehende Stadt einzubringen und die bereits existierenden Potentiale vor Ort zu nutzen. Die neu gegründete Genossenschaft wabe.zwo eG und die Postbaugenossenschaft München und Oberbayern eG haben sich gemeinsam um eine Doppelzeile (WA7 und WA8) im Kreativ-Feld des Quartiers beworben. Hier sollen um einen gemeinsamen Garten und Hof ca. 60 Wohnungen entstehen. Teil des Konzepts sind unterschiedliche Gemeinschaftsflächen und -einrichtungen für die Bewohner und das gesamte Quartier. Zentrales Element ist ein abgesenkter Hof mit Sitzstufen, der den öffentlichen Raum um eine Tribüne erweitert und Veranstaltungs+ Kreativräume erschließt.

Mahlknecht Herrle Architektur
Mahlknecht Herrle Architektur ist ein junges Münchner Architekturbüro mit 10 Mitarbeitern, das 2015 von Lukas Mahlknecht und Alexander Herrle gegründet wurde und seinen Sitz nicht unweit des Schwere Reiter Kulturzentrums hat, inmitten des Kreativquartier München. In den Entwürfen der jungen Architekten spiegelt sich Kreativität und Offenheit wider. Ihre experimentelle Herangehensweise verbinden sie mit dem Erfahrungsschatz der väterlichen Architekturbüros mit denen sie eng kooperieren. So lassen sich neue Lösungen in Materialität und Umsetzungstechniken finden, die die heutigen Anforderungen an Beständigkeit, Wandelbarkeit und Reduktion entsprechen. Dabei sind die Architekten immer in intensivem Austausch mit ihren Auftraggebern. Durch die Vernetzung mit den Herle & Herrle Architekten und dem Architekturbüro von Christian Mahlknecht können Projekte in einem großen Radius persönlich betreut werden.
www.mharch.de

Lukas Mahlknecht
Schon früh durch das Architekturbüro seines Vaters mit der Materie in Kontakt gekommen, entschließt sich der gebürtige Südtiroler für das Architekturstudium an der TU Wien, das er 2009, nach einem Auslandsaufenthalt an der TU Delft, erfolgreich abschließt. Während seiner Zeit beim Fassadenbauer Frener & Reifer beschäftigt sich Lukas Mahlknecht erstmals eingehender mit dem Thema Fassade. Nach weiteren Zwischenstationen bei One Architecture in Amsterdam und Sue Architekten in Wien wird er 2014 Projektleiter im MPRDO Büro München für das Audi Motorsportgebäude am Fahrerlebnisgelände in Neuburg an der Donau. Hier lernt er Alexander Herrle kennen.

Alexander Herrle
Geboren und aufgewachsen in München ebenfalls als Sohn eines Architekten entschließt sich Alexander Herrle noch während der Schulzeit bei einem Baumeister erste praktische Erfahrungen zu sammeln und absolviert in der Folge Praktika bei diversen Münchener Architekturbüros. 2005 beginnt er sein Studium an der TU Cottbus und schließt später erfolgreich an der TU Wien ab. 2014 lernt er Lukas Mahlknecht bei einem gemeinsamen Projekt für das Münchner Büro MPRDO kennen. Der Funke springt sofort über und schon ein Jahr darauf gründen sie Mahlknecht Herrle Architektur.

schwere reiter Kulturzentrum München
Aufgabe war es für die Künstler-Kooperation schwere reiter – bestehend aus den Sparten Tanz, Theater und Musik – eine temporäre Übergangslösung auf dem Gelände des Kreativquartiers zu entwerfen, die in möglichst kurzer Bauzeit realisierbar sein sollte. Eine simple Bauweise mit einem klaren statischen System und Materialien, die größtenteils nach Rückbau wiederverwertet werden können, unterstreichen den provisorischen Charakter des Gebäudes auf Zeit.
Vor dem Hintergrund des künstlerisch-lebendigen Kreativquartiers mit seinen alten Industriebauten und der Notwendigkeit einer temporären Übergangslösung mit straffem Zeitfenster für die Baukonstruktion begründet sich die Idee der Spundwände, die vor allem im Hafenbau und zur Sicherung von Baugruben zum Einsatz kommen. Für den temporären Bau der schweren reiter bilden sie aber nicht nur die Gründung,
sondern auch die Außenhaut der Fassade. Ihre raffe Oberflächenbeschaffenheit aus rostigem Stahl mit der grobwelligen Profilierung entspricht dem Ready-made-Charakter des Kreativquartiers. Zusätzlich ermöglicht das zügige Einrammen der Spundwände bis zu 3,5m in die Erde gegenüber einer konventionellen Bauweise eine erhebliche Zeitersparnis. Die Bauzeit bis zum Beginn des Stahlbaus kann durch die Spundwände um bis zu 6 Wochen verkürzt werden. Ein weiterer Vorteil der Spundwände im Falle eines Rückbaus gegenüber dem Rückbau konventioneller Fundamentierungen: die Wiederverwendung ist durch einfaches Ziehen der Spundwände anderorts möglich, die Lebensdauer beläuft sich auch ohne spezielle Beschichtung auf mindestens 100 Jahre.
www.mharch.de/schwere-reiter

Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus
Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus (2011 in Berlin gegründet) bewegt sich an der Schnittstelle von Architektur und Städtebau. Die Arbeiten von Marius Gantert, Andreas Krauth, Urs Kumberger und Verena Schmidt sind geprägt durch prozesshafte Entwicklungsstrategien, kooperative Herangehensweisen sowie einen experimentellen Umgang mit Gebäude- und Freiraumtypologien. Die Auseinandersetzung mit dem Ort und dem Situativen bildet jeweils den Ausgangspunkt für die Suche nach neuen, offenen Formen von Stadt.
www.teleinternetcafe.de

Andreas Krauth
Andreas Krauth studierte Architektur an der Technischen Universität München und der Universität der Künste Berlin. Von 2008-16 arbeitete er bei Raumlabor in Berlin. Seit 2011 ist er Mitgründer und Partner von Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus in Berlin. Parallel zu seiner Arbeit bei Teleinternetcafe arbeitete er 2013-14 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Städtebau am Karlsruher Institut für Technologie und am Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung an der Technischen Universität München. In den Jahren 2016-17 war er Gastdozent am Fachgebiet für Gebäudeplanung und Entwerfen an der Universität der Künste Berlin. In den Jahren 2019-20 hatte er im Team mit Verena Schmidt die Vertretungsprofessur am Fachgebiet Entwerfen und Städtebau an der TU Darmstadt inne. Seit 2018 ist er Mitgründer und Vorstand der Das große kleine Haus eG Baugenossenschaft für gemischt genutzte Häuser.

Kreativquartier
Lebendige Quartiere entstehen nicht von heute auf morgen, sondern entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. Daher soll die städtebauliche Planung im Kreativquartier in München nicht allein aus starren Festsetzungen bestehen, sondern zeitliche und inhaltliche Spielräume bereit halten, die die schrittweise Herausbildung spezifischer Qualitäten ermöglichen. Dem entgegen steht ein hoher Entwicklungsdruck auf innerstädtischen Lagen in München, der einen raschen Wohnungsneubau erforderlich macht.
Das Areal ist heute in Teilbereichen bebaut und mit gemischten Nutzungen belegt. Der Bestand wird als wertvolle Ressource verstanden und bildet den Anknüpfungspunkt zur Weiterentwicklung des Quartiers. Die bestehenden Freiräume und Gebäude prägen die Identität des Ortes und bergen vor allem im Teilquartier des Labors das Potential, Räume für soziale und kreative Nutzungen zu erhalten bzw. in Zukunft zur Verfügung zu stellen.
Der Rahmenplanung liegt eine ortsspezifische Strategie zugrunde, die sowohl auf den Bestand als auch auf die Wohnungsnachfrage reagiert und den Faktor Zeit stark in die Planung einbezieht.
Das Quartier wird in vier Teilquartieren entwickelt und mit dem Ziel einer atmosphärischen und programmatischen Vielfalt differenziert ausgestaltet: Plattform, Park, Labor und Feld. Die Entwicklungsgeschwindigkeiten und die Dichte der Teilquartiere werden individuell gesteuert. Die Plattform und das Feld verfügen über ungenutzte Flächen, die ohne Verdrängungskonflikte bebaut werden können. Die rasche Verdichtung dieser beiden Teilquartiere stellt einen Groflteil des Wohnungsbedarfs (bezogen auf das Kreativquartier) her und wirkt wie ein Ventil für den Entwicklungsdruck, der auf dem Gesamtquartier liegt.
Durch die Ventile werden die bereits genutzten Bereiche des Kreativquartiers entlastet, so dass Spielräume für eine behutsame Transformation des Bestands entstehen. Besonders im Teilquartier Labor, das bereits viele Gebäude und Nutzungen aufweist, soll Raum und Zeit für die Entstehung einer Eigendynamik gewährt werden. Die Planung für das Labor wird nicht als starres Endbild entworfen, sondern als ein flexibler Entwicklungsprozess gedacht. Bestehende Qualitäten werden definiert und im Prozess gezielt herausgearbeitet. Somit besteht die Möglichkeit, im Laufe der Entwicklung neue Erkenntnisse einflieflen zu lassen und auf geänderte Umstände und zukünftige Bedürfnisse zu reagieren.
www.teleinternetcafe.de/kreativquartier-muenchen-staedtebaulicher-entwurf/
www.stadt.muenchen.de/infos/kreativquartier-muenchen.html
www.kreativquartier-muenchen.de/

 

 

Wir bedanken uns bei den Partnern aus dem Objektbereich

Gefördert von der Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

 

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