Blog AIT-ArchitekturSalon

Healing Architecture

 

Wie können wir schnell und flexible auf veränderte Bedingungen und Krisen der Gesundheitsversorgung reagieren?
Rückblick auf die Ausstellung von Nickl & Partner Architekten im AIT-ArchitekturSalon Hamburg

Die Ausstellung „Healing Architecture 2004‐2017“ von Nickl & Partner Architekten, die 2018 im AIT‐ArchitekturSalon Hamburg gezeigt wurde, betrachtete die Zusammenhänge von Architektur und Gesundheit aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der universitären Lehre, Forschung und praktischen Tätigkeit von Frau Prof. Christine Nickl‐Weller. Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten ist das Thema präsent wie kaum zuvor. Das Münchner Büro Nickl & Partner Architekten, das sich auf Gesundheitsbauten spezialisiert hat und in den Bereichen der medizinischen Einrichtungen, Kliniken und Forschungsinstitute zu den führenden Büros Deutschlands zählt, haben sich auch in den letzten Wochen intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und sich der an der Diskussion beteiligt: „Wie können wir schnell und flexible auf veränderte Bedingungen und Krisen der Gesundheitsversorgung reagieren?“ Neben einem Rückblick auf die Ausstellung „Healing Architecture“ gibt Prof. Christine Nickl-Weller  einen Ausblick auf die Gesundheitsbauten von morgen.

Unter den übergreifenden Fragestellungen „Was hat Architektur mit Gesundheit zu tun?“, „Kann Architektur heilen helfen?“ und „Welche Auswirkungen hat die gebaute Umgebung auf den Genesungsprozess?“ befasst sich die Schau mit dem weiten Feld der Arbeit von Prof. Christine Nickl‐Weller im Gesundheitsbauwesen. In den vierzehn Jahren ihrer Lehrtätigkeit in den drei großen Themenbereichen Health, Science und Healthy City haben sich auch die Studierenden des Fachgebiets Architecture for Health an der TU Berlin diese Fragen immer wieder gestellt und sie auf unterschiedlichste Art und Weise bearbeitet. Die Einbeziehung der Variablen Gesundheit in alle Lebensbereiche stellt den Mittelpunkt der Lehre und Forschung von Christine Nickl‐Weller dar. Ihr zentrales Anliegen ist es, den reichen Erfahrungsschatz aus ihrem Berufsleben in der Lehre weiterzugeben und einen engen Bezug zu realen Bauaufgaben herzustellen.

Besonders in den aktuellen Zeiten der Corona-Krise wird das Gesundheitssystem und die Anforderungen, die an Krankenhäuser gestellt werden, überdacht und neu bewertet. Prof. Christine Nickl-Weller erklärt, warum die Corona-Krise zum Umdenken bewegen und wie das Krankenhaus der Zukunft aussehen sollte:
„Gesundheitsnetzwerk und Forschung, das sind die Bereiche, die wir nach vorn bringen. Gerade heute, im Rahmen der Corona-Pandemie, sind das brennende Themen. Wir sehen zum Beispiel, wie sinnlos Beatmungsgeräte sind, wenn es an ärztlicher Expertise fehlt. Anlaufstellen müssen neu überdacht werden. Das bedeutet, es muss Exzellenzcenter geben, die verschiedene Krankenhäuser digital betreuen. Das können Regionalkrankenhäuser oder universitäre Einrichtungen sein. Über dieses System können die Ärzte digital vor Ort sein, so dass eine ganz andere Spreizung erreicht wird. Ein kleines Krankenhaus in der Nähe hilft dem Patienten nicht, wenn die Expertise fehlt.“

Mit der der Collage, in der das Büro Nickl & Partner Architekten ein Container-Krankenhaus auf die Theresienwiese in München setzt, beteiligen sie sich an einer alten Diskussion, die die Pandemie neu entfacht hat und stellt sich der Frage: „Wie können wir schnell und flexibel auf veränderte Bedingungen und Krisen der Gesundheitsversorgung reagieren?“

„Ich wünsche mir, dass wir aus dieser Situation lernen. Es ist immer schwieriger geworden, öffentliche Bauten durchzusetzen, die Luft zum Atmen lassen. Immer ging es nur ums Sparen. Viele Krankenhausflure sind nicht geeignet, unter diesen Bedingungen zu funktionieren. Ich setze mich dafür ein, dass sich das ändert. Das Bewusstsein dafür muss in die Entscheider-Ebene vordringen und die Politik muss ihren Beitrag leisten. Künstliche Intelligenz spielt dabei übrigens eine große Rolle: Wenn bestimmte Handgriffe von lernenden Robotern übernommen werden, kann in Virenzeiten Personal geschützt werden“, erläutert Prof. Christine Nickl-Weller.

Spezialisiert auf Gesundheitsbauten haben sich die Nickl & Partner Architekten in über drei Jahrzehnten ein breites Wissen um die Zusammenhänge von gebauter Umwelt und Gesundheit angeeignet. Ihre Entwürfe orientieren sich stets stark an den Handlungen und Bedürfnissen der Menschen, die dort arbeiten, wohnen und gesunden. Die Ausstellung Healing Architecture 2004‐2017 steht im Spannungsfeld von Lehre, Forschung und planerischer Tätigkeit für den Mut, über Neues nachzudenken, zu erforschen und zu erkunden und damit über konventionelle Vorstellungen von Architektur für Gesundheitsbauten hinauszugehen.

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