Blog AIT-ArchitekturSalon

Nachbericht ArchitektenLunch mit Teamwerk-Architekten by Cosentino

Am Donnerstag, den 8. September 2022 lud der AIT-ArchitekturSalon München im Rahmen der Veranstaltungsreihe “ArchitektenLunch zu Gast bei“ ins “FRANZI – ein MUCBOOK CLUBHAUS“ ein. Dies ist eine spannende, kreative Lokalität unweit vom Hauptbahnhof. Die Zwischennutzung geht noch bis Dezember – dann wird das Gebäude und die angrenzende Schule von UN Studio umgebaut. Ein Modell und Pläne sind schon im FRANZI zu sehen. Fabienne leitet das Clubhaus in der Schwanthalerstraße 57 und erzählt von der Wandlung in offenere Strukturen und was bis dahin noch alles in den loftartigen Räumen stattfinden wird. Unter anderem gibt es zwei ArchitektenLunches mit dem AIT-ArchitekturSalon – am 13. und 20. Oktober 2022. Des Weiteren wird die Wanderausstellung „Wege in die Zukunft – für Dich und die Welt“ zum Münchner Klimaherbst 2022 gezeigt. Zusätzlich hostet die MUCBOOK-Crew das „QuartierLab Bahnhofsviertel“ – hier diskutieren Stadtpionier*innen und denken die Stadt neu.

Der ArchitektenLunch fand in Partnerschaft mit dem Unternehmen Cosentino statt. In ihrem Impulsvortrag stellten die Expertinnen Angie Bönninghoff und Eda Yesilyurt – noch vor dem offiziellen Launch – die zwei neuen Dekton Kollektionen vor. Dabei ging Frau Bönninghoff eher auf die Anwendung bei Fassaden ein und Frau Yesilyurt zeigte die vielen Möglichkeiten im Interior Bereich.

Nach dem Hauptgang präsentierte Jan Foerster von Teamwerk-Architekten seinen Vortrag “SHIFT HAPPENS“.
Wenn es nach dem Architekturbüro Teamwerk geht, bauen wir in Zukunft nicht nur weniger, sondern idealerweise gar nicht mehr. Die Architektur müsse ihre Verantwortung und ihren Beitrag zum weltweiten CO2-Ausstoß endlich ernst nehmen und anfangen, proaktiv zu agieren. Wenn wir unsere gebaute Umwelt als wertvolle Ressource verstehen, und die Zugänglichkeit für diverse Nutzergruppen über Zeit ermöglichen, schaffen wir es nicht nur, die innerstädtische Raumnachfrage nachhaltig und sozialgerecht zu bedienen, sondern gleichzeitig den voranschreitenden Klimawandel maßgeblich zu entschleunigen.

Neben dieser sozialgesellschaftlichen Herleitung wurden drei Projekte von TWA genauer gezeigt.
Zum einen gab es Einblick in die Mehrraum-Studie, die für das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg erstellt wurde. Sie zeigt phantastische Möglichkeiten Räume mehrfach zu nutzen, in verschiedensten Weisen und zeitversetzt. Wozu also noch neu bauen? Die Flächen stehen schon zur Verfügung.
Das geschichtsträchtige Projekt BRO, das “Bronner Haus” in Laupheim, führt die jüdische Familie Bronner wieder zurück aus Los Angeles zu ihren Wurzeln. Sie hatten die Möglichkeit ihr altes Familienhaus zurück zu kaufen. Ein Nachkomme von Emanuel Bronner, dem Friedensaktivist und Pionier der Bio- und Fair Trade-Bewegung aus den 60ern, baut das Haus um. Für Menschen mit Beeinträchtigung und mit einem kleinen Museum über die nachhaltigen Seifen von Dr. Bronner´s. Die Fassade schillert in Seifenblasen-Optik – ein Hingucker im Stadtbild und von der Gemeinde ausdrücklich so auffallend gewünscht!
Henri Seifert von Teamwerk-Architeken stellte als Projektleiter das Sternenhaus im Paulaner-Areal am Nockherberg vor. Eine Begegnungsstätte für junge Trauernde von der Nicolaidis YoungWings Stiftung. Hier sollen sich Kinder wie Peter Pan fühlen, wenn sie hier Zuspruch, Orientierung und Geborgenheit suchen. Im Jahr 2023 wird er fertiggestellt, der Lebenstraum von Martina Münch-Nicolaidis, die schicksalhafterweise das fertige Gebäude selbst nicht betreten wird. Sie ist dieses Jahr an Krebs gestorben. Nun ist es für alle Projektbeteiligten ein ganz besondere Herzensangelegenheit diese Räume des Trostes bestmöglich zu realisieren.

Zum Nachdenken anregend, erfrischend, bewegend! Ein Vortag, der allen Besucher*innen eine Inspiration war und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Beim Nachtisch hatten die Planer*innen die Gelegenheit die Themen zu vertiefen und neuen Kontakte zu knüpfen.
Vielen Dank an alle Mitwirkenden und die Gäste – bis zum nächsten ArchitektenLunch des AIT-ArchitekturSalon München!

Lesen Sie noch mal die Ankündigung auf der Homepage:
ArchitektenLunch mit Teamwerk-Architekten zu Gast bei FRANZI: „SHIFT HAPPENS“ mit Jan Foerster by Cosentino

Klicken Sie hier für weitere Informationen zum Referenten.


Referent

Über Teamwerk-Architekten
Vor dem Hintergrund globaler Geschehnisse setzen Teamwerk-Architekten sich als verantwortungsvolles Architekturbüro täglich mit dem maximal möglichen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt auseinander. Der Fokus ihres Schaffens liegt darin, Bestandsgebäuden architektonisch und nutzungsorientiert ein neues Leben einzuhauchen, zeitlich flexible Nutzungsszenarien zu entwerfen und Bauherren nach unseren nachhaltigen Wertemaßstäben zu beraten. Bei jeder Bauaufgabe beschäftigen sie sich eingehend mit den Fragen nach dem sozial- und umweltverträglichen Mehrwert des Projekts und entwerfen individuelle Nutzungsszenarien gleich mit. Langfristig hoffen sie, von reinem Neubau Abstand nehmen zu können, zugunsten der Neuinterpretation unserer gebauten Städte. Bis dahin werden sie weiterhin ihrer Kernkompetenz nachgehen, und auf diversen Veranstaltungen als Lobbyisten des “Besser Nutzen statt Neubau“ auftreten.

Über den Referenten
Jan Foerster
, in München geboren , studierte an der Technischen Universität München und an der Architectural Association in London. Schon während des Diploms, das er 2000 absolvierte, gründete er das eigene Büro teamwerk-architekten. Er war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und ist bis jetzt ständiges Kommissionsmitglied des Max-Weber-Programms der Studienstiftung. Von 2003 bis 2005 war er am Lehrstuhl für Grundlagen der Planung der Universität Stuttgart bei Prof. Schönwandt wissenschaftlicher und lehrender Assistent. Das nun seit über 21 Jahren bestehende Büro Teamwerk-Architekten hat sein kurzem eine Zweigstelle in Berlin eröffnet. Die Projekte von TWA starten meistens schon in der Phase der Projektentwicklung in enger Zusammenarbeit mit Entwicklern, Investoren und der Stadt. Der Schwerpunkt liegt dabei neben dem Holzbau in der Revitalisierung, Umnutzung und der Entwicklung langfristig nachhaltiger mehrfach und gemischt genutzter Projekte.

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