Stipendiat*innen 2021/2022

Sophia Janna Dinkel | pbsa, DE-Düsseldorf
Christian Kellner | Technische Universität Wien, AT-Wien
Franziska Kocks | Muthesius Kunsthochschule, DE-Kiel
Nobuyoshi Yokota | HEAD – Genève, Haute école d’art et de design, CH-Genf

Während der Jurysitzung am 13. August 2021 im AIT-ArchitekturSalon Hamburg bewerteten und diskutierten Prof. Ralf Pasel (pasel.künzel architects/CODE | Construction + Design/Technische Universität Berlin, DE-Berlin), Prof. Karin Sander (Technische Hochschule Rosenheim, DE-Rosenheim), Simon Ulfstedt (Stipendiat des Interior Scholarship 2011/12, DE-Hamburg) und Maria Sieber (BAID Architektur, DE-Hamburg), die kurzfristig für Sabine Keggenhoff (KEGGENHOFF | PARTNER, DE- Arnsberg-Neheim) eingesprungen war, sowohl die Qualität der eingereichten Studienarbeiten als auch die kreativen Entwürfe zur diesjährigen Stegreifaufgabe, die zum siebten Mal ein Kriterium der Bewerbung darstellte.

In diesem Jahr sollten die Studierenden sich mit dem Thema Peoples‘ Places. Die Rückeroberung des öffentlichen Raumes auseinandersetzen: Angesichts einer zunehmenden virtuellen und sozialen Segregation der Gesellschaft ist es besonders wichtig, Räume zu schaffen, in denen spontane soziale Begegnungen möglich sind. In einem lebendigen städtischen Raum treffen Menschen unterschiedlichster Herkunft und kultureller Prägung, verschiedensten Alters, mit differenten Lebenserfahrungen unmittelbar und unwillkürlich aufeinander. Die Wahrnehmung dieser heterogenen Gesellschaft ist der erste Schritt diese anzuerkennen, um sie dann mitzugestalten. Es galt, Ideen und Objekte sowie Interventionen zur temporären partiellen Aneignung von Dingen und Orten im öffentlichen Raum zu entwickeln, die zur Belebung der Stadt und zur gesellschaftlichen Identitätsbildung beitragen. Diese sollten in Form von individuell ausgewählten, das Konzept unterstützenden Darstellungstechniken, wie Visualisierungen, Modellfotos, Collagen, Zeichnungen, Skizzen oder Filmsequenzen veranschaulicht und textlich ergänzt werden.

Nach einem Verfahren aus drei Runden und ausgiebiger Diskussion entschied sich die Jury einstimmig für die Gewinner*innen, die vor allem durch eine eigene Haltung und kreative Denkweise herausstachen. Das zur Verfügung stehende Preisgeld von 24.000 Euro wurde auf vier Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeteilt, die sich nun über einen monatlichen Zuschuss von je 500 Euro freuen dürfen. Finanziert werden die Stipendien von der Sto-Stiftung, die die „Ausbildung der jungen Generation […] als eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“ versteht und den Gewinnern ein Jahr lang ein sorgenfreies Studieren ermöglichen möchte. Aus diesem Grund unterstützt die Sto-Stiftung junge Menschen in ihrer akademischen Ausbildung. Als übergeordneten Zweck greift sie das Leitmotiv „Bewusst bauen“ der Sto SE & Co. KGaA auf und hat sich weltweite Technologieführerschaft in der Branche für eine menschliche und nachhaltige Gestaltung gebauter Lebensräume zum Ziel gesetzt.

„Auch in diesem Jahr konnten wir eine durchgehend hohe Qualität erkennen, die herausragende und differenzierte Gewinnerprofile hervorbrachte. Es ist beeindruckend, wie die Studierenden den Entwurf in den Mittelpunkt stellen und dabei experimentierfreudig und mit kreativem Forschergeist die Grenzen ausloten und nach neuen Möglichkeiten suchen. Sie denken in großen Maßstäben und entwickeln trotzdem Räume, die auf das Individuum eingehen. Die Studierenden stellen Fragen, probieren unterschiedliche Methodiken, suchen nach der besten Lösung. Bei den Einreichungen wird deutlich, dass sich Innenarchitektur und Urbanism bei den Studierenden an neuen Stellen begegnen, dass sie die Realität hinterfragen. Und genau hier braucht es Leute, die Fragen stellen, die Norm durchbrechen und Potentiale erkennen. Schön, dass wir einen Blick darauf werfen durften.“  Prof. Ralf Pasel

Sophia Janna Dinkel

Hochschule Düsseldorf, pbsa, DE-Düsseldorf

Juryurteil
„Sophia Dinkels gestalterische Position zeigt sich durch eine poetische Bildsprache und ihren Wunsch gesamtgesellschaftliche Themen mit in ihre Arbeit zu integrieren. Mit reduzierten Ausdrucksmitteln verleiht sie ihren Projekten eine enorme Stärke, indem sie aus den größeren Maßstäben heraus in die Wahrnehmung des Einzelnen hinein zoomt, um so auch den Individualraum wahrnehmbar werden lässt.

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Christian Kellner

Technische Universität Wien, AT-Wien

Juryurteil
„Christian Kellner hat mit seiner Bewerbung dargelegt, dass er den Raum als Initiator für visionäre Prozesse begreift, als ein gesellschaftswirksames Werkzeug mit immenser Kraft. Seine eingereichten Arbeiten dokumentieren ein Spannungsfeld zwischen hoher Sensibilität und atmosphärischer Dichte einerseits sowie Radikalität und soziologischer Vielschichtigkeit andererseits. Seine Position definiert sich über alle Maßstäbe hinweg,

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Franziska Kocks

Muthesius Kunsthochschule, DE-Kiel

Juryurteil
„Die Arbeit von Franziska Kocks überzeugt in ihrer Gesamtheit. Die einzelnen Projekte sind nicht nur anschaulich und verständlich dargestellt, sondern überzeugen auch in ihrer inhaltlichen an sich simplen Ausarbeitung. Die Herangehensweise und Motivation der Projekte entstehen aus grundsätzlichen und sozialen Fragestellungen. Die Gestaltung des Raums setzt sie ein, um dem Menschen eine erlebbare Atmosphäre zu geben.

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Nobuyoshi Yokota

HEAD – Genève, Haute école d’art et de design, CH-Genf

Juryurteil
„Die Arbeiten von Nobuyoshi Yokota bestechen durch ihre vielseitigen konzeptionellen Ansätze und ein räumliches Verständnis jenseits von herkömmlichen Maßstäben. Über zukünftige ‚Food Cultures‘ im Mikro-Maßstab, zu imaginären Räumen, die aus ‚Verse Novels‘ generiert werden, hin zu ‚Reacting Spaces‘, Räumen, die die Schwelle ihrer Wahrnehmung in die physische Präsenz ausloten, wird eine Experimentierfreude spürbar.

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