Ausgabe 9.2020



VERKAUF UND PRÄSENTATION

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einem Jahr hatte ich Ihnen an dieser Stelle versprochen, über den Fortgang der Umbauarbeiten der Modiano-Markthalle in Thessaloniki zu berichten – der Griechenland-Urlaub musste Corona-bedingt ausfallen, die Fertigstellung der Umbauarbeiten ebenfalls.

Ausgefallen ist auch die große Feier zweier runder Geburtstage: Mein Kollege Dr. Uwe Bresan und ich wollten gemeinsam mit vielen Freunden auf insgesamt 100 Lebensjahre anstoßen. Wir holen das nach! Ein Geschenk habe ich von meinen lieben Kolleginnen und Kollegen trotzdem bekommen – meine Traum-Handtasche von Tsatsas! Dass ich dafür nicht einmal ein Ladengeschäft wie das von Hermes (Bild links) betreten musste, macht das Geschenk noch wertvoller.

Von außen ist der Neubau in der Stuttgarter Stiftstraße von wulf architekten ohnehin viel attraktiver. Mir geht es nämlich genau wie unserem Kolumnisten Benjamin Reding: Ich gehe nicht gerne einkaufen, schon vor Corona nicht und erst recht nicht online! Ob es an ähnlich traumatisierenden Kindheitserlebnissen liegt, wie in Redings Essay „Finger weg!“ (S. 42) beschrieben, vermag ich nicht zu sagen.

Fest steht: Der innenarchitektonische Anreiz muss schon sehr hoch sein, dass ich mich in einen Laden oder eine Mall verirre. Sicher ist aber auch, dass die Projekte, die wir für diese Ausgabe zum Thema Verkauf und Präsentation ausgewählt haben, durchaus dazu geeignet sind, mich ins Ladeninnere zu locken. Sehr gut nachvollziehbar ist das bei den Fashion-Stores (ab S. 60) in Los Angeles, Fukuoka und Shenzhen – wenn man dorthin fliegen dürfte! Extrem einladend und nicht so weit weg sind der Blumenladen in Barcelona (ab S. 84) und die Bäckerei in Wien.

Ausschließlich wegen des Interieurs würde ich mich allerdings in die Brautmodenläden in München (ab S. 72) und im spanischen Petrer wagen. Und dass es mit innenarchitektonischen Mitteln gelingt, einen Paketshop in Helsinki (ab S. 94) und ein Beerdigungsinstitut in London mit optischer und funktionaler Attraktivität aufzuladen, wäre mir mehr als nur einen Blick ins Innere wert.

Aus aktuellem Anlass berichtet Architekt Christoph Stelzer von der Stuttgarter Retailagentur dfrost über die Gestaltung des Point of Sale in Zeiten von Corona und danach (S. 102), und wer sich fragt, wie es mit dem Thema Messe weitergehen kann, den wird der Beitrag „Messe 2021“ (S. 106) interessieren. Die Kommunikationsagentur ad modum aus Potsdam hat Kreative weltweit befragt – wir stellen die Antworten vor.

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Mit besten Grüßen
Petra Stephan, Dipl.-Ing.
Chefredakteurin
Architektin


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