Ausgabe 7/8.2020



WOHNEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Thema Wohnen hat in den vergangenen Monaten weltweit eine ganz neue Dimension erlangt. In den Wochen des Lockdowns mussten sich erstmals alle Familienmitglieder über lange Zeit mit dem arrangieren, was die häusliche Umgebung so hergab. Dabei fiel anscheinend allerhand Verbesserungswürdiges ins Auge, nicht umsonst wurde Baumärkten tatsächlich Systemrelevanz bescheinigt.

Neben Homeoffice und Kinderbetreuung kam der Optimierung von Haus und Garten, Wohnung und Balkon (Bild links) eine ungeahnte Bedeutung zu. Kein Fehler, wenn das so bliebe, oder sich gar die Erkenntnis durchsetzen würde, für die Gestaltung der eigenen vier Wände Fachleute, sprich Innenarchitekten und Architekten, zu engagieren.

In Deutschland ist leider immer noch die Mehrheit potenzieller Bauherren der Meinung, dass der Fertighausmarkt die Wohnbedürfnisse perfekt abdeckt. Die Realität zeigt jedoch, dass längst nicht mehr die Durchschnittsfamilie – Vater, Mutter, zwei Kinder – als Blaupause für Wohnbauten dienen kann. Die Ansprüche an die Behausung haben sich nicht nur in Bezug auf die Anzahl der Bewohner geändert, sondern auch in Hinblick auf deren Diversität.

Dass gerade ungewöhnliche, keinesfalls durchschnittliche Lebensmodelle ebensolche maßgeschneiderten Wohnumfelder generieren, belegen wir anhand ausgewählter Projekte ab Seite 60. Gon-architects haben für einen überzeugten Junggesellen ein offenes Wohnkonzept in Madrid (S. 80) entworfen und Matali Crasset für eine befreundete Junggesellin ein Apartment in Paris (S. 84). Ausgesprochen eigenwillig residiert der russische Innenarchitekt Harry Nuriev mit Partner Tyler Billinger in New York (S. 90), und einen Auftrag der besonderen Art hatte der Architekt Alex Scott-Whitby für eine Dreierbeziehung in London umzusetzen (S. 104).

Die übrigen Wohnprojekte sind ebenso wenig von der Stange wie die neuesten Möbelentwürfe, die in Mailand auf der Salone del Mobile gezeigt worden wären – hätte sie denn stattgefunden. Wir zeigen Ihnen trotzdem unsere „Salone-Highlights“ (S. 28).

Der erste Pressetermin nach dem Lockdown führte uns dann auch nicht nach Mailand, sondern nach Bad Liebenzell. Dort hatte Ippolito Fleitz Group für Object Carpet eine beeindruckende Installation mit deren Teppichböden entwickelt (Bild unten) – geplant für die Milan Design Week. Mehr Bilder und Informationen finden Sie im AIT-Editor´s Blog auf Facebook.

Wir wünschen Ihnen einen heiteren, entspannten Sommer – im optimalen Wohnumfeld!

Mit besten Grüßen
Petra Stephan, Dipl.-Ing.
Chefredakteurin
Architektin


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