Eine Frage an…

Vicky Metzen und Anna Scheuermann

Rückblick auf das Open Space Forum „Bauen in der Klimakrise“ in Frankfurt am Main

Im Rahmen des Globalen Klimastreiks am 20. September, veranstalteten Architects For Future im Deutschen Architekturmuseum (DAM), ein Diskussionsforum zum Thema „Bauen in der Klimakrise“. Die Veranstalter zählten rund 60 Teilnehmer. Das Auditorium bot eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen und möglichen Lösungsansätzen. So etwa die Nutzung ökologischer Baustoffe, die im Berufsalltag selbstverständlich werden sollte. Als Unterstützung für den Planungsalltag, wurde hierzu die „Ökobaudat“ (www.oekobaudat.de), eine Datenbank nachhaltiger Baustoffe des Bundes, empfohlen. Hierbei sollten auch gängige Baunormen grundlegend hinterfragt werden.

Die Veranstaltung hat einen weiteren Beitrag dazu geleistet, ökologisches Bauen als Selbstverständlichkeit in der Berufspraxis umzusetzen.

Statement der Veranstalter :

Die Notwendigkeit von Umweltschutz und Klimapolitik dringt immer mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein. Auch in der Architekturbranche. Doch die Dringlichkeit eines radikalen Wandels im Bauen und Planen sind nach wie vor nicht in der Praxis angekommen. Die Realität sieht wie folgt aus: Dass „Grün“ sein muss, hat sich sogar bis zu den Planern und Investoren herumgesprochen. Wände werden bepflanzt und Blumentöpfe an Fassaden geheftet. Das war es dann aber – etwas überspitzt gesagt – auch schon damit. Projekte werden als grün und ökologisch verkauft, obwohl sich dahinter in den meisten Fällen nach wie vor eine Dämmung auf Erdölbasis versteckt, die an einer Betonwand klebt. Das ist durchaus sinnbildlich für eine Gesellschaft, die die Symptome bekämpft und die Ursachen verdrängt. Ein notwendiges Anliegen verkommt zu einer rein ästhetischen Entscheidung, mit der sich am Ende sogar noch ganz gut Geld verdienen lässt. Wirklich konsequente Schritte fallen nur allzu schnell unter den Tisch. Natürlich gibt es Ausnahmen. An der Tatsache, dass die Baubranche einen Großteil der CO2-Emission zu verschulden hat, ändert das freilich nichts.

 

In einem Wirtschaftssystem, das auf Profitmaximierung beruht, scheint ein Wandel hin zu ökologischem Bauen und Planen nüchtern betrachtet utopisch. Dennoch müssen wir genau da hin. Momentan steuern wir mit unserem CO2-Ausstoß auf 3 bis 4 Grad globalen Temperaturanstieg in den nächsten 80 Jahren zu. Die Folgen sind nur schwer abzusehen. Was sicher ist, ist die Tatsache, dass die Erde dann zu großen Teilen unbewohnbar sein wird.

Was also tun? Unsere Herausforderung in den kommenden Jahren wird sein, endliche Rohstoffe gewissenhaft im Bau einzusetzen, den gesamten Bauprozess ökologisch zu gestalten und CO2-neutrale Gebäude, Brücken und Straßen zu bauen. Denn ein Bauwerk, das sowohl im Bau als auch in seiner Nutzung schon CO2-neutral ist, gibt es bislang nicht. Alle Bauprozesse, Transporte und auch die Nutzung müssten hierfür auf regenerativen Energien basieren.

 

Was wir bauen müssen, wissen wir längst. Jetzt gilt es, diese Erkenntnisse flächendeckend umzusetzen.

Die Architektinnen Vicky Metzen und Anna Scheuermann haben den Ableger ArchitectsForFuture Frankfurt/Hessen gegründet und setzen sich für einen radikalen Wandel in der Baubranche ein.

architects4future.de