Eine Frage an…

Luginsland, Kloster Lorch

Remstal Gartenschau 2019: „16 Stationen“
Hild und K Architekten verhüllen historisches Fachwerkhäuschen

Ohne den enormen Beitrag der Bürgerinnen und Bürger von Lorch und Umgebung hätte unsere Idee für die Station LuginsLand in Lorch niemals verwirklicht werden können: 53 Frauen, ein Mann und ein Junge aus Stadt und Umgebung verarbeiteten in rund zweijähriger ehrenamtlicher Handarbeit rund 114 Kilometer Nylonschnur zu individuellen Werkstücken. Zusammengesetzt verhüllen sie als textile Intervention für die Dauer der Gartenschau das sogenannte „Luginsland“ im Kloster Lorch.

Insbesondere in persönlicher Hinsicht stellte die gemeinsame Arbeit eine große Bereicherung für mich als Architekten dar. Allzu häufig bestimmen Widerstände aller Art unseren Berufsalltag: Rechtliche Bedenken, Einsparungsdruck, politische Einwände, überlastete Behörden und so weiter und so weiter. Was für ein erfrischendes Kontrastprogramm war es da, zu unseren vierwöchigen Treffen der Arbeitsgruppen in Remstal zu kommen! Da wurde mit Feuereifer gehäkelt und gestrickt, so dass ich bei jedem Treffen nur staunen konnte über die gewaltigen Impulse und Fortschritte. Da wurde eigeninitiativ vorausgedacht, so dass manches Problem bereits gelöst war, bevor man überhaupt davon erfahren hatte. Und da war eine ansteckende Energie zu spüren, die auch mich als Architekten beflügelte.

Ich durfte erleben, welche Kraft entsteht, wenn sich die unterschiedlichsten Menschen zu einem gemeinsamen Projekt zusammen tun. Und gerade weil die individuellen Beiträge so unverwechselbar sind, ist das Ergebnis so wunderschön geworden.

Über den Autor:

Dionys Ottl (*1964 in Peißenberg) schloss sein Architekturstudium 1995 an der Technischen Universität München ab. Danach war er zunächst bei RPR Architekten, KPS Projektsteuerung und Hild und Kaltwasser beschäftigt. Seit 1998 leitet er gemeinsam mit Andreas Hild das Architekturbüro Hild und K in München, das inzwischen einen Ableger in Berlin hat.

www.hildundk.de