Eine Frage an… „Was betrachten Sie als Meilenstein?“

Asa Bruno, Kirstie Smeaton und Till Richter setzen sich mit Meilensteinen ihrer architektonischen Arbeit auseinander.

Große Projekte, seien es persönliche Ziele, die Entwicklung eines Büros oder einzelne Bauvorhaben definieren sich durch Meilensteine. Diese haben für jeden eine andere Bedeutung und können doch übergreifend zusammengefasst werden als besonderes herausragende Ereignisse im Laufe von Entwicklungen. In der ersten Ausgabe der neuen Veranstaltungsreihe „Dialog nach 6“ präsentierten die Referenten Asa Bruno (Ron Arad Architects, GB-London), Kirstie Smeaton (Nieto Sobejano Architectos, Berlin/Madrid) und Till Richter (Auer Weber, DE-München/Stuttgart) prägende Projekte aus dem Portfolio ihrer Büros. Der Fokus lag dabei auf der Fassade und es zeigten sich ganz unterschiedliche Blickwinkel auf Meilensteine und die Zäsuren, die die Referenten, aber auch den Werdegang ihrer Büros oder den Fortschritt einzelner Projekte geprägt haben.

Im ersten Moment tut sich Till Richter (Auer Weber, München/Stuttgart) schwer mit dem Begriff Meilenstein, da er für ihn stark retrospektiv geprägt sei, das Erreichte manifestiere und nur bedingt in die Zukunft weise. Dabei sei doch nicht das vollendete, sondern das bevorstehende Projekt immer das spannendste. „Natürlich beschreiben Meilensteine aber auch Etappen auf dem Weg zu einem übergeordneten Ziel. In meiner Arbeit nimmt beispielsweise die Auseinandersetzung mit dem Bauen im Bestand großen Raum ein. Mich interessieren Strategien für die respektvolle Transformation von Bestehendem in etwas unverkennbar Neues, das zugleich die Qualitäten des Alten weiterträgt. Mit jedem neuen Projekt suchen wir hier nach neuen Lösungen und gewinnen neue Erkenntnisse.“ So sieht er ein bestimmtes Projekt doch als eigenes Highlight: „Die integrative Verbindung von Alt und Neu, die wir bei der Inselhalle Lindau umsetzen durften, würde ich auf diesem Weg durchaus als persönlichen Meilenstein betrachten.“

Kirstie Smeaton (Nieto Sobejano Architectos, Berlin/Madrid) beleuchtet die Durchbrüche in der Gestaltung der Fassade des Montblanc Hauses in Hamburg, bei dem die technische und gestalterische Entwicklung sich gegenseitig bedingte und so letztlich nur nicht die gewünschte differenzierte Wellenform zeigen kann, sondern auch die Suche nach dem allerdunkelsten Schwarz erfolgreich war.

Asa Bruno definiert seine ganz persönlichen Meilensteine bei Ron Arad Architects (London) so: „A milestone is a reference point along a journey, and encompasses both the chance to set oneself a goal to move towards, as well as an achievement to have reached and to reflect back onto. In many ways, the last 20 years I spent at Ron Arad Studio have been an ongoing journey, and I recall several key milestones along the way: The movement from taking part in a creative effort, to the role of leadership in this creative process; The co-founding of an independent architectural arm within a multidisciplinary studio; The feeling of leading Design Museum Holon project – the studio’s first public building – to completion, and more. A recent milestone to have been achieved, is the completion of ToHa1 – successfully meeting the huge challenge of creating a very large-scale office development, using the highest standards in construction to minimise environmental impact.“ Und schaut dabei nicht nur auf Erreichtes zurück, sondern freut sich bereits auf das nächste wichtige Projekt: „The next milestone is now underway – the construction of a new state-of-the-art cancer treatment centre called Beit Shulamit, which will cater to the most vulnerable members of society, from a diverse socioeconomic and demographic background. Playing a part in such a project, and making a real difference in society through architecture and design is the highest milestone I can imagine aiming for.“