TECEconnects#04 – Kreislaufwirtschaft

2. Juni 2022, ab 18 Uhr
Livestream mit 6 Redner*innen und 2 Moderatoren

Die Veranstaltungsreihe TECEconnects schafft Anknüpfungspunkte. So entstehen Verbindungen zwischen Menschen, Ideen und Branchen, die sich noch zu wenig berühren – ein interdisziplinärer Austausch.

Am 2. Juni 2022 findet TECEconnects in der Raumprobe in Stuttgart statt und wird ab 18 Uhr im Livestream übertragen.

Die ersten drei TECEconnects-Veranstaltungen betrachteten die Themen „analog – digital“, „Perspektiven“ sowie „Urbanität“. TECEconnects#04 befasst sich nun mit der Kreislaufwirtschaft.

Kreislaufwirtschaft ist das Ende des linearen Planens und der Beginn eines erweiterten Bewusstseins. Aktuell fehlen Baustoffe in vielen Bereichen und globale Lieferketten sind brüchig geworden, daher ist die Wiederverwendung von Baustoffen und deren Wiedereinführung in den Produktkreislauf so wichtig. Es braucht viel mehr zirkuläre Leuchtturmprojekte und ressourcenschonende, visionäre Architektur, wie zum Beispiel das Recyclinghaus in Hannover von cityförster, um die Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft umsetzen zu können und eine Ressourcenwende dauerhaft einzuleiten. Zukünftig sollten Gebäude nicht nur unter den Aspekten der Gestaltung, Nutzung und Effizienz betrachtet, sondern vielmehr als Rohstofflager oder Materialbank gesehen werden.
In Deutschland wurde der Overshoot Day 2022, der Tag an dem die Ressourcen überlastet sind, bereits am 4. Mai 2022 erreicht. In den Vorjahren fiel dieser Tag jeweils auf Ende Juli bzw. Ende August. Ein Grund mehr, wieso ein „weiter wie bisher“ nicht sein darf – nicht sein kann – und neue tragfähige Konzepte gefunden werden müssen. Damit beschäftigen sich die sechs Referent*innen von TECEconnects#04.

Die Referent*innen

Joachim Stumpp, Raumprobe
„Das Thema Kreislaufwirtschaft beschäftigt uns als Materialspezialisten in der Architektur und Bauwirtschaft ganz besonders: Einerseits verbraucht die Materialproduktion schon enorme Ressourcen, und andererseits wird bisher viel weggeworfen. So entsteht insgesamt etwa 60% des weltweiten Mülls. Es ist also gleich doppelt gewonnen, wenn das Material zukünftig noch mehr zurückgeführt wird. Wir haben aber noch ein Umdenken vor uns.“

Margit Sichrovsky, LXSY ARCHITEKTEN
„Für einen zukunftsfähigen Wandel muss der lineare Bauprozess durch ein kreislauffähiges System abgelöst werden. Das Bauen mit nachhaltigen Materialien, der zirkuläre Ansatz im Einsatz recycelter Baustoffe, in der Wiederverwendbarkeit von Bauelementen und in der Umnutzung bestehender Gebäude spielen eine Schlüsselrolle für ein sozial, kulturell, ökologisch und ökonomisch nachhaltiges Zusammenleben. Die gebaute Umwelt ist das Materiallager der Zukunft.“

Nils Nolting, cityförster
„Die Bauindustrie ist einer der größten Verbraucher von Ressourcen und in erheblichem Umfang für die weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich. Neben dem Verbrauch von Energie im Gebäudebetrieb müssen die Umweltauswirkungen der Gebäudeherstellung selbst in den Fokus rücken. Re-Use und Recycling, sowie recyclinggerechten Bauweisen wird hierbei eine immer wichtigere Rolle zukommen. Der vorhandene Gebäudebestand kann dabei als riesiges Rohstofflager begriffen werden.“

Jasna Moritz, kadawittfeldarchitektur
„Architektur braucht dialogisches Arbeiten, mit Bauherren, Nutzerinnen, Fachleuten, Industrie, Öffentlichkeit und Offenheit für deren Bedürfnisse und Expertisen. Für C2C gilt das im Besonderen: Es geht nicht um Ideologie, sondern immer wieder neu darum, gemeinsam zu erkunden, was machbar und sinnvoll ist.“

Annabelle von Reutern, Concular
„Ohne Bauwende wird es keine Klimawende geben. Das zirkuläre Bauen und der Einsatz von vorhandenen Ressourcen aus bestehenden Objekten wird die Branche dorthin bringen. Die Frage ist nicht ob die Form der Verfügbarkeit folgen muss, sondern wie schnell wir dieses Entwurfsprinzip umsetzen.“

Prof. Amandus Samsøe Sattler, Ensømble Studio Architektur
„Das Bauen hat sich seit der Moderne zu einem systemischen Fehler für das Ökosystem unserer Erde entwickelt. Bedeutet das zu fordern, nicht mehr zu bauen? Der Bestand ist eine Perspektive. Wenn wir uns um vorhandene Gebäude bemühen, funktionale Offenheit zeigen und das Altern und Wiederverwenden von Material, auch ästhetisch akzeptieren, können wir eine zirkuläre Produktivität entwickeln.“

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Thomas Welter, Bundesgeschäftsführer BDA, gemeinsam mit Michael Schuster, Key Account Manager Architektur bei TECE.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich HIER zum Livestream an.

 

Im Uhrzeigersinn: Annabelle von Reutern, Concular | Amandus Samsøe Sattler Architekt BDA, studio ensømble | Margit Sichrovsky, LXSY Architekten, Foto: H. Wiedemann | Joachim Stumpp, raumprobe, Foto: A. Cardinale | Jasna Moritz, kadawittfeldarchitektur, Foto: C. Brunn | Nils Nolting, cityförster, Foto: C. Voy

WordPress Video Lightbox