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The Rose Frame – Lauritz Bohne, Stipendiat 2020/2021

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Blogger: Lauritz Bohne
„The Rose Frame“

 

The Rose Frame (Der Rosa Rote Rahmen) – ist ein Provokateur, der durch das Gegenüberstellen von objektiver Realität zu gefilterter Subjektivität den Betrachter provoziert, zum Akteur seiner Umgebung zu werden. Die Idee für diesen Entwurf findet seine Wurzeln in dem Gedanken einer selbstregulierenden Gesellschaft, die sich ganz nach Lefebvres Idealen ihr Recht auf Stadt behauptet und ihre Werte im Dialog, angenehmer und unangenehmer Art, verhandelt.

 

Wir befinden uns im Wereldhaven in Rotterdam. Die Lage – steigende Attraktivität durch näher rückendes Stadtzentrum  – und die Hafenbecken –  sinkende Effizienz durch zu geringe Abmessung –  drängen die Hafenindustrie aus der Stadt. Hier soll nachverdichtet werden. Wohnbau steht am Programm.

In den bereits leerstehenden Hallen hat sich die Kreativszene angesiedelt. Handwerksbetriebe bis Künstlerkollektive okkupieren die Strukturen auf eigenwilligste Art. Sie alle sind die Gestalter ihrer Räume, rüsten sich ein, breiten sich aus, unterteilen ihre Reviere und durchstoßen Mauern. Die meisten arbeiten physisch, formen Objekte, die wiederum den Raum informieren. Sie verändern ihr Umfeld durch den Prozess ihrer Arbeit, entwerfen während sie realisieren. Selbstverständlich profitieren sie von ihrer Umgebung, der Weite des Brachlands, dem Leerstand, der Wildnis der Industrie. Hier können sie laut und dreckig sein, hier werden sie nicht gestört und stören niemanden. Die anstehende Verdichtung wird die Bedingungen verändern und die Akteure auf eine Probe stellen. Und hier kommen wir zur entscheidenden Entwurfsfrage: Wie kann man eine Gegend programmieren, deren Schönheit darin besteht, dass sie sich selbst programmiert? Dialog provozieren ! In der Sprache, die wir alle verstehen, die Sprache der Bilder.

Den Rose Frame gibt es schon lange. In sozialen Medien werden Realitäten gefiltert und idealisiert dargestellt. Hochinteressant, welch anderen Ort man entdeckt, wenn man auf Instagram Wereldhaven (#M4H) sucht – kein Brachland, kein Stillstand, keine Unbestimmtheit; Events, Street-Art, Makersdistrict, Unternehmertum…

Jeder Post, so oft nach Anerkennung suchend, trägt bei zur individuellen, virtuellen Wunschidentität. Jedes Bild, ein gerahmter Ausschnitt der Gegend, aufgeladen mit diesen Wünschen, spiegelt bereits eine Sehnsucht wieder. Eine Sehnsucht, die wir schon als Entwurf deuten, als architektonischen Akt verstehen.  Ausgehend von diesem Gedanken haben wir uns gefragt was passieren würde, wenn wir nun all diese individuellen Sehnsüchte bzw. Entwürfe in Dialog treten lassen, vereinen.

Mutierende Bilder erzeugen provokative Entwürfe
Bislang entstanden ist ein Algorithmus, der in der Lage ist, die Bilder, die mit  #M4H versehen wurden, zufällig zu kombinieren. Das Diagramm an Anlehnung an Combinationis Linearis soll darstellen, wie der Algorithmus alle Möglichkeiten an Bildkombinationen ausschöpft. Jeder Schnittpunkt repräsentiert mindestens zwei Sehnsüchte, die aufeinandertreffen. Theoretisch finden sich alle Sehnsuchtskombinationen in der Mitte des Diagramms wieder. Das Endprodukt des Algorithmus soll ein Entwurf sein, der der Gemeinschaft als überspitzter Spiegel ihrer Sehnsüchte gegenübersteht. Wissend, dass diese Bilder oft stark hedonistische und oberflächliche Inhalte repräsentieren, soll der Rose Frame provozieren.

Durch den geforderten Dialog soll die selbstgestaltende Gemeinschaft in einen dynamischen Prozess eingeleitet werden. Mit voranschreitender Zeit und veränderten Gegebenheiten mutieren die Bilder und Sehnsüchte der Gemeinschaft und erzeugen automatisch neue provokative Entwürfe. Und so weiter.

 

Hier zu sehen sind ein paar ausgewählte Collagen, die zugegebener Weise sehr abstrakt sind und sicher nicht von jedem gelesen werden können. Aber dies ist schließlich nur der Anfang eines Projektes, an dem wir noch weiter arbeiten werden.

 

The rose frame – Ein Projektzwischenstand von Lea Scherer, Edward John Zammit, Lauritz Bohne im Studio Methods of Analysis and Imagination unter Leitung von Prof. dr. ir. Klaske Havik

 

 

 

 

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