Wohnhaus in Krefeld von agata

Wie lässt sich ein historisches Haus weiterbauen, ohne seine Geschichte zur Kulisse zu machen? Beim Dornbuschhof in Krefeld findet Architektin Carolin Krebber darauf eine präzise Antwort. Statt den Bestand nostalgisch zu inszenieren, entwickelt der Entwurf dessen ursprüngliche Raumlogik weiter und überführt einen traditionellen ländlichen Bautypus in eine zeitgemäße Wohnform. Das denkmalgeschützte rheinländische Fachhallenhaus wurde 1886 erstmals in einer Vermessungskarte erwähnt. Seine Zweiständerkonstruktion gliedert das Gebäude in drei klar lesbare Zonen: das vordere Eingangsensemble mit flankierenden Räumen, die mittlere Halle als räumlichen Einschnitt und verbindendes Zentrum sowie einen rückwärtigen, geschützten Wohnbereich. Neue Ebenen, Treppen und Einbauten fügen sich präzise zwischen das dunkle Fachwerk. Sie verändern die Nutzung, ohne die tektonische Ordnung des Bestands zu überformen. Heller Glattputz und weiß gefasste Einbauten bilden einen ruhigen Hintergrund für das sichtbar belassene, beinahe grafisch wirkende Holztragwerk. Douglasie-Dielen ziehen sich als warmes Materialkontinuum durch die Räume. Dachflächenfenster führen Tageslicht bis in die Tiefe des Hauses, während die großzügige Öffnung zur Gartenseite die ehemals introvertierte Struktur räumlich erweitert. js

Entwurf: agata, Carolin Krebber, München, www.bueroagata.de
Bauherr: Privat
Standort: Krefeld
Fertigstellung: 2025
Fotos: agata

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