
VERKAUF UND PRÄSENTATION
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
2026 ist ein besonders ereignisreiches Messejahr für die Baubranche. Wir haben die Euroshop in Düsseldorf, die Light + Building in Frankfurt, die Fensterbau Frontale in Nürnberg und die Salone del Mobile in Mailand besucht und darüber berichtet – die Orgatec in Köln steht demnächst an. Und immer wieder stellt sich die Frage: Brauchen wir Messen im Zeitalter der Digitalisierung überhaupt noch?
Nachdem wir bei der Recherche nach Projekten zu unserem aktuellen Heftthema „Verkauf und Präsentation“ auf viele Impulse gestoßen sind, die allein von der Möbelmesse in Mailand ausgegangen sind, kann die Antwort nur „Ja“ lauten. Eine bemerkenswerte Auswahl finden Sie unter den mehr als 20 vorgestellten Projekten: den Showroom Presence, den Il Sonno Supermarket, die Installationen Renaissance of the Real und Un Tavolo per Due.
Konzeptionelle und gestalterische Impulse beeinflussen auch die aktuellen Trends im Ladenbau. Sie kombinieren Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Flexibilität und Erlebnisorientierung. Erfolgreiche Ladenbaukonzepte berücksichtigen sowohl technologische Innovationen als auch gesellschaftliche Erwartungen: KundInnen legen Wert auf ethische, hochwertige und langlebige Materialien wie Holz, Lehm, Terrakotta oder Naturstein, die Qualität, Stabilität und Vertrauen vermitteln. Auch die Wiederverwendbarkeit von Mobiliar und Einrichtungselementen spielt eine große Rolle. KundInnen möchten beim Einkaufen mehr als nur Produkte erleben, deshalb sind ästhetische Gestaltung, interaktive Elemente und emotionale Ansprache unabdingbar.
Beste Beispiele dafür finden Sie ab Seite 60. Wie sehr gerade die temporäre Architektur Möglichkeiten bietet, Unbekanntes auszuprobieren, um zu ganz neuen Lösungsansätzen zu kommen, beschreibt der spanische Architekt Javier Pena Ibanéz in seinem Beitrag „Konzentrisch – wie Experimente im öffentlichen Raum die Vorstellungskraft beflügeln können“.
Und weil man genau damit nicht früh genug anfangen kann, zeigen wir pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres und des Wintersemesters Architektur für Kinder, „Drei … Schulmensen“, das Pop-up eines Feuerwehrmuseums von Studierenden aus Stuttgart und Cincinnati und empfehlen mit Benjamin Redin den Besuch der Berliner Ausstellung über die Modemacherin Madame Grès, die für die Berufswahl von Schülerinnen Impulse auslösen kann.
Wir wünschen Ihnen ganz viele davon!
Mit besten Grüßen
Petra Stephan, Dipl.-Ing.
Chefredakteurin
Architektin
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