Summerschool Maintenance 1:1 – 18. Architekturbiennale Venedig

© ARCH + SUMMACUMFEMMER BÜRO JULIANE GREB
- Summerschool | Biennale 2021 | © gerdastudio
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- Summerschool | Biennale 2021 | Foto: Stefan Breuer
Die Summerschool „Maintenance 1:1“ findet vom 4. bis 8. Oktober 2023 im Rahmen der 18. Architekturbiennale in Venedig statt, die unter dem Thema „The Laboratory of the Future“ steht. Rund 50 Studierende von acht renommierten europäischen Universitäten sind eingeladen, für fünf Tage ein gemeinsames Vorhaben auf der Biennale zu gestalten. „Open for Maintenance“, das diesjährige Thema des Deutschen Pavillons, wird die Arbeit vor Ort bestimmen und sich in einem vielseitigen Rahmenprogramm aus Vorträgen, Besichtigungen und Workshops wiederfinden.
Lesley Lokko, die Kuratorin der diesjährigen Architekturbiennale, setzt mit ihrem Motto „The Laboratory of the Future“ den Rahmen für eine Standortbestimmung in Architektur und Städtebau. Die Ausstellung architektonischer Konzepte und Installationen zielt darauf, vielfältige Stimmen zu sammeln und die Geschichte einer sozial orientierten, integrativen Gesellschaft zu erzählen. Der Beitrag des Deutschen Pavillons folgt dieser Idee, indem er die Bestandspflege und -verwertung als sozialen Prozess darstellt. Das Kuratorenteam aus ARCH+ SUMMACUMFEMMER BÜRO JULIANE GREB macht den Pavillon zur Werkstatt, zum Bauteillager und Versammlungsort. Die Kurator*innen laden zusammen mit der Sto-Stiftung und AIT-Dialog Student*innen verschiedener Architekturfakultäten sowie Gesell*innen des Handwerks dazu ein, die Werkstatt und vorhandenes Material zu nutzen, um in der Stadt Venedig Kaputtes zu reparieren, Dreckiges zu säubern und Fehlendes zu ergänzen. In der Zusammenarbeit mit Initiativen wird deutlich, dass die Pflege bestehender Strukturen nicht nur in einem baulichen, sondern auch in gesellschaftlichen Kontext zu verstehen ist. Durch eine soziale Wende zu einer nachhaltigen Praxis – das Werkstatt-Programm „Maintenance 1:1“ überträgt diese Vorstellung in die Wirklichkeit. Vom Diskurs bis zum ausgeführten Eingriff in der Stadt setzen sich die Studierenden mit dem gebauten, materiellen und sozialen Bestand auseinander. „Nicht nur aus ökologischem Anspruch möchten wir die gefundenen Materialien der Kunstbiennale 2022 für die Reparatur bestehender Substanz weiterverwerten. Uns interessiert auch die Frage wie es gelingt das Großevent Biennale mit den Bewohner*innen der Stadt zu verknüpfen und den Blick auf bestehende Engagements in Venedig zu lenken…“, so die Kurator*innen des Deutschen Pavillons. Über die Laufzeit der Architekturbiennale entstehen so vielfältige 1:1-Eingriffe der einzelnen Fakultäten.
Bei der Summerschool „Maintenance 1:1“ vom 4. bis 8. Oktober 2023 wird der Austausch mit europäischen Hochschulen gesucht. Lehrstühle, die im Rahmen von Seminaren oder Entwurfsaufgaben im Sommersemester 2023 die architektonische Sorgearbeit in den Blick nehmen, sind eingeladen, sich für die Teilnahme zu bewerben. Die Teilnahme ist auf acht Hochschulen mit je fünf Studierenden begrenzt; die Auswahl der Hochschulen trifft eine Jury bestehend aus je einem/einer Vertreter*in des Kuratorenteams von Maintenance 1:1, von AIT-Dialog und der Sto-Stiftung sowie zwei extern eingeladene Architekt*innen auf Basis der eingereichten Semesteraufgaben. Die Aufgaben sollten sich mit dem Pflegen, Reparieren und Instand(be)setzen im eigenen Kontext an frei wählbaren Orten befassen. Eine Auseinandersetzung mit transformativen Prozessen auf verschiedenen Maßstabsebenen und aus verschiedenen Blickrichtungen ist denkbar und wünschenswert: Dies kann realisierte Bauprojekte ebenso wie theoretische Arbeiten zu Umbauprozessen, zur Transformation von Gebäuden und Nachbarschaften beinhalten. Die Wiederaneignung städtischer Räume oder die Verstetigung neuer Netzwerke sind dabei von zentraler Bedeutung. Die ausgewählten Lehrstühle sind eingeladen, sich mit fünf Studierenden an der Summerschool zu beteiligen. Die Teilnahme einer lehrenden Person wird begrüßt. Die Studierendenwerden von den Hochschulen selbst ausgewählt. Hinzu kommen studentische Vertreter*innen der 1:1 Projekte, die während der Laufzeit der Biennale an verschiedenen Orten umgesetzt wurden. In der Projektwoche besichtigen die Teilnehmer*innen die bis dahin in Venedig entstandenen 1:1 Arbeiten anderer Hochschulen besichtigen, über eigene Projekte berichten und an einer gemeinsamen Werkstattaufgabe arbeiten, die durch Impulsvorträge begleitet wird.
Für die Studierenden werden vor Ort die Kosten der Übernachtung, Verpflegung (siehe Programm), Rahmenprogramm und Eintrittsgelder übernommen. Die Teilnehmer*innen an der Summerschool sind angehalten, sich die Anreise nach ökologischen Gesichtspunkten, vorzugsweise per Zug/Auto zu organisieren.
In Partnerschaft mit der Sto-Stiftung und ARCH+ / SUMMACUMFEMMER / BÜRO JULIANE GREB