Symposium “Lebensort Schule”
Symposium “Lebensort Schule”
Mittwoch, 20. Mai 2026 ab 16 Uhr im ArchitekturSalon Hamburg
Das Symposium versteht sich als diskursive Erweiterung der Ausstellung „Lebensort Schule – Architektur trifft Pädagogik“ und verschiebt den Blick vom gebauten Projekt hin zur Haltung, aus der heraus es entstanden ist und die es prägt. Im Zentrum steht Schule als umkämpfter Raum – zwischen pädagogischem Anspruch, planerischer Setzung und gelebter Aneignung.
Ausgehend von gegenwärtigen Praktiken und Perspektiven legt das Symposium die impliziten Logiken offen, die schulische Räume heute bestimmen. Es fragt nach den Narrativen, die sich in Grundrissen einschreiben, und nach den Routinen, die Räume stabilisieren; sucht aber auch nach Brüchen, in denen neue Formen des Lernens sichtbar werden. Pädagog*innen, Planer*innen und Schüler*innen treten dabei nicht als getrennte Gruppen auf, sondern als miteinander verflochtene Stimmen, die den Raum Schule kontinuierlich aushandeln.
Das Symposium ist in zwei aufeinander bezogene Sessions gegliedert „Lebensort Schule – Status Quo“ und „Lebensort Schule – Wie weiter?“. Während die erste Session bestehende Praktiken, Strukturen und Spannungsfelder des gegenwärtigen Schulbaus sichtbar macht, geht es in der Zweiten um mögliche Entwicklungen und zukünftige Handlungsspielräume. In dieser Gegenüberstellung entsteht ein Spannungsfeld zwischen Analyse und Entwurf.
Vor diesem Hintergrund richtet sich der Fokus auch auf unterschiedliche Szenarien einer möglichen Zukunft: Wie kann Schule als offenes System gedacht werden, das sich veränderten gesellschaftlichen, ökologischen und pädagogischen Anforderungen anpasst? Die in der Ausstellung gezeigten Projekte fungieren dabei weniger als Lösungen denn als Versuchsanordnungen. Sie untersuchen die produktive Umnutzung bestehender Strukturen, die Transformation vertrauter Typologien und die Entwicklung neuer architektonischer Logiken. Ehemalige Schulbauten, Warenhäuser oder Infrastrukturen werden zu Trägern neuer Bildungsräume.
Das Symposium eröffnet einen Denkraum, in dem Schule nicht als abgeschlossener Typus erscheint, sondern als fortlaufender, gesellschaftlich ausgehandelter Prozess. Es lädt dazu ein, Architektur als Medium pädagogischer Imagination zu begreifen und den Lebensort Schule als etwas zu verstehen, das nicht gegeben ist, sondern immer wieder neu entworfen werden muss.
Das Symposium findet in deutscher Sprache statt.
16:00 Uhr
Einlass, Kaffee & Kuchen
16:30 Uhr
Begrüßung durch Kristina Bacht (ArchitekturSalon Hamburg)
Session 1 “Lebensort Schule – Status Quo!”
16:35 Uhr
Dialogische Einführung: Lina (13 Jahre, 7. Klasse, Stadtteilschule Blankenese) und Dirk Landwehr (Trapez Architektur, Hamburg)
16:40 Uhr
Keynote: Mikkel Schlesinger (CEBRA, Aarhus) angefragt
17:05 Uhr
Campus Kieler Straße: Ein partizipatives Projekt, vier Perspektiven
Impulsvortrag: Annette Schmidt (Schulleiterin Campus Kieler Straße, Hamburg)
Impulsvortrag: Jörn Simonsen (Freier Architekt, Hamburg) und Yvonne Vockerodt (Erziehungswissenschaftlerin und freiberufliche Beraterin, Hamburg)
Gesprächsrunde mit den Referent*innen sowie Carsten Burghardt (ppp architekten + stadtplaner, Lübeck) und Carsten Klinzing (Schulbau Hamburg)
17:45 Uhr
Stadtteilschule Kirchwerder & Blankenese: Bericht vom Schulalltag im Neubau
Foto-Safari von Schüler*innen der Stadtteilschule Kirchwerder (11. Klasse)
Erfahrungsbericht: Dr. Niko Gärtner (Schulleiter Stadtteilschule Kirchwerder, Hamburg)
Q&A mit Fragen aus dem Publikum
18:15 Uhr
Besichtigung der Ausstellung bei Snacks & Drinks
18:50 Uhr
Impulse aus der Praxis von Forster und Fabromont
Session 2 „Lebensort Schule – Wie weiter?“
19:00 Uhr
Dialogische Einführung: Bianca Rehage (Schulleiterin Nörddörfer Schule, Sylt) und Dirk Landwehr (Trapez Architektur, Hamburg)
19:10 Uhr
Karstadt Lübeck: Vom Warenhaus zum Bildungshaus
Impulsvortrag: Dr.-Ing. Susanne Hofmann (,Büroinhaberin, Baupiloten BDA, Berlin)
Impulsvortrag: Klaus-H. Petersen (Büroinhaber, ppp architekten + planer, Lübeck)
Referent*innen im Dialog
19:40 Uhr
VIVO Ottensen: Vom Einkaufszentrum zur Stadtteilschule
Impulsvortrag: Michael Specht (agn Leusmann, Hamburg)
Gesprächsrunde mit dem Referenten sowie Carsten Klinzing (Schulbau Hamburg, Verwaltung) und Britta Heils (Zukünftige Schulleiterin VIVO, Hamburg)
20:00 Uhr
Round Table mit allen Teilnehmer*innen und dem Publikum
21:00 Uhr
Ausklang bei Brezeln, Wein & Musik
Annette Schmidt, Schulleiterin Campus Kieler Straße, Hamburg
Annette Schmidt ist Schulleiterin des Campus Kieler Straße in Hamburg-Altona, einer Stadtteilschule mit gymnasialem Zweig, die 2023 ihren ersten Jahrgang aufnahm. Seit 2020 bereitete sie gemeinsam mit einem Gründungsteam die neue Campusschule vor, in der selbstorganisiertes Lernen in Lernlandschaften im Mittelpunkt steht. Einen besonderen Schwerpunkt legt sie auf alltagsbezogenen, kontextorientierten Unterricht in den Naturwissenschaften sowie auf die Förderung von Schüler*innen in den MINT-Fächern. Sie ist davon überzeugt, dass die Schüler*innen zu Subjekten ihres eigenen Lernwegs werden müssen — Selbstwirksamkeit und Entscheidungsfreiheit als Grundlage sinnstiftenden Lernens. Im Kontext des Schulbaus wirkte sie als Begleiterin von Beteiligungsprozessen, u. a. für Schulbau Hamburg.
Bianca Rehage, Schulleiterin Norddörferschule, Wenningstedt-Braderup
Bianca Rehage ist seit 2024 Schulleiterin der Norddörferschule in Wenningstedt-Braderup auf Sylt. Zuvor war sie dort rund sieben Jahre als Konrektorin tätig. Sie studierte die Fächer Geschichte, Anglistik und Mathematik in Hamburg und unterrichtet heute insbesondere Mathematik und Englisch. Seit dem Sommer 2015 gehört sie zum Kollegium der Schule. Neben ihrer Leitungsfunktion ist sie auch als Lehrerin aktiv und engagiert sich für eine moderne, teamorientierte Schulentwicklung. Ihr pädagogischer Fokus liegt auf einer positiven Lernumgebung, in der sich Kinder und Lehrkräfte gleichermaßen wohlfühlen und gemeinsam weiterentwickeln.
Britta Heils, Schulleiterin Grundschule Bahrenfelder Straße, Hamburg
Britta Heils ist Schulleiterin der Grundschule Bahrenfelder Straße in Hamburg-Ottensen und eine zentrale Akteurin in der Entwicklung neuer Schulbau- und Bildungskonzepte. Sie studierte Deutsch, Geschichte sowie Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften und war nach Stationen in der Erwachsenenbildung sowie an Universitäten in Bremen, Oldenburg und Rostock auch wissenschaftlich tätig. Nach ihrem Referendariat arbeitete sie als Lehrerin, Förderkoordinatorin und stellvertretende Schulleiterin in Hamburg. Seit 2016 leitet sie die Schule Bahrenfelder Straße und ist seit 2022 zusätzlich Gründungsschulleiterin der entstehenden Stadtteilschule Ottensen im ehemaligen VIVO-Kaufhaus. Heils steht für die Verbindung von pädagogischer Schulentwicklung, offenen Lernkonzepten und innovativem, nutzerorientiertem Schulbau im urbanen Kontext.
Carsten Burghardt, Assoziierter Partner, ppp architekten + planer, Lübeck
Carsten Burghardt ist deutscher Architekt und assoziierter Partner bei ppp architekten + stadtplaner in Lübeck. Er gehört seit vielen Jahren zum Führungsteam des Büros und ist zudem Prokurist der ppp architekten + generalplaner. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der integralen Planung komplexer Architektur- und Bildungsbauprojekte im norddeutschen Raum. Im Rahmen von Fachveranstaltungen vertritt Burghardt das Büro insbesondere zu Themen des nachhaltigen und interdisziplinären Bauens. ppp architekten + stadtplaner zählt mit Standorten in Lübeck und Hamburg zu den größten Architekturbüros Schleswig-Holsteins.
www.ppp-architekten.de
Carsten Klinzing, Schulbau Hamburg
Carsten Klinzing ist im Bereich Schulbau Hamburg in der Region Altona tätig und an der Steuerung öffentlicher Bildungsbauprojekte beteiligt. Er arbeitet innerhalb des Landesbetriebs SBH / Schulbau Hamburg, der für Neubau, Sanierung und Bewirtschaftung der Hamburger Schulen verantwortlich ist. Sein Tätigkeitsfeld umfasst die Koordination komplexer Bau- und Verwaltungsprozesse im öffentlichen Schulbau. SBH zählt mit mehreren hundert betreuten Schulstandorten zu den größten öffentlichen Bildungsbauinstitutionen Deutschlands. Die Arbeit von Klinzing steht damit im Kontext der langfristigen Entwicklung zukunftsfähiger Lern- und Bildungsräume in Hamburg.
Dr. Niko Gärtner, Schulleiter Stadtteilschule Kirchwerder, Hamburg
Dr. Niko Gärtner ist Schulleiter der Stadtteilschule Kirchwerder in Hamburg-Kirchwerder. Er verantwortet die Leitung einer durchgängigen Schulform von der Grundschule bis zum Abitur im Hamburger Stadtteilverband Bergedorf. Zuvor war er unter anderem als Lehrer für Geschichte und Englisch sowie als stellvertretender Schulleiter am Hansa-Gymnasium in Bergedorf tätig. Seine berufliche Laufbahn umfasst zudem internationale Lehrerfahrung in England sowie eine Promotion im Bereich History of Education an der University of London. Gärtner steht für eine pädagogisch geprägte Schulentwicklung mit Fokus auf Begabungsförderung, Vielfalt und inklusive Bildungskonzepte im ländlich geprägten Hamburger Raum.
Jörn Simonsen, freier Architekt, Hamburg
Jörn Simonsen, geboren an der dänischen Grenze nahe Flensburg, ist seit 1999 als Architekt in Lübeck tätig und hat seinen Schwerpunkt auf Architektur, Städtebau und Schulbau. Von 2001 bis 2012 arbeitete er bei Steffens Meyer Franck Architekten+Stadtplaner BDA in Lübeck, bevor er sich selbstständig machte. 2012/13 war er zudem als Lehrbeauftragter an der FH Lübeck tätig. Als Mitherausgeber des Stadtstruktur-Atlas Die DNA der Stadt (Verlag Hermann Schmidt) trat er auch als Autor und Urbanismusexperte in Erscheinung.
www.joernsimonsen.de
Klaus-H. Petersen, Büroinhaber, ppp architekten + planer, Lübeck
Klaus-H. Petersen ist deutscher Architekt und Stadtplaner sowie geschäftsführender Gesellschafter bei ppp architekten + stadtplaner in Lübeck und Hamburg. Er studierte Architektur in Kiel, Berlin und Braunschweig und gründete 1987 ein eigenes Büro in Lübeck, aus dem später ppp architekten hervorging. Als Gründungspartner prägt er bis heute die strategische Ausrichtung des Büros. Seine Schwerpunkte liegen in der Planung komplexer Architektur- und Stadtentwicklungsprojekte im norddeutschen Raum sowie im Engagement für Baukultur in Fachgremien.
Michael Specht, Geschäftsführer, agn Leusmann, Hamburg
Michael Specht ist deutscher Architekt und Geschäftsführer von agn Leusmann in Hamburg. Nach einer Ausbildung zum Tischler studierte er Architektur und arbeitete unter anderem bei Trapez Architektur sowie Stölken Schmidt Architekten. Seit 2016 ist er Mitglied der Geschäftsleitung von agn Leusmann und verantwortet komplexe Revitalisierungs-, Bildungs- und Infrastrukturprojekte. Seine Arbeit verbindet nachhaltiges Bauen, Bestandsentwicklung und nutzerorientierte Architektur mit einem starken material- und atmosphärenbezogenen Entwurfsansatz. Zu den von ihm begleiteten Projekten zählen unter anderem die Umnutzung des Vivo-Ottensen zur Stadtteilschule sowie große Hamburger Bestands- und Kulturbauten.
www.agn.de
Dr.-Ing. Susanne Hofmann, Büroinhaberin, Baupiloten BDA, Berlin
Susanne Hofmann ist eine deutsche Architektin, Forscherin und Hochschullehrerin mit Schwerpunkt auf partizipativer Architektur. Nach ihrem Architekturstudium in München und London gründete sie 2003 an der TU Berlin das Forschungs- und Lehrprojekt „Die Baupiloten“. Mit ihrem Büro Baupiloten BDA realisierte sie international beachtete Bildungs- und Kulturbauten unter aktiver Einbeziehung der späteren Nutzer*innen. Ihre Arbeit verbindet Architektur, Atmosphäre und soziale Teilhabe zu experimentellen Entwurfs- und Planungsmethoden. Hofmann publiziert und lehrt international zu partizipativer Architektur, Bildungsräumen und nutzerorientierter Gestaltung.
www.baupiloten.com
Yvonne Vockerodt, Erziehungswissenschaftlerin und freiberufliche Beraterin, Hamburg
Yvonne Vockerodt ist Erziehungswissenschaftlerin und arbeitet freiberuflich in der Prozessbegleitung und -beratung mit den Schwerpunkten Partizipation und Bildung. 2000 gründete sie kindersicht – Rat für Beteiligung und 2012 umSicht – Perspektiven verändern Menschen, das auf die Begleitung von Veränderungsprozessen für Bildungsorganisationen und Kommunen ausgerichtet ist. 2015 initiierte sie die Arbeitsgemeinschaft vernetzt lernen zur Beratung innovativer Bildungsprozesse. Im Schulbau wirkt sie als Prozessbegleiterin, u. a. für Schulbau Hamburg, wo sie Schulen bei der Entwicklung pädagogischer Konzepte und der Beteiligung von Nutzern unterstützt.
www.umsicht.net
Kuratorenteam
Kirstin Bartels (Architektin und Schulbauberaterin, Hamburg)
Susanne Hofmann & Marlen Böhme (Baupiloten BDA, Berlin/Aachen/Innsbruck)
Dirk Landwehr (Trapez Architektur, Hamburg)
Julian Weyer (C.F. Møller Architects, Aarhus/Kopenhagen)
Kristina Bacht (ArchitekturSalon Hamburg)
Das Symposium wird durch unsere Salonpartner Fabromont und Forster unterstützt.
Anmeldung
Bitte füllen Sie für jede*n Interessent*in ein separates Formular aus.



