Interfaces – Konzept Raum Prozess | Die Referenten

Kim Herforth Nielsen (3XN, DK-Kopenhagen)

“We believe that architecture shapes behavior. This informs all our work as we continue to explore ways for enriching the lives of people living and working in and around our buildings.“

Kim H. Nielsen (Architekt MAA/RIBA) ist ein dänischer Architekt und Gründungsmitglied von 3XN. Er hat an der Aarhus School of Architecture studiert und 1981 seinen Abschluss erreicht. Im Jahr 1986 gründete Kim H. Nielsen zusammen mit Lars Frank Nielsen und Hans Peter Svendler Nielsen das Architekturbüro 3XN in Aarhus. Mittlerweile gibt es weitere Büros in Kopenhagen, Stockholm, New York und Sydney. Der internationale Durchbruch gelang 3XN Ende der 90er Jahre mit der Dänischen Botschaft in Berlin und der Muziekgebouw Concert Hall in Amsterdam. 2005 gewann das Büro den Wettbewerb für das neue Museum of Liverpool, das 2011 eröffnet wurde. Seit der Gründung im Jahr 1986 ist Kim H. Nielsen die kreative Führungskraft der Firma und trägt die Verantwortung für den architektonischen Planungsprozess von der Idee bis zur Ausführung. Bei jedem Projekt ist er weiterhin tief involviert und steht für das finale Ergebnis und die Qualität. Auch bei bekannten Projekten wie dem Quay Quarter Tower in Sydney, der Copenhagen Arena, dem Museum of Liverpool und dem IOC Hauptquartier in Lausanne, war er maßgeblich beteiligt.

Zu den bekanntesten dänischen Projekten von 3XN gehören das Ørestad Gymnasium (2007), die Renovierung der  Tivolis Konzerthalle (2005), Universität, Konzerthalle und Forschungszentrum in Sønderborg (2007), der Hauptsitz der Saxo Bank in Kopenhagen (2008), der Sitz der Anwaltskanzlei Horten (2009), die Middelfart Savings Bank (2010) und die KPMG Headquarters (2011). Im Bau sind Bella Sky – das größte Hotel Skandinaviens, Lighthouse – ein (Wohn-)Hochhaus in Aarhus, das neue Rathaus der niederländischen Stadt Nieuwegein und Dänemarks neues Aquarium The Blue Planet in Kopenhagen.

Im Jahr 2007 hat 3XN die Forschungs- und Entwicklungsabteilung GXN gegründet, die an der Implementierung neuer (grüner) Materialien und Technologien in die Projekte des Studios arbeitet.

Die Überzeugung, dass Architektur großen Einfluss auf das Verhalten der Menschen hat, ist federführend bei der Entwicklung aller Ideen und baulichen Ausführungen, was beispielsweise bei dem revolutionären Entwurf des Danish Ørestad College oder beim Hauptquartier der Schwedischen Bank in Stockholm deutlich wird. 3XN glaubt, dass ein ganzheitlicher Ansatz und ein hoher Anspruch an die eigenen Projekte sowie eine sorgfältige Analyse der Umgebung zu einem baulichen Resultat führt, das mehr Interaktion und Kommunikation der Nutzer*innen zulässt – dies bieten auch die Chance etwas Neues wachsen zu lassen. Der Entwurf, die Funktion und der Kontext müssen zusammenpassen, um durchdachte und schönere Gebäude planen zu können. Im Jahr 2010 wurde dazu auch die Ausstellung Mind Your Behaviour konzipiert, die untersucht, wie sich das Verhalten der Menschen auf alle Phasen des Arbeitsprozesses auswirkt. Die Ausstellung ermöglicht auch Einblicke in die Projektentwicklung von 3XN und in die Art und Weise, wie räumliche Qualitäten durch Atmosphäre, Detailgenauigkeit, Materialauswahl und Beleuchtung erzeugt werden.

3XN ist mittlerweile weltweit tätig und beschäftigt über 1000 Personen aus mehr als 20 Nationen in Büros in Kopenhagen, Stockholm, New York und Sydney. Es gibt vier Senior Partner (plus sechs weitere Partner im Führungsteam): Gründer und kreativer Kopf Kim Herforth Nielsen, CEO Jeanette Hansen, Head of Design Jan Ammundsen und Direktor der Forschungs- und Entwicklungsabteilung GXN Kasper Guldager Jensen.

Neben der Tätigkeit im Büro, fungiert Kim H. Nielsen als Juror bei zahlreichen Wettbewerben und lehrt auf der ganzen Welt an renommierten Kunsthochschulen und Universitäten. Seit dem Jahr 2013 ist Kim Vorstandsmitglied der Dänischen Kunststiftung.

www.3xn.com

Martin Pauli (Arup, DE-Berlin)

„Nachhaltig muss zum neuen Normal werden!“

Martin Pauli hat an der Technischen Universität Berlin Architektur studiert und leitet heute das sogenannte Foresight Beratungsgeschäft für Arup in Deutschland. Als strategischer Designer und Management Berater für öffentliche und private Kunden, entwickelt er mit seinem Team Strategien für Innovation und neue Wertschöpfungsmodelle im Kontext nachhaltiger Entwicklung und Digitalisierung rund um sämtliche Aspekte der gebauten Umwelt. Martin Pauli ist Innovationsbeirat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und Mitglied des Advisory Board Future of Construction der Financial Times. Er ist außerdem regelmäßig als Referent und Gastdozent zu den Themen Innovation und Nachhaltigkeit in der gebauten Umwelt tätig.

Gegründet wurde Arup im Jahr 1946 von Sir Ove Arup in London, wo sich auch heute noch der Sitz der Muttergesellschaft befindet. Weltweit betreibt Arup mittlerweile über 90 Büros in rund 30 Staaten und plant von diesen Projekte in rund 160 Ländern. Kernkompetenzen des renommierten Büros sind Planungs- und Beratungsleistungen für komplexe Gebäude und Projekte der Infrastruktur. Das Leistungsangebot erstreckt sich von der Tragwerksplanung über den Entwurf bis zum Projektmanagement. Aufgrund ihres interdisziplinären Ansatzes und dank eines Spezialisten-Netzwerks kann Arup globales Knowhow auf der ganzen Welt anbieten.

Internationale Projekte sind u.a. das Pariser Centre George Pompidou oder die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden. 2017 erhielt das Büro den Zuschlag für die Generalplanung für die Südumgehung in Wesel am Rhein. Als deutsches Referenzprojekt gilt das Thünen-Institut in Braunschweig. Arup zeichnet sich außerdem auch verantwortlich für die Oper im australischen Sydney, eines der berühmtesten Gebäude der Gegenwart. Das Vermächtnis von Sir Ove Arup ist ein Unternehmen, das für seine außergewöhnlich kreativen Lösungen für einige der anspruchsvollsten Bauprojekte der Welt bekannt ist.

„Wir betrachten unsere Leistungen erst dann als wirklich gewinnbringend, wenn sie dazu beitragen, eine bessere Welt mitzugestalten. […] Als treuhänderisch geführtes Unternehmen beschließt Arup seine Unternehmensausrichtung, ohne die Interessen von privaten Gesellschaftern oder externen Investoren berücksichtigen zu müssen. Dies erlaubt uns, Aufträge auszuwählen, die mit unseren Unternehmenswerten übereinstimmen und mit unseren Kunden anspruchsvolle Projekte zu realisieren, die neue Maßstäbe setzen.“ Arup

www.arup.com