O P E N – Debatte zu Architektur, Stadt und Land – in München
CODE UND KONTEXT
CODE UND KONTEXT – im Rahmen der Veranstaltungsreihe O P E N erläutern Jan Schellhoff von UNS (United Network Studio) aus Amsterdam und Michael Salvi von Schenker Salvi Weber Architekten aus Wien, ihre Positionen zu KI und parametrischen Entwurfsprozessen in der Architektur. Begleiten Sie uns bei diesen Überlegungen zu Formel und Form.
Künstliche Intelligenz ist in vielen Branchen schon zu einem alltäglichen Werkzeug für die Bearbeitung repetitiver Aufgaben geworden. Doch auch kreative Tätigkeiten wie den Architekturentwurf kann KI mittlerweile unterstützen. Wie nutzen Architekt*innen die neuen Möglichkeiten? Wie verändert sich das Architekturschaffen, wenn der entwerferische Prozess und die Gestaltung von Raum und Objekt auch die Auseinandersetzung mit Parametern, Abhängigkeiten und algorithmischen Operationen beinhaltet. Inwieweit wird Gestaltung zur Kuratierung von Prozessen? Welche Verantwortung kommt den Planenden in zunehmend automatisierten Abläufen zu? Und welche Methoden lassen sich aus anderen Disziplinen in die Planungs- und Baupraxis übersetzen?
8. Juli 2026, Veranstaltungsbeginn 18:30 Uhr
ZIRKA-Space
Dachauer Str. 110c, 80636 München
Die Veranstaltung ist für die eingeladenen Gäste gratis, die Plätze sind begrenzt auf 100 Personen.
Die Integration von Künstlicher Intelligenz in architektonische Entwurfs- und Planungsprozesse
markiert mehr als einen weiteren technischen Fortschritt in einer über Jahrzehnte gewachsenen
Digitalisierung des Bauwesens. Bislang dienten die schrittweisen Innovationen von den ersten
Zeichenprogrammen, über parametrische Entwurfswerkzeuge bis zur vollständigen Planung,
Erstellung und Verwaltung eines digitalen Zwillings mit BIM als Hilfsmittel, um das Planen, Bauen und
Nutzen von Gebäuden schneller, effizienter und kostengünstiger zu machen.
Durch den Einsatz von KI verschiebt sich nun erstmals grundlegend die Voraussetzung des Gestaltens
und damit der Zusammenhang zwischen Entwurfsentscheidung, Prozess und Ergebnis. Wenngleich KI
in allen Phasen des Architekturschaffens zur Anwendung kommt und das Potenzial bietet, Prozesse
weiter zu optimieren, ist es doch vor allem der Entwurf als originär kreative Tätigkeit, der durch die
Einbindung lernfähiger und zunehmend autonomer Systeme in Frage gestellt wird. Autorenschaft,
Verantwortung und gestalterische Kontrolle sind neu zu bewerten, wenn Algorithmen
Entwurfsentscheidungen vorbereiten, prägen oder sogar selbständig treffen. Ebenso rückt die
Bedeutung von Intuition, Erfahrung und konzeptioneller Setzung innerhalb hybrider
Entwurfsprozesse in den Fokus.
Wo kann KI sinnvoll in den Entwurfs- und Planungsprozess integriert werden? Welche Konsequenzen
ergeben sich daraus für die gebaute Umwelt, also für die städtebaulichen, typologischen und
gestalterischen Resultate des Entwerfens? Wie verändert KI die Wertschöpfungskette in der
Architektur – von der Materialproduktion, über die Planung und Ausführung bis zum Gebäudebetrieb
und Rückbau? Welche Vorteile zeigen sich durch die Verwendung von KI in den alltäglichen Abläufen
im Planungsbüro? Ist der stete Blick auf die Prozessoptimierung notwendig oder entledigen sich
Planende dabei auch der Aufgaben, die sie einst mit Freude angenommen haben?
Über die Architektur hinaus lassen sich Parallelen zu anderen Disziplinen erkennen, in denen KI
bereits als generatives und prognostisches Werkzeug eingesetzt wird. Welche Methoden lassen sich
in die Planungs- und Baupraxis übersetzen und wo offenbaren sich Grenzen der automatisierten,
datengesteuerten Prozesse und Entwurfslogiken?
Code und Kontext – beleuchtet die Möglichkeiten und Auswirkungen der
neuen Technologien und stellt die Frage nach den Bedingungen, unter denen Architektur künftig
gedacht, geschaffen und verantwortet wird.
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