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“Wie wir laufen lernten …” – Das Buch zur Wanderausstellung

Daran wie wir laufen lernten erinnern wir uns genauso wenig wie an unsere ersten Zeichnungen. Viele sind aber noch vorhanden, sorgsam in Mappen verwahrt, beschriftet und mit wunderbaren Geschichten versehen. Oft sind es die Eltern, die die ersten Zeichnungen ihrer Kinder aufheben. Rund 100 Architekt*innen haben sie für uns herausgesucht – sie auf Dachböden oder in alten Schuhkartons, in vergrauten Mappen oder vielleicht sogar an Großmutters Wand gefunden. Im letzten Jahr ist unsere Ausstellung "Wie wir laufen lernten …" mit diesen Kinderbildern quer durch Deutschland gewandert und hat an 19 Stationen die Besucher*innen erfreut. Nun ist das dazugehörige Buch zur Ausstellung erschienen, in dem all die Frühwerke der Wanderausstellung noch einmal zu bewundern sind. Alle Bilder der vielen kleinen Künstler*innen können erneut in aller Ruhe angeschaut und dabei vielleicht noch ganz neue Details entdeckt werden. Neben den farbenfrohen Erinnerungsstücken finden sich im Buch Rückblicke auf die Abholung der Bilder in den Büros und die Wanderausstellung.

Wohnungsumbau in Moncada von Chiralt Arquitectos

Schwarze Küchenfronten, schlichte Einbaumöbel und dazwischen ein Patio, dessen rötliche Keramik wie ein eingesetztes Relief wirkt: In der Tiefe des schmalen Grundrisses bündeln sich Licht, Vegetation und Material zu einem klar lesbaren Zentrum. Der Innenhof liegt zwischen Küche und Wohnbereich und ist über bodentiefe Fenster mit beiden Gemeinschaftszonen verbunden. So wird er zum funktionalen wie visuellen Ankerpunkt und zum narrativen Prinzip des Entwurfs. In Moncada, einer Stadt in der spanischen Provinz Valencia, widmeten sich Jaume Chiralt und Camilo Cabrera von Chiralt Arquitectos dem Umbau dieser Erdgeschosswohnung. Das Längsvolumen mit der ursprünglichen Abfolge von Schlafzimmer, Sanitärbereich und Arbeitszimmer blieb weitgehend erhalten. Lediglich die Trennwand zur Küche und zum Wohnbereich entfernten die Planer, um einen offenen, zusammenhängenden Raum zu schaffen. Entlang der Flurachse verläuft eine durchgehende Einbauzeile, die je nach Abschnitt Garderobe, Badmöbel, Küchenelement oder TV-Möbel aufnimmt und den Stauraum zu einem präzise integrierten Bauteil bündelt. js

Arbeits- und Begegnungszone in Hürth von brandherm + krumrey interior architecture

Mit dem „Meet & Greet“ schufen Susanne Brandherm und Sabine Krumrey für die Rewe GmbH eine Begegnungsfläche, die Austausch fördert und zugleich Rückzug ermöglicht. Der Entwurf in Hürth wurde konsequent aus der Perspektive der Mitarbeitenden entwickelt, ohne dabei den Mehrwert für Kunden und Kooperationspartner aus dem Blick zu verlieren. Nach umfassenden Modernisierungsmaßnahmen bietet das Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes nun Raum für Meetings, Coworking und Events ebenso wie für kurze Pausen oder konzentriertes Arbeiten in informeller Atmosphäre. Die freigelegte Rippendecke, in einem markanten Karminrot gefasst, spannt sich über das Workcafé mit Kaffeeküche vor grünen Wandfliesen und einem Tresen in Steinoptik. Unterschiedliche Polstermöbel in Rosa-, Orange- und Grüntönen zonieren den offenen Bereich und laden zum informellen Austausch ein. Dahinter ermöglichen Glastrennwände variable Raumkonstellationen: Je nach Bedarf lässt sich die Fläche als Ganzes nutzen oder in verschieden große Workshopzonen unterteilen. Ausgestattet mit Konferenztisch, komfortablen Polsterstühlen und Mediawall entstehen so flexibel bespielbare Settings für Meetings und Präsentationen. js

Vereinsräume im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg von Studio Besau-Marguerre

Seit 1886 unterstützt die Justus Brinckmann Gesellschaft das 1877 eröffnete Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Mit der Neuordnung seiner Räumlichkeiten richtet sich der Förderverein nun sichtbarer nach außen und spricht gezielt auch jüngere Mitglieder an. Studio Besau-Marguerre übersetzt die lange Geschichte des Vereins in ein klares Farb- und Zonierungskonzept: Porträts, Plakate und Exponate bleiben präsent, während die Räume neu zwischen Lounge, Besprechung und Büro gegliedert werden. Ausgangspunkt der Farbpalette ist die erste Schenkung an den Verein, die sogenannte „Kurfürsteneule“: Kräftiges Kobaltblau trifft auf helles Vanillegelb, Neapelgelb und Kupfergrün. Während Lounge- und Meetingbereiche auf Präsenz und Austausch setzen, sind die Arbeitsplätze ruhiger gefasst. Vorhänge zonieren die Flächen, verbessern die Akustik und ermöglichen zugleich einen unkomplizierten Zugriff auf integrierten Stauraum. Ein Intarsienschrank von 1906 wurde ebenso übernommen wie eine vorhandene Schrankwand mit Pantryküche, die im Zuge der Umgestaltung neue Fronten erhielt. js

Boutique für Baby- und Kindermode in Breslau von CUDO

Noch bevor das Sortiment ins Blickfeld rückt, steht im „Mini Bébé“ etwas anderes im Vordergrund: Ruhe. Das vor Ort arbeitende Team von CUDO entwarf die Kinderboutique in Breslau als warmen, entschleunigenden Raum, in dem sich Kinder ganz selbstverständlich bewegen und Erwachsene in einem weichen Material- und Farbklang ankommen. Naturmaterialien wie Kalkputz, dunkles Holz und Terrakottatöne schaffen zusammen mit fein dosierten, verspielten Details ein haptisch erfahrbares Interieur. Als funktionales Herzstück und zugleich räumlicher Anker positioniert sich ein organisch geformter Verkaufstresen aus naturbelassenen Terrakottafliesen in der Mitte der 70 Quadratmeter großen Verkaufsfläche. Gegenüber verbergen orange-rote Vorhänge hinter verformten Rundbogenöffnungen die Umkleidekabinen. Weiches Licht, fließende Farbübergänge und eine klare Wegeführung strukturieren den Raum und laden zum langsamen Entdecken ein. Bereits das Schaufenster kündigt mit zurückhaltender Gestaltung und sanfter Beleuchtung an, was im Inneren folgt: ein Ort der Wärme, Klarheit und kindgerechten Leichtigkeit. js

Kosmetikgeschäft in Madrid von Ciszak Dalmas und Matteo Ferrari

Im Aesop-Store in Madrid fügen sich Keramikfragmente zu einer durchgehenden Fläche: Das sogenannte Trencadís-Mosaik, eine von Antoni Gaudí entwickelte Technik, beginnt als Bodenbelag, setzt sich nahtlos über Kassen- und Präsentationszonen fort und verleiht dem 120 Quadratmeter großen Geschäft eine klare räumliche Ordnung. Der Store liegt – wie auch die beiden weiteren Aesop-Geschäfte in Madrid – in unmittelbarer Nähe des Plaza de la Independencia, dessen Monument den Eingang zum Retiro-Park markiert. Ciszak Dalmas und Matteo Ferrari bewahrten den Charakter des Gebäudes aus den 1970er-Jahren und ergänzten die bestehende Substanz um präzise gesetzte Einbauten. Ein transparenter Portikus bildet den räumlichen Schwerpunkt und erlaubt Einblicke in Front- und Back-of-House-Bereiche. Freistehende Waschinseln tragen Platten aus spanischem Silvestre-Granit; ihre Basen aus dünnem Glas und Furnierholz wirken beinahe schwerelos. Weitere Furniere schenken den Wandflächen in Kombination mit feinkörnigem Lehmputz Ruhe, stärken die Intimität des Raums und lassen die Produkte bewusst nüchtern in Erscheinung treten. js

Flagship-Stores in Paris und London von OMA / AMO und Valentine Schlegel

Drei Stores, zwei Städte, ein gestalterisches Prinzip: Die Shop-in-Shop-Konzepte für Jacquemus in Paris und London zeigen, wie konsequent sich Markenidentität über Materialität und Atmosphäre inszenieren lässt. Gemeinsam mit OMA, dem zugehörigen Thinktank AMO und der französischen Bildhauerin Valentine Schlegel entwickelte das Modelabel multisensorische Räume. Anders als im üblichen Entwurfsprozess stand hier nicht die Form, sondern der Werkstoff am Anfang der Gestaltung. Im Pariser Store in den Galeries Lafayette hüllte das Team Wände, Türen, Kabinen und Präsentationsmöbel in cremefarbene Leinenkissen – eine Referenz an die textile Handwerkskunst der Provence. Geometrisch arrangiert, fungieren die gepolsterten Flächen zugleich als Display- und Sitzlandschaften. Kontrastierend dazu präsentiert sich der Standort bei Selfridges in London als skulpturale Installation aus dem tonbasierten Material „Terracruda“, das Präsentationsflächen, Tische und Sitzmöbel zu einem monolithischen Ensemble verbindet. Der zweite Londoner Store bei Harvey Nichols ist hingegen vollständig in Weiß gehalten: Oval und rund geformte Kalksandsteine prägen hier den Raum, dessen Wände und Decken einer elliptischen Geometrie folgen. Allen drei Konzepten gemeinsam ist ein klares Branding über Haptik, Licht und räumliche Haltung – Logos treten zugunsten einer atmosphärisch erfahrbaren Markenwelt in den Hintergrund. js
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