Mons Memorial Museum in Mons von Atelier d´Architecture Pierre Hebbelinck


SHAPE, das ist die Kurzform von Supreme Headquarters Allied Powers Europe — hinter dieser Begrifflichkeit verbirgt sich nichts Geringeres als das militärische Hauptquartier der NATO. Sitz der internationalen Institution ist seit 1967 das belgische Mons. Welche Stadt könnte also besser für den Bau eines Interpretationszentrums für Militärgeschichte geeignet sein? Auch Mons stellte sich diese Frage und beauftragte kurzerhand das Architekturbüro Pierre Hebbelinck mit dem Umbau eines historischen Wasserwerkes zum Museum. Neben der Sanierung des denkmalgeschützten Ziegelbaus wurde eine Erweiterung nötig, die in Form von zwei zeitgenössischen Flügelanbauten erfolgte. Weiß gestrichen und gänzlich introvertiert, heben sich die Neubauten deutlich vom Bestand ab. Die so entstandenen, fensterlosen Ausstellungsräume ermöglichen eine düstere – und damit zum Thema passende – beklemmend dramatische Themeninszenierung. Dem gegenüber steht der mittig im Gebäudekomplex liegende Altbau, der mit seinen großen Fensterfronten und dem überwiegend weißen Innenausbau zum luftigen Empfangs- und Kommunikationsbereich wird. Er stellt eine Zäsur zwischen Dauerausstellung im linken Flügel und temporärer Ausstellung im rechten Flügel dar. Diese strikte Trennung brechen die Planer mit einem 15 Meter langen, quer durch das Foyer verlaufenden Steg im Obergeschoss auf und erreichen damit einen sinnfälligen, spannungsreichen Rundgang durch alle Ausstellungsräume. hs

Entwurf: Atelier d’Architecture Pierre Hebbelinck, BE-Liège
Bauherr: Stadt Mons
Standort: Dolez Boulevard, BE-7000 Mons
Fotos: François Brix, BE-Namur
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