Bar Bonechina in Frankfurt am Main von Studio ABERJA

Bar Bonechina 01
Für die Herkunft des Begriffs „Bar“ sind verschiedene Theorien im Umlauf. Eine davon datiert seine Entstehung auf die Zeit der Kolonialisierung Amerikas. In Drugstores kam es beim Konsum alkoholischer Getränke schon mal zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen europäischen Kolonialherren. Um die Waren zu schützen, installierten die Inhaber, so die These, mehrere Querbalken, zu Englisch „bar“. Auch obwohl Alt-Sachsenhausen in Frankfurt für feierwütige Besucher der dort ansässigen Apfelweinlokale bekannt ist, sahen Bauherr und Architekturbüro Aberja diese Abgrenzung von Barkeeper und Gästen für ihren Bar-Entwurf als überflüssig an. So kommt die Lokalität im ersten Obergeschoss eines barocken Fachwerkhauses aus dem 19. Jahrhundert ganz ohne Tresen aus. Stattdessen bietet eine Küchenzeile den Gästen Platz, sich ihre Cocktails selbst zusammenzustellen. Die gekachelten Wände unterstützen dabei nicht nur eine Küchenatmosphäre, sondern stellen auch einen Bezug zum Standort her. Die eigens für die Bar Bonechina entworfene „Frankfurter Fliese“ ist dem Muster des traditionellen geriffelten Apfelweinglases entlehnt. Ein weiterer Verweis auf Alt-Sachsenhausen und seine vielzähligen Brunnen ist die zentrierte Keramikfigur in Form eines Origami-Elefanten, die auf Knopfdruck Tonic Water spendet. Für eine angenehme Akustik trotz der überwiegend schallharten Flächen wurden abgeschrägte Schaumstoffrauten an der Decke eingesetzt. ma

 

Entwurf: Studio ABERJA, Frankfurt am Main
Bauherr: Lindenberg Beverage GmbH, Frankfurt am Main
Standort: Große Rittergasse 64, Frankfurt am Main
Fertigstellung: 02/2017
Fotos: Steve Herud, Berlin

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