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Ausgabe 07/08 | 2019

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WOHNEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Wir sprechen von gutem Design, wenn die eigenen Ideale und Werte in einer ausgewogenen Beziehung zu ihrer Umgebung stehen“, formulierte sinngemäß der amerikanische Architekt George Nelson (1908-1986). Das Sofa Marshmallow und die Wanduhr Sunflower (Bild oben im VitraHaus) zählen zu seinen bekanntesten Entwürfen und sind heute wieder in den Wohnräumen gestaltungsaffiner Midcentury-Fans zu finden. Nelsons Entwurfshaltung beruht wohl auf seiner tiefen Erkenntnis, „dass die menschlichen Bedürfnisse vielfältig, oft unvorhersehbar und kaum quantifizierbar, aber dafür komplex, subtil und mysteriös sind.“

Tja, und für diese komplizierte Zielgruppe gilt es, Wohnlösungen zu entwickeln – Pflicht oder Kür für Innen-/ArchitektINNen? Was wir heute immer noch aus Nelsons Reflexionen mitnehmen können, ist die Tatsache, dass es auf die Frage „Wie wohnen?“ keine allgemeingültige Antwort gibt. Der Reiz dieser Bauaufgabe liegt vielmehr in der ungeheuren Bandbreite der verschiedensten Anforderungen und der ebenso vielfältigen Möglichkeiten, diesen gestalterisch, funktional und emotional zu begegnen. Ob hunde- und besucherfreundliches Apartment in Madrid (S. 76), zum Familienloft ausgebauter Rohbau in Amsterdam (S. 80), Wohnen unter einem Londoner Kirchendach (S. 94) oder die Leere als Luxus in der Lissabonner Altstadt (S. 106) – allesamt so unterschiedlich wie ihre Bewohner und das entsprechende Umfeld und voll inspirierender Gestaltungsideen!

Unerlässlich für jede Art von Wohnen ist das Licht, und davon zeigen wir Ihnen ganz viel – in unserem Messenachbericht zur Euroluce (S. 32) in Mailand. Innenarchitekt und Lichtexperte Heiko Gruber hat uns dazu seine Lieblingsleuchten verraten. Unverzichtbar für jeden Haushalt ist das Thema Sanitär. Dazu bietet sich sowohl in gestalterischer Hinsicht die Lektüre unseres entsprechenden Produktschwerpunkts (S. 68) an, als auch unter ethischen Aspekten der Beitrag „Urine Trap“ (S. 136). „Stille Örtchen“ (S. 48) können ein Design-, aber auch ein soziales Thema sein.

Auf jeden Fall würde man damit den Protagonisten von „Kluft & Haut“ (S. 122) die anstrengende Wanderschaft sehr erleichtern – eine großartige Bilder-Geschichte der Redings!

Mit besten Grüßen Petra Stephan, Dipl.-Ing. Chefredakteurin Architektin