Newcomer-Profile

LYRA / Lara Yves Reinacher Architekten, Zürich

Warum haben Sie sich entschieden Architektur zu studieren?
Lara: Meine Eltern sind viel mit mir gereist und ich habe von klein auf verschiedene Städte, Kulturstätten, Museen und Kirchen besucht. Architektur hat mich immer schon fasziniert!

Yves: Ich fand das breitgefächerte Angebot an der ETH sehr reizvoll. Es interessiert mich komplexe Zusammenhänge zu analysieren und in einfache Systeme zu bringen.

Was gab den Anstoß zur Bürogründung?
Yves: Ich wollte schon immer mein eigenes Büro. Nach einigen lehrreichen Jahren bei agps in Zürich war der Moment perfekt!

Lara: Bei mir war das ähnlich: nach dem Studium an der ETH habe ich als Architektin bei HdeM in Basel gearbeitet. Irgendwann wurde der Wunsch etwas Eignes aufzubauen immer grösser. Zusammen mit Yves habe ich dann 2009 das Büro LYRA gegründet.

Was macht ihr Büro besonders?
Yves:
… vor allem die Menschen die darin arbeiten.

Lara: Das Büro befindet sich in einer ehemaligen Spiegelfabrik im Industriequartier Binz in Zürich. Den Ausbau haben wir selbst entworfen und Yves hat ihn mitaufgebaut. Die Atmosphäre ist sehr besonders.

Wie funktioniert Ihr Büro?

Lara: Wir sind ein Team aus sehr engagierten, talentierten Architekten. Jeder Einzelne von uns ist wichtig und wird für seinen spezifischen Beitrag respektiert. So gesehen funktioniert unser Büro durch eine kluge Verkettung von uns allen.

Yves: Eine flache Hierarchie prägt unser Büro – jeder kann und soll sich einbringen. Unser Glück ist es, dass wir eine äußerst heterogene Truppe sind und das auch wunderbar funktioniert. Wir sind deshalb alle sehr motiviert und profitieren untereinander von unseren Erfahrungen.

Wodurch wird Ihre Arbeit inspiriert?
Lara:
Wir reisen viel, beschäftigen uns mit Kunst und setzen uns mit unserer Gesellschaft und unserem Beruf auseinander. Inspiration finden wir in allem, was uns umgibt.

Wen sehen Sie als Mentor?
Lara: Ich glaube der größte Mentor lebt in uns selbst.

Yves: Viele Menschen haben mich geprägt, aber letztendlich muss man seinen Weg alleine finden.

Welche Philosophie verfolgen Sie bei Ihrem Tun?
Lara: In unseren Entwürfen versuchen wir bestehende Qualitäten zu stärken und den vorgefundenen Kontext zu vervollständigen. Die Architektur, die dadurch entsteht, ist meist zurückhaltend und unangestrengt.

Yves: Ich finde man muss immer in Bewegung bleiben und stets nach neuen Lösungen suchen.

Was bedeutet gute Architektur für Sie?
Lara: Peter Zumthor sagt hierzu: „Gute Architektur entsteht dann, wenn man von außen nach innen geht und wieder von innen nach außen bis es stimmt.“ – dieser Meinung schließen wir uns an.

Yves: Selbstverständlich muss es sein und keinesfalls modisch.

Welches bestehende Gebäude hätten Sie selbst gerne entworfen?
Lara: Die Nationalgalerie von Mies van der Rohe in Berlin.

Yves: … das Seagram Building.

Was war das erste Projekt, das Sie mit LYRA umgesetzt haben?
Lara: Wir haben den Ausbau einer Kunstgalerie für unsere Freunde Karma International in Zürich entwickelt. Es war eine simple, aber räumlich sehr wirksame Stellung von drei Wänden.

Was denken Sie darüber, wenn Sie es heute betrachten?
Lara: … es wurde bereits wieder abgerissen. Der Erfolg der Galerie machte einen Wechsel des Standorts nötig.

Welches war das bisher bedeutungsvollste Projekt, das Sie mit LYRA realisiert haben?
Lara: Wir befinden uns noch am Anfang unserer Karriere. Unsere ersten Wettbewerbserfolge gehen in diesen Wochen in den Bau.

Warum ist es für Sie so wichtig?
Lara: Ich denke, es ist bei uns nicht anders als bei vielen anderen Architekten. Gerade die ersten Gebäude nehmen wegen der ersten eigenen Auseindersetzung und dem ersten, eigenverantwortlichen Durchgehen sämtlicher Phasen eine sehr wichtige Stellung innerhalb des Gesamtwerks ein.

Mit wem (Architekt, Designer, …) würden Sie gerne mal ein Projekt verwirklichen?
Yves: Die Zusammenarbeit mit anderen Architekten ist sehr anspruchsvoll, weil das Ego des Architekten in der Regel sehr groß ist. Es muss schon sehr viel passen, dass das funktioniert.

Wie sieht bei Ihnen die Mittagspause aus?
Yves: Immer zu kurz …

Lara: Ich mache gerne Sport.

An welchem Ort entstehen Ihre besten Ideen?
Lara: Abends bei einem Glas Wein, wenn unser Sohn schläft …

Yves: Nach dem Motto „aus dem Bauch durch den Kopf in die Hand“ kommen Ideen immer und überall – ob sie gut sind, zeigt sich meistens erst später.

 

 


LYRA Architekten
Binzstraße 39, 8045 Zürich
Schweiz

Partner: Lara Reinacher, Yves Reinacher
Gndungsjahr:  2009
LYRA