Newcomer-Profile

da architecture, Hamburg

Warum haben Sie sich entschieden Architektur zu studieren?
Stefan Drese:
Ich hatte mich schon während der Schulzeit für Architektur interessiert und „Traumhäuser“ entworfen. Somit lag es nah, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Was gab den Anstoß zur Gründung Ihres Labels?
Der Anstoß war der Schinkel-Wettbewerb in Berlin, an dem ich 2008 teilgenommen und gewonnen hatte. Es war mein erster Wettbewerb, der damals unter dem Titel „Neue alte Mitte in Berlin“ stand. Aufgabe war es, die „Neue alte“ Mitte Berlins als einen öffentlichen Ort der Stadt mit einem Kulturzentrum zu stärken, das verschiedene Institutionen aus dem Bereich Bildung und Kultur vereinte. Ein besonderer Stellenwert wurde dem Themenkomplex Bildung und Weiterbildung zugeschrieben. Im Zusammenhang mit einer Bibliothek und der Mediathek werden im Kulturzentrum verschiedene Einrichtungen aus dem Bildungssektor, um Synergien zwischen den verschiedenen Akteuren zu schaffen.

Wen sehen Sie als Mentor und warum?
Einen richtigen Mentor gab es nicht, würde ich sagen. Ich habe mich eher von einigen Architekten, deren Arbeiten ich schätze, lenken lassen. Beispielsweise sind dies Herzog & de Meuron, Delugan Meissl, Zaha Hadid und BIG.

Welche Philosophie verfolgen Sie bei Ihrem Tun?
Ich würde es nicht Philosophie nennen, eher lasse ich mich oft bei den Entwürfen von meinen Instinkten und Gefühlen leiten, um zu erkennen, was das Richtige für diese Aufgabe sein kann.

Was bedeutet gute Architektur für Sie?
Sich in der gebauten Umgebung wohlzufühlen.

Welches bestehende Gebäude hätten Sie selbst gerne entworfen?
Hier fallen mir viele ein: Das Porsche-Museum, die Middelfart Sparkasse oder Philharmonie de Paris würden ganz oben auf der Liste stehen.

Was war das erste Projekt, das Sie mit da architecture umgesetzt haben?
Das war die Installation SUPERVARIO die im KJA (Kreis Junger Architekten) entstanden ist. Eine netzartige, variable Stoffstruktur in einer alten Halle im Oberhafen. Dies war ein Projekt im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2012.

Was denken Sie darüber, wenn Sie es heute betrachten?
Leider war die Installation nur temporär, jedoch war sie ein Inkubator für das neue Kreativ-Quartier im Oberhafen Hamburg.

Welches war das bisher bedeutungsvollste Projekt, das Sie mit da architecture geplant haben?
Dies war der 155. Schinkel-Wettbewerb, den ich gewonnen hatte und der auch – wie oben geschrieben – ausschlaggebend für die Gründung des Labels war. Der Wettbewerb mit dem Titel „Neue alte Mitte Berlin“ (KNAmB) zielte darauf, die städtebaulichen Spuren der vergangen Zeit im Herzen von Berlin gegenüber dem neuen Stadtschloss für den Bürger visuell und räumlich erlebbar zu machen. Mein Entwurf interpretiert den alten Stadtgrundriss neu, indem er die ursprünglichen Parzellen durch eine landschaftliche Gestaltung wieder sichtbar werden lässt. Das Kulturzentrum am Ufer der Spree fungiert dabei als stadträumliches Gelenk und vermittelt zwischen den beiden Ufern.

In der Fortführung von Wegachsen verflechten sich im neuen KNAmB wesentliche Richtungsströmungen der Stadt zu einem imaginären Knoten, der die Gemeinschaft symbolisiert und das Grundkonzept für den Entwurf des KNAmB bildet. Mit dem Knoten entsteht die dynamische Hülle des Gebäudes.

Warum war es für Sie so wichtig?
Es war der erste Wettbewerb den ich nach dem Studium, während der Arbeit gemacht hatte. Der Erfolg war ausschlaggebend dafür, dass ich da architecture ins Leben gerufen habe.

Mit wem (Architekt, Designer, …) würden Sie gerne mal ein Projekt verwirklichen?
Delugan Meissl. Sie sprechen mir mit ihrer Formensprache der kristallinen, fliesenden Räume und ihrer Herangehensweise im Wohnungsbau aus der Seele.

Wie sieht bei Ihnen die Mittagspause aus?
So gut wie immer in Fachlektüre schmökern, sonst komme ich kaum dazu.

An welchem Ort entstehen Ihre besten Ideen?
Das können viele Orte und Momente sein, die mich inspirieren: bei Modellstudien, im Park oder im Museum. Sogar am Schreibtisch mit viel Schokolade als kreative Nervennahrung.

 

 


da-architecture
Sillemstraße 102, 20257 Hamburg
Deutschland

Inhaber: Stefan Drese, 1984
Gründungsjahr:  2011
www.da-architecture.de