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Ausgabe 03 | 2016


WOHNEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach den neuesten Wohntrends befragt – und das passiert regelmäßig im Frühjahr nach dem Besuch einer Möbelmesse oder dem Sichten aktuellster Wohnprojekte – ist man beinahe versucht zu sagen: „Erlaubt ist, was gefällt!“ Wenn es so einfach wäre!! Nein, es ist keinesfalls Wahllosigkeit, die hier ihre Blüten treibt, vielmehr scheint gerade ein unbändige Lust am Wohnen, am Zu-Hause-Sein, am Aus formen der eigenen kleinen Welt vorzuherrschen. Ob es am niedrigen Zinsniveau, an der unruhigen Weltpolitik oder am unerfreulichen Wetter liegt? Oder entsteht in unserer digitalisierten Welt eine leise Sehnsucht nach Beständigem, Bewährtem, Bekanntem? Neu ist nämlich höchstens die Tatsache, dass es eigentlich nichts Neues gibt! Keine neuen Wohnformen, keine neuen Materialien, Farben oder Formen – eher seltsam Vertrautes in neuer Mixtur. Es wird doch nach der Reanimation der viel beschworenen Mid-Centuries keine Post-Postmoderne geben? Bewahre! Obwohl – das gestiegene Interesse am Wohnen, das einher geht mit dem Stolz auf die eigenen vier Wände, der sich in zuneh men dem Maße im Teilen, Posten und Bloggen über digitale Medien zeigt, hat ja durch aus auch Erfreuliches! Die intensive Beschäftigung mit Gestaltung könnte letzt endlich zu informierten und anspruchsvollen Bauherren führen, von denen es immer noch zu wenige gibt und mit denen Architekten und Innenarchitekten bemerkenswerte, individuelle Wohnprojekte realisieren könnten. Davon haben wir bei unseren Recherchen für diese Wohnausgabe weltweit reichlich entdeckt: ob postmoderne Familien wohnung in Griechenland, introvertiertes Stadthaus in Schweden, aufstrebende Baulückenschließung in Spanien, backsteinerner Wohnwürfel in Argentinien, schwarz-weißer Bungalow und mystisches Industrie-Loft in Belgien oder Estraden-Apartment in Berlin – allesamt weit entfernt vom 08/15-Mainstream! Und weil zur Umsetzung von guten Ideen sowohl neue als auch bewährte Produkte dienlich sind, zeigen wir Ihnen, was uns auf den Frühjahrsmessen aufgefallen ist: Möbel (ab Seite 30), Bodenbeläge (ab Seite 64) und Heimtextilien (ab Seite 72)! Vergnügliche Inspirationen!

Mit besten Grüßen
Petra Stephan, Dipl.-Ing.
Chefredakteurin
Architektin

Uwe Bresan und Ester Bruzkus im (gleichnamigen) Berliner Appartement


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